kreativagentur perlenmädchen

Dienstag, 23. Februar 2016

Darf ich um ihre Aufmerksamkeit bitten?
Eine Anleitung für außergewöhnlich gute Vorträge.

Brennen statt Pennen

Wer brennt, kann auch andere anstecken
Wer brennt, kann auch andere anstecken
Gute Vorträge sind nicht nur informativ, sondern machen Spaß. Sowohl dem Publikum als auch dem Redner. Ihr könnt euer Publikum nämlich nur begeistern, wenn ihr selbst voller Leidenschaft über euer Thema sprecht. Die Menschen, die dort vor euch sitzen funktionieren gewissermaßen wie ein Verstärker. Eure Emotionen und Gefühle übertragen sich auf die Zuhörer. Verbreitet also positive Energie, lasst euren Charme spielen und brennt für euer Thema!
Seid ihr selbst nicht überzeugt von dem, was ihr da erzählt, könnt ihr auch das Publikum nicht für euch gewinnen. Und wer gelangweilt vor sich hin nuschelt, braucht sich nicht über Schnarchgeräusche aus dem Publikum wundern.

Sprechen statt Lesen

Ist euch schon einmal aufgefallen, dass wir ganz anders schreiben als wir sprechen? In der Schriftsprache, besonders bei fachlichen Themen, werden wahnsinnig viele Substantivierungen verwendet. Sätze bestehen aus unzähligen Nebensätzen und Zusammenhänge werden durch Einschübe immer wieder auseinandergerissen. Wir bemühen uns besonders gebildet und kompetent zu klingen. Aber eigentlich machen wir dadurch alles nur viel Unverständlicher.

Sprecht zum Publikum wie zu einem Freund
Sprecht zum Publikum wie zu einem Freund
Vorträge sind keine Lesungen. Verwendet also keine Schreibsprache. So spricht kein normaler Mensch. Die Leute sind nicht da, um ein sprechendes Buch zu erleben. Sprecht zu euren Zuhörern eher wie zu einem Freund. Erklärt ihnen euer Anliegen wie in einem Gespräch.
Voraussetzung für einen guten Vortrag ist also, dass ihr den Inhalt in und auswendig kennt. Er muss gewissermaßen aus euch selbst herauskommen.

Und lest um Himmels Willen nicht einfach eure Folien vor! Ganze Sätze haben darauf nichts zu suchen. Die Folien sind eigentlich auch gar nicht für euch, sondern für das Publikum. Die Stichworte sollten das Gesagte zusammenfassen und als Stütze für eure Zuhörer dienen.
Die Situation in einem Vortrag ist nämlich eine ganz andere, als Zuhause am Schreibtisch zu sitzen und konzentriert ein Fachbuch zu lesen.

Wir sind von unzähligen Ablenkungen umgeben. Kellner bringen Getränke, der Sitznachbar hustet, 3 Reihen weiter tuscheln ein paar Kollegen. Man ist allein situationsbedingt weniger konzentriert. Schriftsprache können wir hier auf keinen Fall gebrauchen. Zuhause liest man einen Satz einfach noch ein drittes Mal, wenn man Verständnisprobleme hat. Bei einem Vortrag hat man nur eine Chance eine Botschaft zu verstehen. Dinge, die wir nur hören und nicht parallel lesen, sind zudem schwieriger zu merken.

Erleben statt Zusehen

In Fachvorträgen ist es oft notwendig, schwierige oder komplizierte Zusammenhänge zu erklären. Wie schafft man es also, diese Dinge verständlich und lang anhaltend zu vermitteln?
Dazu müssen wir uns bewusst machen, wie unser Hirn funktioniert. Situationen, die besonders emotional waren, viele Sinne angesprochen oder starke Reize verursacht haben, hinterlassen immer eine fest verankerte Erinnerung. Der Moment, in dem man das erste Mal auf eine heiße Herdplatte fasst, brennt sich im wahrsten Sinne des Wortes ein ;)

Dieses Prinzip solltet ihr auf eure Vorträge anwenden. Sprecht in bunten Bildern zu euren Zuhörern und lasst Geschichten in ihren Köpfen entstehen. Verwendet Metaphern und anschauliche Beispiele in euren Ausführungen. Erzählt ein paar passende Anekdoten aus eurem Leben. Und macht Witze! Humor ist immer eine tolle Art, Menschen zu erreichen. Euer Vortrag sollte die Menschen unterhalten. In diesen Minuten werdet ihr zum Entertainer.

Verlasst auch gern die konventionellen Pfade und baut interaktive Elemente in euren Vortrag ein. Verwendet Requisiten, arbeiten mit Geräuschen oder Gerüchen. Versucht, so viele Sinne wie möglich anzusprechen. Überrascht euer Publikum und lasst es an der ein oder anderen Stelle aktiv mitmachen.
Bezieht die Zuhörer mit ein, stellt ihnen Fragen, lasst sie mitdenken und sprecht sie direkt an. Beachtet bei eurer Rede aber immer den Wissensstand und Hintergrund der Zuhörer. Ihr solltet sie nicht überfordern, aber auch nicht langweilen.



Üben statt Aufgeben

Übung macht den Meister
Übung macht den Meister
Ja, ja, ich weiß schon. Nicht jeder ist der geborener Entertainer und kann gut vor Publikum reden. Aber wisst ihr was? Übung macht den Meister! Stellt solche Situationen doch mal mit Freunden oder der Familie nach. Bereitet zum Beispiel einen besonderen Vortrag zur Präsentation der letzten Urlaubsfotos vor. Lasst sie auch Zwischenrufe einwerfen und Fragen stellen. So übt ihr gleich, auf Ablenkungen zu reagieren. Spontanität und Schlagfertigkeit können nämlich auch erlernt werden.

Überwindet euch und nehmt jede Chance wahr, vor Menschen zu sprechen. So werdet ihr nach und nach immer lockerer. Und das Wichtigste: Bleibt ihr selbst und sprecht in euren eigenen Worten.

So. Vortrag beendet ;D Jetzt seid ihr dran!
Wir freuen uns sehr, wenn ihr uns von euren Erfolgserlebnissen berichtet!



Dienstag, 26. Januar 2016

Ein Name mit Geschmack
Das Rezept für die perfekte Unternehmensbezeichnung

Fader Beigeschmack

Viele Unternehmer sind bei der Namenswahl nicht besonders kreativ. Oftmals wird nur die Branche oder Berufsbezeichnung mit dem eigenen Namen kombiniert. Autowerkstatt Hans Müller, Gärtnerei Schulze, Schuhhaus Inga Schmidt, Fahrschule Meyer… Gähn. Einheitsbrei. Ohne Geschmack.

Wer soll sich so etwas merken? Im Kopf passiert absolut nichts. Ist euer Firmenname clever gewählt, ist er nicht nur einprägsamer, sondern kann sogar ein wirksames Marketinginstrument sein.

Natürlich müssen Einzelunternehmer und GbRs unter ihren Personennamen gründen. Gut vermarkten lassen sich diese formalen Unternehmensbezeichnungen aber nicht. Jedem Unternehmer ist aber freigestellt, einen Namenszusatz zu benutzen. Und diesen dürft ihr auch für eure Kommunikation verwenden.

Wenn sich eine Werkstatt "KfZ Werkstatt Holger Mustermann" nennt, ist das nicht besonders originell oder auffällig. Der Name "Schmutzfink" in Verbindung mit der Branche ist da schon spaßiger.
Es geht darum, den Menschen einen Aufhänger zu geben, einen Fehler, einen Stolperstein, einen Haken, an dem sie sich festhalten können. Muss ein Wortwitz "entschlüsselt" werden, eine Metapher entdeckt, ein kleines "Rätsel" gelöst werden - also quasi eine Denkleistung erfolgen - bleibt euer Name viel eher in Erinnerung.

Wir werden zum Beispiel sehr oft auf den Namen unserer Agentur angesprochen. Die Menschen sind neugierig und möchten die Geschichte hinter der Bezeichnung "perlenmädchen" erfahren. Schließlich verrät dieser Begriff nichts Eindeutiges.
Eine Journalistin, die einen Artikel über eine Unternehmensmesse schreiben sollte, pickte sich unsere Agentur aus der langen Liste der Firmen heraus. Weil sie unseren Namen so spannend fand.
Wir bekommen Anrufe von Menschen, die unsere Pkws auf der Autobahn gesehen haben und später unsere Agentur ergoogelt haben.
Bei unseren Kunden haben wir von Beginn an unseren Spitznamen weg. Wenn wir durch die Tür kommen heißt es nur "Ach, die Perlen sind da."

Seid ihr auf den Geschmack gekommen? Dann verraten wir euch jetzt, wie ihr euren einzigartigen Namen finden könnt.

Das Grundrezept

Die Grundlage ist immer, eine ganz konkrete Vorstellung vom eigenen Unternehmen. Umso besser ihr eure Ziele, Werte und Leistungen definiert, umso leichter fällt es euch, einen Namen zu finden. Denn der Unternehmensname sollte immer aus euch selbst herauskommen. Er ist im besten Fall die eingekochte Essenz aus eurer Positionierung.

Was macht euer Unternehmen einzigartig und besonders? Na? Das seid natürlich ihr selbst! Ihr, der Gründer, seid die wichtigste Zutat. Bringt deshalb immer eure Persönlichkeit mit ein.
Waren, Leistungen, Preise, Konditionen – mittlerweile alles 100%ig vergleichbar. Identisch. Der Wettbewerb ist in allen Branchen so hoch, dass ihr euch über diese Faktoren nicht mehr abheben könnt. Der Kunde entscheidet daher nach Sympathie.

Seid ihr selbst, bleibt euren Prinzipien treu und ihr werdet Menschen um euch sammeln, die so denken wir ihr. Und genau deshalb werden diese Menschen bei euch kaufen. Weil sie euch vertrauen, euch verstehen und euer Unternehmen mögen. So einfach.
Würzt euren Namen so viel wie möglich mit eurer einzigartigen Persönlichkeit. Eine außenstehende Person kann niemals eine so passende Bezeichnung für euer Unternehmen finden, wie ihr selbst es könnt.

Wenn ein Gründer mit der Bitte an uns herantritt, einen Geschäftsnamen für ihn zu entwickeln, antworte ich immer, dass wir das nur gemeinsam schaffen können. Ich helfe dem Gründer durch gezielte Fragen, die richtige Richtung zu finden und den Kern des Unternehmens herauszuschälen.
Was hat dich bewogen, zu gründen? Was willst du anders/besser machen als die Konkurrenz? Welche Werte und Prinzipien vertrittst du? Was macht dein Unternehmen aus? Was ist dein persönliches Steckenpferd? Worin bist du richtig gut? Was bedeutet dir dein Unternehmen?
Aus all diesen Antworten kann ein geschmackvoller Unternehmensname geboren werden.

Das schmeckt nach mehr.

Toller Nebeneffekt: Wenn ihr so vorgeht, habt ihr automatisch eine Geschichte zu eurem Namen. Und die Menschen lieben Geschichten! Und erzählen sie auch gern weiter. Es ist wichtig, eine interessante Story parat zu haben, wenn ihr nach der Bedeutung eures Namens gefragt werdet.

Vor ein paar Wochen kam ein Unternehmer auf uns zu, der sich aus rechtlichen Gründen umbenennen musste. Er installiert und wartet Beregnungsanlagen für Gärten, Sportplätze, Kindergärten usw.
Auch ihm habe ich erklärt, dass der Name aus ihm selbst geboren werden muss und stellte ihm die gewissen Fragen. Eines Abends bekam ich dann eine Mail. Er hatte einen Namen gefunden! Er war in Passau und hat dort an einer Stadtführung teilgenommen. In der Nähe des Stephansdom, steht eine Bronzestatue von König Maximilian Joseph I. Das Denkmal trägt umgangssprachlich den Namen „Regenprüfer“. Die Geschichte zu der Statue hat ihn nicht mehr losgelassen und schließlich seinen neuen Namen inspiriert: Der Regenflüsterer.
Seine Anlagen sorgen schließlich dafür, dass es regnet, auch wenn die Natur es nicht vorgesehen hat. Außerdem sind sie so dezent und unsichtbar verbaut, dass man durchaus von einer flüsternden Beregnung sprechen kann ;) Einen tollen Spitznamen hat er so auch bekommen. Der Name hinterlässt einen interessanten Geschmack im Mund, fällt auf und macht absolut neugierig.

Besonders toll ist es, wenn sich aus eurem Namen ein ganzes Unternehmenskonzept – quasi das komplette Menü ergibt. Wie im Fall der Kyritzer Pension „Miss Sophie“.
Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich mit dem Betreiberpaar am Abend zusammengesessen habe. Sie erzählten mir von ihrem Tag und ihrer kleinen Enkeltochter, die bei ihnen übernachtet hatte. Das kleine Mädchen muss nur einmal kurz quengeln und schon stehen alle parat, um ihr jeden Wunsch von den Augen abzulesen. „Unsere kleine Miss Sophie“, schloss der Pensionsbesitzer. Ich sah ihn an und sagte: „Du hast gerade euren Namen gefunden.“
An diesem Ansatz arbeiteten wir weiter und schließlich entstand eine halb reale, halb fiktive Figur, die dem Haus Leben einhaucht. Miss Sophie ist die gute Seele der Pension. Der Hausgeist. Alle Räume sind nach einem Hobby oder einer Leidenschaft der Miss Sophie benannt. Jedes Zimmer ist einzigartig und erzählt einen Teil der Geschichte, um die geheimnisvolle Dame. Wer sich einen Eindruck vom Haus machen möchte, schaut mal hier.

Verdorbene Zutaten

Viele Gründer wissen oft nicht, wo Sie bei der Suche nach einem guten Namen ansetzen sollen. Es gibt ein paar Zutaten, auf die ihr einfach verzichten solltet. Und wir sprechen da aus eigener Erfahrung… Aber dazu später mehr.

Fein gewürfelt
Abkürzungen sind super! Zumindest im Straßenverkehr, wenn man wahnsinnig spät dran ist. Für einen Unternehmensnamen sind sie hingegen absoluter Murks. Namen müssen beim Gegenüber sofort ein Bild im Kopf entstehen lassen. Man muss einen Geschmack im Mund haben, ein Bauchgefühl entwickeln. Eine unaussprechbare Aneinanderreihung von zerhackten Buchstaben schafft das nicht. Einzige Ausnahme: Die Abkürzung ergibt ein interessantes Wort, das zu euer Tonalität passt. So etwas kommt aber sehr, sehr selten vor.

Geschmacklose Kombinationen
Lustig zusammengewürfelte, abstrakt konstruierte Namen sind keine Gaumenfreude. Ohne Ausnahme. Solche „Erfindungen“ lösen meist null Assoziationen aus und bleiben nicht im Gedächtnis. Oftmals weiß man noch nicht mal, wie man diese Neugeburten aussprechen soll. Das liegt meist auch an der besonders kreativen Schreibweise. Haufenweise X und Y und Z kommen vor oder man ersetzt Buchstaben durch Zahlen. Lasst sowas. Wie soll man euch jemals über eine Googlesuche finden? Sowas kann sich kein Schwein merken.

Englische Küche
Die Deutsche Sprache klingt sehr hart und kantig. Englisch hingegen ist so schön weich und fließend. Da liegt die Versuchung nahe... Auch wir sind dieser Versuchung verfallen und haben uns anfangs pearl communications genannt. Resultat? Die Leute konnten unseren Namen nicht aussprechen und trauten sich oft nicht anzurufen. Außerdem wirkt der Name sehr kühl, von oben herab und klingt nach riesigem Konzern ohne Seele. Absolut nicht das was wir wollten. Nach einem dreiviertel Jahr dann der Wechsel zu „perlenmädchen“. Und schlagartig verbesserten sich unsere Bekanntheit und unser Umsatz. Und wir hatten Hunger auf Erfolg!

Je nach Branche, Zielgruppe und Region KANN eine englische Bezeichnung vielleicht passend sein. Wir raten dennoch davon ab. Die englische Küche ist auch nicht gerade für ihren exquisiten Geschmack bekannt… Die Menschen fühlen sich der deutschen Sprache einfach näher und können sie besser verdauen. Klingt banal. Ist aber genauso. Mit englischen Bezeichnungen schließt ihr viele Personen einfach aus. Das sollte euch bewusst sein. Verzichtet auf Coolness und wählt besser einen warmen Namen, der von Herzen kommt. Ist eh viel sympathischer.

Aufgewärmte Reste
Ihr habt endlich den perfekten Namen gefunden? Großartig! Dann prüft mal besser ganz genau nach, ob nicht schon jemand vor euch diesen genialen Einfall hatte. Das ist nämlich sehr wahrscheinlich. Sichert euch auf jeden Fall rechtlich ab, bevor ihr euren Namen auf Visitenkarten und Geschäftspapier drucken lasst. Gibt es bereits eine geschützte Marke? Ist die Domain noch frei? Gibt es in unmittelbarer Nähe ein Unternehmen mit diesem Namen. Seid sehr gewissenhaft mit eurer Recherche. So könnt ihr ärgerliche Folgen vermeiden. Wenn ihr euch unsicher seid, lasst euch am besten von einem Anwalt für Markenrecht beraten. Frische Küche ist immer gesünder.

Frische Küche

Der Name eures Unternehmens muss einfach nach euch schmecken. Deshalb ist die wichtigste Zutat eure Persönlichkeit. Die hat nämlich sonst keiner. Gebt unbedingt auch eine Prise Kreativität mit dazu. Die Bezeichnung muss nicht unbedingt ein klassisches Gericht sein und sofort der Branche zugeordnet werden können. Bewusste Kontraste sind spannend! Gegensätze kann man sich gut merken. Verwendet zum Beispiel bekannte Begriffe, die ihr auf ungewohnte Art und Weise kombiniert. Baut absichtlich Fehler, Brüche und Stolpersteine ein. Auch Humor und Wortwitz können eine interessante Würze sein. Überrascht die Menschen. Unerwartete Geschmackserlebnisse bleiben im Kopf.

Mit einem interessanten Namen setzt ihr euch auch immer von der Konkurrenz ab. Wer frisch kocht fällt zwischen all dem Kantinenessen eben auf. Auch wenn ihr keine Sterneköche seid. Denkt nur mal an Bewerbungsverfahren oder öffentliche Ausschreibungen – ein interessanter Name erhöht das Interesse an eurem Unternehmen. Nutzt die angeborene Neugierde der Menschen aus. Beim leckersten Gericht auf der Karte müssen wir einfach anbeißen.

Nachtisch

Als Dessert tischen wir euch noch die Geschichte zu unserem Namen auf.  Jede unserer Ideen, jede Werbemaßnahme ist einzigartig. So einzigartig wie eine Perle. Schließlich ist jeder Kunde, jedes Problem, jeder Auftrag individuell. Deshalb kann es keine vorgefertigten Lösungen geben, die man aus einer Schublade zieht. Das ist unser Anspruch. Nach diesem Prinzip arbeiten wir. Wir entwickeln Schmuck für Unternehmen – in Form von Werbemitteln.

Die „Mädchen“ vermitteln zudem, wie wichtig es ist, sich das innere Kind zu erhalten. Ein offener Geist, Unvoreingenommenheit und kindliche Naivität sind wichtige Voraussetzungen für Kreativität.
Und jetzt übergeben wir Schürze und Kochlöffel an euch! Wir sind schon gespannt auf eure Kreationen und freuen uns immer sehr über eure Zusendungen J


Dienstag, 24. November 2015

Nicht abbiegen bitte!
Nein sagen auf der Straße zum Erfolg

Sackgasse

Vor einigen Monaten erhielten wir eine E-Mail mit der Bitte um Abgabe eines Angebots. Da mir die Informationen in der Mail aber nicht ausreichten, rief ich beim Kunden an und vereinbarte einen Termin zum Kennenlernen. Ein paar Tage später saß ich im Büro des Kunden. Um es kurz zu machen - Es lief nicht gut. Das Erstgespräch wurde schnell zu einem Streitgespräch, bei der jeder die nächste Argumentation gewinnen wollte.

Eins war klar: Ich und der Kunde passen nicht zusammen. Wir denken komplett anders, haben andere Vorstellungen von Unternehmensführung und Marketing und arbeiten nach anderen Grundsätzen.

Eine Zusammenarbeit kam verständlicher Weise nicht zustande. Der Kunde meldete sich nicht wieder bei uns und wir uns nicht bei ihm.
Vor ein paar Tagen erreichte uns eine Mail mit dem Betreff „Neuer Versuch?“. Der Unternehmer erklärt darin, warum für ihn eine Zusammenarbeit zur damaligen Zeit nicht in Frage gekommen ist. Und zwar sehr direkt und offen. Dass er Klartext spricht, rechne ich ihm hoch an. Nichts macht einen Arbeitsprozess ineffektiver als unehrliche Kommunikation.

Er führte weiter aus, dass er bei der Recherche nach Ideen immer wieder über unsere Agentur stolpert. Das Gefühl, das er beim Lesen unserer Website hat, sagt ja. Die bisher persönlich gemachten Erfahrungen nein. Aber nachdem jetzt ja bereits wieder einige Zeit vergangen ist, könnte man gegebenenfalls mal einen zweiten Versuch wagen.

Wenden verboten

Die Mail hat mich sehr überrascht. Damit hatte ich nicht gerechnet. Mit der Antwort ließ ich mir ein paar Tage Zeit. Nach reichlicher Überlegung bedankte ich mich für sein Schreiben und erläuterte, warum ich mich gegen eine erneute Zusammenarbeit entschieden habe.
Es hatte sich schließlich nichts an der Grundsituation geändert. Unsere Denkweisen passen immer noch nicht zusammen. Ich habe also nein gesagt. Zu einem Kunden! Ich hoffe, an dieser Stelle seid ihr ausreichend empört.

So etwas tut man schließlich nicht! Der Kunde ist doch König! Na euch muss es gut gehen, wenn ihr Kunden abweisen könnt!

Ungefähr so hört sich die übliche Reaktion von anderen Unternehmern an.
Ein befreundeter Grafikdesigner, der in einer Werbeagentur angestellt ist, machte große Augen. Er war ganz neidisch, dass wir diese Entscheidung treffen können. Als Angestellter muss er sich schließlich fügen. Natürlich hat man als Arbeitnehmer nicht die Freiheiten eines selbstständigen Unternehmers.

Dennoch sehe ich das Wort „nein“ nicht als Luxusantwort an. Nein ist ein sehr wichtiges Wort für Menschen, die ein langfristig erfolgreiches Unternehmen aufbauen und führen wollen.
Wir arbeiten schon von Beginn an nach dem Grundsatz, dass es für beide Parteien passen muss. Das heißt, nicht nur der Kunde entscheidet sich für unsere Agentur, sondern wir entscheiden uns auch für den Kunden.

Wir sind genau deshalb in der Lage so gute Arbeit zu erbringen, weil unsere Kunden uns und unserer Kompetenz vertrauen. Wichtigste Grundlage für Vertrauen sind ein gegenseitiges Grundverständnis und eine gleiche Wellenlänge. Wenn ich jedes Mal lange Diskussionen führen muss und gegen Wände renne, raubt mir das nur sehr viel Kraft. Zu wirklich guten und kreativen Ergebnissen kann so eine Zusammenarbeit nicht führen.

Die Route wird berechnet..

Als Unternehmer sollte man ein Ziel haben. Etwas, worauf man hinarbeitet. Auf dem Weg zu diesem Ziel werdet ihr immer wieder an Kreuzungen vorbeikommen. Bevor ihr irgendwo abbiegt, müsst ihr euch fragen, was ihr eigentlich wollt. Wo will ich mit meinem Unternehmen hin? Was will ich noch erreichen? Gerade Unternehmen, die bereits seit vielen Jahren auf dem Markt sind, vergessen oft, sich diese Fragen zu stellen. Wer immer nur mit gesenktem Kopf vor sich hinarbeitet, verliert irgendwann die Orientierung. Wer keinen Kompass hat, wird immer nur im Kreis laufen.
Um einen Schritt nach vorn zu gehen, ist es manchmal notwendig, Angebote auszuschlagen. Aufträge abzulehnen. Sich von Kunden zu trennen.

Und was ist, wenn ich gar nicht weiß wo ich hin will? Wie finde ich denn mein Ziel?

Macht euch klar, wo die Stärken und Schwächen eures Unternehmens liegen. Und seid ehrlich dabei. Es macht niemals Sinn sich selbst zu belügen. Wo liegen eure Kompetenzen? An welcher Arbeit habt ihr Spaß? In welchem Bereich seid ihr in der Lage, großartig zu sein? Baut auf diesen Überlegungen eure Positionierung auf. Konzentriert euch auf eure Qualitäten und lehnt Aufträge ab, die nicht zu eurem Unternehmen passen. Ihr wollt eure Kunden glücklich machen. Also konzentriert euch auf die Dinge, die ihr könnt.

Feintuning

Spannungen, Antipathie und Diskussionen kosten Kraft. Ablehnung, ständige Kritik an der Arbeit und fehlende Anerkennung der Leistung ziehen einen runter. Befreit euch von diesen Lasten.
Das gilt für Kunden und Geschäftspartner genauso wie für die Kollegen innerhalb des Unternehmens. Auch im Team muss die Wellenlänge stimmen. Ein positives Betriebsklima ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg eines Unternehmens.

Arbeitet also mit Menschen zusammen, die eure Arbeit schätzen und dankbar sind für eure Hilfe. Umgebt euch mit Personen, mit denen ihr gemeinsam vorwärts geht und die das gleiche Ziel verfolgen wie ihr.
Sagt auch nein zu Arbeiten, die euch schwer fallen oder nicht liegen. Delegiert diese Aufgaben innerhalb eures Teams oder gliedert sie an Externe aus. Befreit euch von dem Ballast, der euch bremst.

Ein positives Arbeitsumfeld macht einen stärker, besser und leistungsfähiger. Steckt eure volle Kraft und Leidenschaft in eure Kernkompetenz. Macht die Arbeit, in der ihr großartig seid! Nur so könnt ihr richtig durchstarten.

Neuwagen

Ja ja.. Nein sagen. Das sagt sich immer so leicht. Als Existenzgründer kann man sich so einen Luxus nicht leisten. Da muss man schließlich alles annehmen, was einem so zwischen die Finger kommt.
Neiiiiiin! Bloß nicht! Ihr wollt schließlich schnell auf die Füße kommen und Erfolg haben. Wenn ihr euch mit Aufträgen belastet, die euch nicht liegen und an denen ihr keinen Spaß habt, werdet ihr auch keine gute Arbeit leisten. Der Kunden wird dann zurecht unzufrieden sein. Was euch unzufrieden macht.
Wenn ihr euch mit Kunden belastet, die eure Leistung nicht wertschätzen, nur an euch rumnörgeln und permanent eure Preise drücken wollen, werdet ihr genauso wenig glücklich. Diese Menschen saugen euch aus. Nehmen euch Kraft, Mut und Motivation.

Und was passiert, wenn ihr an Aufträgen arbeitet, die eurer Kompetenz entsprechen? Bei denen ihr über euch hinauswachsen könnt? Die euch Spaß machen und herausfordern? Und was glaubt ihr passiert, wenn ihr mit Menschen zusammenarbeitet, die euch wertschätzen und anspornen? Die begeistert von eurer Arbeit sind?

Ihr versteht was ich meine. Weicht nicht von eurem Weg ab, um im Sumpf stecken zu bleiben. Es ist kein Luxus nein zu sagen. Nein sagen zeugt von Stärke und Weitsichtigkeit. Haltet an euren Prinzipien fest. Lasst euch nicht verbiegen und hört auf euren Bauch. Der hat nämlich immer Recht.

Zielgerade

Auf dem Weg zum Erfolg werdet ihr an einige Abzweigungen vorbeikommen. Es liegt an euch, ob ihr abbiegt oder nicht. Ziele können sich verändern. Positionierungen können sich verschieben. Das sollten sie sogar! Die Welt verändert sich und ihr müsst euch mit ihr verändern. 
Dennoch sollte man einen Kompass haben, der einem die Richtung weist. Geht mit erhobenem Kopf durch die Welt und behaltet den Horizont im Auge. Räumt die Stolpersteine einen nach dem anderen aus dem Weg und lasst euch nicht davon abhalten, euer Ziel zu erreichen.

Was für euch und eurer Unternehmen am besten ist, kann euch niemand sagen. Die persönliche Straße zum Erfolg ist in keiner Karte verzeichnet. Die müsst ihr euch schon selber bauen.


Donnerstag, 15. Oktober 2015

Wir erstatten Anzeige!

3 Regeln für auffällige Anzeigen

Mist bleibt Mist

Die Anzeige – Eins der ältesten Werbemittel überhaupt. Seit es Zeitungen gibt, gibt es auch Anzeigen. Ist diese Werbeform daher überholt? Funktioniert eine Printanzeige überhaupt noch?
Wir hören von Unternehmern immer wieder „Anzeigen bringen absolut gar nichts. Das Geld kann man sich sparen.“
Ich lasse mir an der Stelle immer gern die entsprechende Anzeige zeigen. In fast jedem Fall muss ich bestätigen, dass es tatsächlich rausgeschmissenes Geld war. Einfach weil die Anzeige Mist ist. Schlecht gemachte Werbung funktioniert nicht. Ganz einfach. Dabei ist es völlig egal, ob es sich um eine Anzeige, einen Flyer, einen Radiospot oder ein Plakat handelt. Es liegt so gut wie nie am Werbekanal, dass der Erfolg ausbleibt. Sondern am schlecht gemachten Werbemittel.  (Zumindest wenn ihr vorher geklärt habt, dass ihr eure Zielgruppe über diesen Kanal überhaupt erreicht. Aber das setzen wir an dieser Stelle einfach mal voraus.)


Es war 1x…

https://christianeschaefer.wordpress.com/tag/angela-merkel/
Quelle
Man kann also nicht  pauschal sagen, dass Anzeigen nichts bringen. Wenn man sich an ein paar Regeln hält und eine gute Portion Kreativität dazu gibt, kann selbst eine einzelne Anzeige eine große Wirkung haben.
Kreativität verhält sich nämlich wie ein Virus. Ist eine Anzeige wirklich gut, genügt es bereits, sie ein einziges Mal zu schalten. 



Ein ganz berühmtes und auch schon betagtes Beispiel ist die großartige Sixt Anzeige: Angela Merkel mit Cabrio Frisur.

Natürlich wurde die Anzeige nach Veröffentlichung sofort abgemahnt und durfte nicht wieder geschalten werden. Es gab ja keine Genehmigung von Frau Merkel. Trotzdem ging das Motiv durch alle Medien und ist bis heute nicht vergessen.


Guerrilla Aktion der perlenmädchen
Wir nutzten 2008 einen ähnlichen Effekt, um in unserer Heimatstadt Wittstock direkt nach unserer Gründung ein paar Leute auf uns aufmerksam zu machen. Unsere Anzeige erschien nur ein einziges Mal, begleitend zu unserer Guerilla Aktion. Der Effekt war riesig. Noch 5 Jahre später wurden wir aufgrund dieser Anzeige von Unternehmern angerufen, die später zu unseren Kunden wurden. Also für uns hat sich die Investition gelohnt ;)












Das 1 mal 1 für eine gute Anzeige

Wie muss eine gute Anzeige also aufgebaut sein, um zu funktionieren? Wir haben euch dazu drei einfache Regeln zusammengestellt:

Weniger ist mehr

Umso weniger Informationen in eurer Anzeige enthalten sind, desto besser. Eine Anzeige sollte plakativ sein. Konzentriert euch auf ein Thema und versucht nicht euer komplettes Angebot darzustellen. Platziert so wenig Text wie möglich. Arbeitet am besten nur mit einer kurzen knackigen Headline.

Wenn ihr Fotos verwendet gilt das gleiche. Arbeitet nicht mit „Wimmelbildern“, sondern klaren, schnell erfassbaren Motiven.
Eine Anzeige ist nicht dazu gedacht umfangreiche Informationen zu übermitteln. Sie kann verwendet werden, um auf ein Thema aufmerksam zu machen. Bietet euren Lesern besser einen Weblink an, um genaueres zu erfahren.




Gut verpacken

Die meisten Anzeigen vermitteln einfach nur ganz direkt Informationen. Ohne zweite Ebene. Ohne Kreativität. Solche Annoncen sehen nur die Menschen, die sowieso gerade Interesse an dem entsprechenden Thema haben. Alle anderen übersehen sie einfach.
Investiert also besser etwas mehr Zeit und findet einen guten Aufmacher – eine kreative Leitidee. Dazu solltet ihr eure Botschaft verpacken. Sucht nach Analogien oder Vergleichen. Nutzt Metaphern und Wortspiele. Kombiniert Themen, die eigentlich nicht zusammengehören. Überrascht eure Zielgruppe!

Serviert eure Botschaft also nicht auf dem Silbertablett, sondern lasst eure Leser selbst denken, Pointen lösen und Metaphern entschlüsseln. So erreicht ihr sehr viel mehr Menschen und der Kreativ-Virus sorgt dafür, dass sich eure Botschaft eigendynamisch weiter verbreitet. Wir Menschen teilen nämlich sehr gern Dinge miteinander, die uns überraschen, zum Lachen bringen oder berühren.
Lasst auch mal bewusst Informationen weg. Das regt die Neugierde an. Die Leser müssen etwas Aufwand betreiben, um das Rätsel eurer Anzeige zu lösen. So bleibt eure Botschaft viel besser im Kopf.


Es gilt aber nicht „Auffallen um jeden Preis“! Das Motiv und die Tonalität eurer Anzeige müssen zu eurem Produkt/Leistung, zu eurem Unternehmen und zur Zielgruppe passen. Ansonsten kann es euch so ergehen, wie folgendes Beispiel zeigt:
Hier haben Angebot und Motiv nichts mit einander zu tun. Durch den „Schmuddel-Look“ geht die Seriosität komplett verloren. Das Unternehmen wirkt weder kompetent noch vertrauenswürdig. 


Umfeld beachten

Achtet auf die Umgebung, in der eure Anzeige platziert wird. Schaut euch die übliche Gestaltung der Seite oder des Anzeigenteils an. Was fällt euch auf? Es wimmelt vor kleinformatigen, bis an den Rand vollgeschriebenen Anzeigen. Aus einer Entfernung von 20cm sieht so ein Anzeigenteil eher wie eine gemusterte Tapete aus. So viel Text kann das menschliche Auge gar nicht erfassen.
Wenn ihr die ersten beiden Regeln beachtet, habt ihr die erste Hürde schon genommen. Eure Anzeige wird sich aus dem Gewusel auf jeden Fall abheben. Achtet also darauf, eure Anzeige nicht zu voll zu stopfen. Im Fachchinesisch spricht man von „whitespace“. Lasst eurem Text Luft zum Atmen.
Hier mal ein paar Beispiele für Anzeigen, die sich von ihrer Umgebung in einem überfüllten Anzeigenteil sehr gut abheben.


Anzeige für die Stadt Rheinsberg. Die Annonce erschien in einem Gastgeberverzeichnis der Mecklenburgischen Kleinseenplatte. Eine Broschüre voll kleinteiliger Anzeigen, Tabellen und Landschaftsfotos. Und mittendrin unsere reduzierte Anzeige mit viel whitespace. Made by perlenmädchen.


3D Küchenanzeige. So kreativ kann Zeitungswerbung sein! Einfach, simpel, auffällig. Da guckt jeder 2 mal hin. Quelle: Creative Guerilla Marketing


Sportsponsoring Anzeige der Sparkasse OPR. Eine Anzeige für den Wassersport. Der Folienlook sorgt dafür, dass das Auge hängen bleibt. Made by perlenmädchen.

Zeigt uns an!

Und jetzt seid ihr dran! Viel Spaß beim Gestalten kreativer und aufmerksamkeitsstarken Anzeigen. Ihr werdet den Werbeeffekt an den Reaktionen eurer Zielgruppe spüren. Garantiert.
Habt ihr Lust eure Anzeigen mit uns zu teilen? Wir freuen uns über Mails :)



Dienstag, 15. September 2015

Klartext – So schreibt ihr richtig!

Mehr als Worte

Flyer, Webseiten, Broschüren, Emails – Der Kontakt mit euren Kunden läuft größtenteils über das geschriebene Wort. Durch Text vermittelt ihr euer Angebot, eure Kompetenz, eure Werte und Arbeitsweisen. Er ist also ein entscheidendes Kommunikationsmittel. Mit der Art und Wiese, wie ihr kommuniziert, beeinflusst ihr euer Image. Die Menschen spiegeln das, was ihnen entgegengebracht wird.
Ist eure Unternehmenssprache eher konservativ und distanziert, werden eure Kunden euch genauso reserviert entgegen treten.

Ein Text hat immer 2 Ebenen. Die erste ist die Inhaltsebene, also der reine Informationsgehalt. Die zweite Ebene ist da schon spannender. Sie vermittelt Emotionen und Gefühle. Also alles was sprichwörtlich zwischen den Zeilen mitklingt. Viele Menschen vernachlässigen die zweite Ebene. Oft ist ihnen auch gar nicht bewusst, welchen Eindruck ihre Texte auf den Leser haben.

Von Mensch zu Mensch

Ihr seid ein Unternehmen und keine Behörde. Sprecht also freundlich und offen mit euren Kunden! Formuliert nicht zu förmlich und steif. Verwendet keine standardisierten Formulierungen und Floskeln. Sonst klingt eure Mail schnell nach einem maschinell erstellten Schreiben.

Aber sogar automatisch generierte Mails können Spaß machen! Hier mal ein zauberhaftes Beispiel einer Druckerei:

Hallo Gitte!
Hier ist Little MOO - der freundliche Druckroboter, der sich um Ihre Bestellung kümmert. Danke nochmal, es war toll, zu sehen, wie Ihre Designs entstanden sind. Ich kann Ihnen verraten, dass Big MOO Ihre Bestellung gedruckt hat und sie bald abgeschickt wird. Yay!

Euer Kunde sollte immer spüren, dass er nicht wie Massenware abgefertigt wird und mit einem echten Menschen spricht. Sprecht deshalb jeden Empfänger individuell an. Geht auf kleine Details ein, die der Interessent mit euch teilt. Ein paar nette Worte über das Wetter oder den Wohnort des Kunden kosten euch nicht viel Zeit, werden dem Empfänger aber ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
Wisst ihr was dadurch außerdem passiert? Ihr werdet auch Lächeln! Denn Kommunikation macht Spaß. Eure Kunden werden die Freundlichkeit, die ihr ihnen entgegenbringt erwidern.

Beispiel gefällig? Diese Mail haben wir vor ein paar Wochen erhalten:

Hallo die Damen!
Ich, Gymnasium-Wittstock-Absolvent von 1999 und derzeit in Potsdam lebend und arbeitend, mag eure Arbeit sehr.
Ich bin derzeit angestellt in Berlin, habe aber Ambitionen auf Selbständigkeit. Vielleicht passt es ja mal und ich kann mich bei euch vorstellen zwecks Konzepterarbeitung einer Internetpräsenz ...

Liebe Grüße,

Unsere Antwort:

Hallo XXX!
Vielen Dank für deine Mail und deine lieben Worte. Eine alte Wittstockerin und Gymi-Absolventin - das ist ja nett! Erst einmal herzlichen Glückwunsch zur Selbstständigkeit! Gerade zu Beginn ziemlich aufregend, aber wir versprechen dir, es lohnt sich :)
Wir können sehr gern einen Termin vereinbaren, um uns kennenzulernen und über dein Projekt zu sprechen.
Ich freue mich auf deine Rückmeldung und schicke viele Grüße ins wunderschöne Potsdam,

Ihr merkt, einen freundlichen Text zu schreiben, ist gar nicht so schwer. Verlasst einfach die alten Wege, verzichtet auf 08/15 Formulierungen und öffnet euch für die Menschen um euch herum. So zaubert ihr euch automatisch sehr viel mehr Spaß in euren Arbeitsalltag!

Der Werbetext

Postkarte für das Bier "Schlossgeflüster" aus Rheinsberg
Der direkte Kundenkontakt ist eine Sache, schreiben für Werbemittel nochmal eine ganz andere.

Wie oft hören wir den Satz: „Ach, texten können wir selbst. Wir brauchen nur die Grafik.“ Dabei müssen Grafik und Text eine Einheit bilden. Hand in Hand gehen. Zumindest wenn man ein Werbemittel haben möchte, das funktioniert.

Lange Schachtelsätze, komplizierte Formulierungen im Nominalstil und der unmotivierte Konjunktiv zerstören die Wirkung der schönsten Grafik.

Die bunten Farben und Formen ziehen erstmal das Auge des Betrachters an. Ist die Aufmerksamkeit eingefangen muss jedoch der Text übernehmen. Denn nur punktgenau gesetzte Worte und Formulierungen können Botschaften übermitteln, zu Handlungen aufrufen und Pointen zünden lassen.

Klare Gedanken = verständliche Texte

Bevor ihr anfangt einen Text zu schreiben, solltet ihr euch Gedanken über folgende Dinge machen

  •  Inhalte

-        Was will ich mit meinem Text sagen?
-        Welches Ziel/welche Handlung möchte ich beim Leser erreichen?

Kreativität scheitert oft an Planlosigkeit. Klingt widersprüchlich, ist aber so. Erst wenn ich ein Ziel habe, kann ich beginnen zu Schreiben. Ohne Ziel ersticken die eigenen Worte in der Unendlichkeit der Möglichkeiten. Macht euch also klar, was ihr sagen wollt und was euer Text erreichen soll. Erarbeitet euch zum Bespiel mit Stichworten und kurzen Textpassagen eine erste grobe Struktur.

  • Zielgruppe

-        Wer ist der Empfänger meines Textes?
-        Welchen Wissensstand hat der Empfänger über mein Thema?

Macht euch von Beginn an klar, wer der Empfänger eures Textes sein soll. Versetzt euch in diese Menschen hinein. Wichtigstes Ziel: Der Leser muss verstehen, was ihr von ihm wollt! Kommuniziert immer auf Augenhöhe.
Schreibt ihr an Laien, solltet ihr Fachchinesisch tunlichst vermeiden. Schreibt ihr an Experten können ein paar Fachwörter hier und da nicht schaden. So vermittelt ihr dem Leser gleich eure Kompetenz.

  • Tonalität

-        Wie möchte ich meine Zielgruppe ansprechen?
-        Welche Wirkung soll mein Text haben?

Eine wichtige Grundlage für einen gelungenen Text ist es, die Positionierung des eigenen Unternehmens zu kennen. Die Tonalität eurer Formulierungen sollte zu euch passen. Versucht nicht zu sein, wer ihr nicht seid. Verstellt euch nicht. Seid authentisch. Dann seid ihr auch glaubwürdig.

Wie wollt ihr eure Empfänger also ansprechen? Freundlich oder streng? Humorvoll oder ernsthaft? Wollt ihr neutral sein oder Stellung beziehen?

Eure Zielgruppe ist es oft gewohnt, auf eine bestimmte Art angesprochen zu werden. Gebt ihr eurem Text aber eine andere Tonalität, könnt ihr diese Menschen viel eher überraschen. Wollt ihr zum Beispiel Beamte erreichen, konfrontiert diese Menschen einfach mal mit Humor. Damit rechnen sie garantiert nicht ;) Allein deshalb werdet ihr mit eurem Werbemittel auffallen.

Euch sollte auch klar sein, für welches Medium ihr schreibt. Der Text muss in Umfang und Anmutung zum Werbemittel passen. Zum Beispiel hat ein Fließtext auf einem Plakat oder in einer Anzeige nichts zu suchen.

Flyer für die Fahrschule Reypa aus Wittstock
Bilder im Kopf

Werbetexte lesen muss Spaß machen! Lasst mit euren Worten Bilder im Kopf des Lesers entstehen. Nutzt dazu Wortspiele und Metaphern. Lasst euren Empfänger kleine Rätsel lösen und Pointen entdecken. Benutzt Analogien, um euer Thema in einen überraschenden Kontext zu setzen.






Hier ein paar wichtige Grundregeln:
  • Schreibt kurze Sätze - immer eine Aussage nach der anderen
  • Benutzt Verben und Adjektive
  • Verzichtet auf Substantivierungen
  • Lasst Füllwörter und Floskeln weg
  • Formuliert aktiv und motivierend - nutzt Aufforderungen
  • Verzichtet auf passiv-Formulierungen und den Konjunktiv


Eine Anzeige für einen Friseur in der Abitur-Beilage der Tageszeitung:



Text für eine Weihnachtskarte des Reisebüro Globus aus Neuruppin:

Sie träumen nicht von weißen Weihnachten, sondern weißen Sandstränden?
Statt Glockenklingen hören Sie Wellenrauschen?
 
Ganz klar: Sie haben Fernweh! Erfüllen Sie sich ihre Urlaubswünsche und buchen Sie bereits jetzt für 2015. Oder beschenken Sie sich und ihre Lieben mit einem Reisegutschein! Wir beraten Sie gern.
Das Reisebüro Globus wünscht Ihnen frohe Weihnachten und ein urlaubsreiches Jahr 2015!

P.S.: Der Weihnachtsmann ist übrigens gerade Surfen. Und zwar auf unserer neuen Website!
Urlaubs-Schnäppchen, Inspirationen und Reiseberichte: www.reisebuero-globus.de
Schneien Sie doch mal vorbei! Wir sind gespannt auf ihre Meinung!


Sport-Sponsoring Anzeige für die Sparkasse Ostprignitz-Ruppin:

Sport-Sponsoring Anzeige für die Sparkasse Ostprignitz-Ruppin


Der Webtext

Zum Schluss möchte ich noch kurz auf Texten für das Internet eingehen. Webtexte schreibt ihr in erster Linie natürlich für den User. Aber auch die „Denkweise“ einer Suchmaschine müsst ihr in euren Formulierungen beachten. (Wer sich zur Thematik Suchmaschinenoptimierung Belesen möchte, kann das hier in unserem Blogartikel tun.)

Verwendet also bewusst vorab definierte Keywords in euren Formulierungen. Je weiter oben ein Schlüsselwort auf eurer Website steht, desto mehr Bedeutung misst Google diesem bei. Baut eure Texte inhaltlich also nach der Priorität eures Angebots auf.

User lesen nicht gern. Das kennt ihr von euch selbst, wenn ihr im Internet unterwegs seid. Der Besucher einer Website scannt die Seite viel eher nach bestimmten Begriffen ab. Schließlich wollen wir so schnell wie möglich zur gesuchten Information vordringen.
Lange Fließtexte sind für das Web also eher kontraproduktiv. Arbeitet stattdessen mit Absätzen, Markierungen und Aufzählungen, um eure Informationen übersichtlich und schnell verständlich zu übermitteln. Textet kurz, knapp und auf den Punkt.
Komplexere Themen solltet ihr zusätzlich mit Hilfe von Grafiken und Icons verständlich machen.

Hier findet ihr einige Beispiel-Seiten: 


Abschreiben erlaubt!

Ihr seht also, Text ist nicht gleich Text. Mit ein paar Worten könnt ihr unglaublich viel vermitteln. Neben den nackten Informationen, nämlich auch noch eine ganze Menge Subtext.

Beachtet unsere einfachen Hinweise für das Schreiben. So werdet ihr ganz schnell die alten, eingefahrenen Wege verlassen. Schreibt einfach so wie ihr sprecht. In einer Unterhaltung würdet ihr niemals einen Satz verwenden, der über vier Zeilen geht und den man erst nach dreimaligem Lesen versteht. Sprecht euch die Texte nach dem Schreiben laut vor. So hört ihr am ehesten, an welchen Stellen es noch hakelt.

Und das Wichtigste: Sprecht eure Kunden so an, wie ihr selbst angesprochen werden möchtet. So schreibt ihr euch und euren Lesern ein Lächeln ins Gesicht!



Donnerstag, 13. August 2015

Geboren um zu Sterben – Ein Werbekrimi (II)

Fortsetzung...

Das zwitschernde Vögelchen

„Nadine! Komm mal her. Hier gibt es jemandem, mit dem du dich unterhalten solltest“, rief Gitte mich über den Flur zu sich. Nach ein paar Schritten betrat ich ein schlichtes Büro. Meine Partnerin und eine junge Frau warteten dort auf mich.

„Ich habe mich bereits mit den Angestellten unterhalten. Die meisten konnten wenig bis nichts zu der Sache sagen. Das Gespräch mit Frau Christina Klein, der neuen Praktikantin von Pelotec, war da schon durchaus interessanter“, informierte Gitte mich.
Daraufhin trat sie näher an die junge Frau heran und ging vor ihr in die Hocke. „Erzähl meiner Partnerin einfach genau das, was du mir auch erzählt hast“, ermutigte Gitte die Praktikantin und lächelte ihr aufmunternd zu.

„Also.. ich arbeite erst seit 2 Wochen hier. Ich hatte Angst meinen Job zu verlieren“, stotterte sie nervös.
„Ganz ruhig Christina“, sagte ich. „Wieso hattest du Angst deinen Job zu verlieren?“
„Naja, ich hab letzte Woche etwas in Mr. Andersons Büro entdeckt. Er wies mich an, einige Unterlagen für ihn zu archivieren. Deshalb musste ich an den großen Rollcontainer. Und da, ganz hinten in der Ecke…“, die Stimme der Praktikantin wurde brüchig. Ihre Augen füllten sich mit Tränen und sie schlug ihre Hände vors Gesicht.
Gitte strich der jungen Frau langsam über den Rücken, bis sich das Schluchzen legte. „Ist schon ok Christina, wir wissen wie furchtbar so eine Erfahrung sein kann. Was hast du dann getan?“, fragte Gitte sie leise.

„Erst mal gar nichts. Ich war total geschockt und traute mich nicht, mit irgendjemandem darüber zu reden. Ich bin erst neu hier und würde bestimmt sofort gefeuert werden!
Aber nach ein paar Tagen wusste ich einfach, dass ich nicht damit leben könnte, die Sache nicht zu melden. Also habe ich mir das Handy eines Kollegen ausgeliehen, die Rufnummer-Übertragung deaktiviert und bei der Polizei angerufen.“
Verschämt senkte die junge Frau die Augen und starrte auf den grauen Teppichboden zwischen ihren Füßen.
„Sie brauchen sich keine Vorwürfe zu machen, Christina. Es war richtig von ihnen, den Fund zu melden“, beruhigte Gitte die immer noch sichtlich verunsicherte Angestellte.


 Auge in Auge

„Das erklärt so einiges“, sagte ich zu meiner Partnerin. Wir verließen das kleine Büro und machten uns auf den Weg zum Besprechungsraum, in dem Anderson auf uns wartete.
Ein Officer saß auf einem Stuhl vor der riesigen Glastür und laß Zeitung. Ich räusperte mich und wartete darauf, von dem Polizisten bemerkt zu werden. „Ja?“, fragte der betagte Kollege barsch.
„Wir wollen mit Anderson sprechen. Jetzt.“, ich deutete auf den Mann im maßgeschneiderten grauen Anzug auf der anderen Seite der Tür.

„Das kann ja sein, aber ich hab die Order niemanden zu diesem Typen zu lassen.“
Ich hielt ihm ohne ein weiteres Wort meine Marke vors Gesicht. „Oh..“, stieß er erschrocken aus, stand sofort auf und öffnete uns die Tür.
Wir betraten den hellen Konferenzraum. Die Fensterfront bot eine ganz ansehnliche Sicht über die Stadt. Dass Anderson nervös war, sah ich auf einen Blick. Der Mann schwitzte und rutschte unruhig auf dem dicken Polsterstuhl herum.

„Guten Tag Herr Anderson. Mein Name ist Special Agent Nadine Jürgen. Das ist meine Partnerin Special Agent Gitte Michel. Wir sind von der Abteilung Gewaltverbrechen gegenüber Werbemitteln“, sagte ich meine üblichen Einführungsworte auf.
„Ge..Ge..Gewaltverbrechen? Aber, aber… ich habe doch nichts getan! Was wollen Sie überhaupt von mir?“, stotterte der Angestellte mit bleichem Gesicht.
„In ihrem Büro wurde eine Werbeleiche gefunden, Herr Anderson. Mich würde interessieren, ob Sie uns das erklären können“, erwiderte ich völlig emotionslos.

„Sie meinen die uralte Imagebroschüre? Wie haben Sie denn davon erfahren?“
„Das tut nichts zur Sache, Herr Anderson.“ Langsam verlor ich die Geduld. „Wenn Sie uns nicht sofort sagen, was wir wissen wollen, können wir Sie auch gern mit in einen unserer Verhörräume nehmen. Und ich garantiere Ihnen, der hat nicht so eine schöne Aussicht.“
„Ok, ok..“ Anderson schlug die Augen nieder und starrte auf die Tischkante. Langsam und stockend begann er schließlich zu reden. „Ich wollte den Chef beeindrucken. So einfach ist das. Deshalb habe ich diese Imagebroschüre in Auftrag gegeben.“
Ich sagte nichts. In einer Verhörsituation ist die Stille oft das wirksamste Mittel, um Menschen zum Reden zu bringen.
Anderson machte zwar immer wieder längere Pausen zwischen den Sätzen, aber schließlich erzählte er uns alles.

„Unsere Kunden waren mir völlig egal. Mir war nur wichtig, dass die Pelotec GmbH im besten Licht dasteht“, flüsterte Anderson und begann leise zu schluchzen. 
„Sie geben also zu, dass Sie bei der Entwicklung der Broschüre nicht an den Nutzen für ihre Kunden gedacht haben?“, fragte ich den zusammengekrümmten Mann auf der anderen Seite des Tisches.
„Ja.“
 „Wegen ihrem Egoismus wurde viel Geld zum Fenster herausgeworfen. Statt ihrem Unternehmen zu helfen, haben Sie genau das Gegenteil erreicht. Sie haben der Pelotec GmbH geschadet.
Nur gut, dass die Broschüre so gut wie niemand zu sehen bekommen hat. Übersteigertes Eigenlob kann dem Image eines Unternehmens erheblich schaden. Glück im Unglück, Anderson.
Hatten Sie überhaupt einen Plan, wie das Heft zu ihren Kunden gelangen sollte?“

„Darüber hatte ich mir überhaupt keine Gedanken gemacht“, gestand Anderson kleinlaut.
Ich sah zu Gitte hinüber. „Andre Anderson, wir verhaften Sie wegen vorsätzlichem Mord an einer Broschüre und fahrlässiger Imageschädigung gegenüber der Pelotec GmbH. Sie haben das Recht zu Schweigen. Alles, was Sie ab jetzt sagen, kann gegen sie verwendet werden“, mit diesen Worten legte meine Partnerin dem Angestellten die Handschellen an.

Epilog

„Ich bin froh, dass wir den Fall so schnell aufklären konnten“, sagte ich zu Gitte als wir einige Stunden später wieder bei Barneys saßen.
„Ich auch. Die Beweise waren einfach zu erdrückend. Anderson blieb gar keine andere Wahl, als zu gestehen.
Ich hab vorhin erfahren, dass der Praktikantin, Christina Klein, ein fester Job bei Pelotec angeboten worden ist. Der Chef war wohl ziemlich beeindruckt von ihrer Courage.“

„Ehrlich? Oh das freut mich aber. Wie hast du denn davon erfahren?“
„Ach, Officer Johansen, der Hundeführer, hat mir vorhin eine Nachricht geschickt“, erklärte Gitte ziemlich beiläufig.

Ich sah sie mit großen Augen an. „Sag mal, was genau läuft da eigentlich zwischen dir und diesem Typen?“
Mit einem Lächeln auf den Lippen begann sie zu erzählen.


ENDE

Dienstag, 11. August 2015

Geboren um zu Sterben - Ein Werbekrimi (I)

Frühstück mit Unterbrechung

Der Tag fing ruhig an. Zu ruhig. Das war nie ein gutes Zeichen.
Wie üblich saß ich mit meiner Partnerin Special Agent Gitte Michel bei Barneys und trank einen großen Milchkaffee. Wir mochten den Laden. Die Sitzbänke waren bequem, der Kaffee schmeckte großartig und die Leute wollen unter sich bleiben.

Mit Gitte arbeite ich bereits seit 7 Jahren zusammen. Nach so langer Zeit kennt man die Stärken und Schwächen des anderen ganz genau. Wir sind ein gutes Team. Perfekt aufeinander abgestimmt. Eine Tatsache, die uns schon das ein oder andere Mal den Arsch gerettet hat. Wir arbeiten in der Abteilung für Gewaltverbrechen gegen Werbemittel.

Kein Job für schwache Nerven. Wir haben schon sehr viel kranken Scheiß gesehen. Aber nach einiger Zeit stumpft man ab. Das muss man auch, wenn man den Job dauerhaft machen will.
Gerade als ich mir den letzten Bissen meiner Waffel in den Mund schob, klingelte mein Telefon. „Perfektes Timing“, dachte ich bei mir und würgte den Teigklumpen runter. „Was gibt’s?“
Meine Stimme klang gereizt. Der Morgen war noch nie meine liebste Tageszeit.

Schweigend hörte ich dem Monolog des Officers am anderen Ende der Leitung zu.
„Scheiße“, dachte ich bei mir und warf Gitte einen stummen Blick über den Tisch zu. Es war nicht nötig etwas zu sagen. Sie wusste was los war. Wir hatten einen neuen Fall.
„Wir sind auf dem Weg“, brummte ich anstelle einer Verabschiedung und ließ das Telefon wieder in meine Tasche gleiten.
„Ich fahre“, sagte Gitte, schob sich ihre Ray Ban auf die Nase und war schon auf dem Weg nach draußen, als ich den letzten Schluck meines Milchkaffees hinunterschüttete.

 Des Pudels Kern

Im Auto nannte ich meiner Partnerin die Adresse. Der Verkehr zog sich wie ein zäher Kaugummi durch die Stadt. Gitte sprang geschickt in alle sich ergebenden Lücken und so erreichten wir zu meiner Überraschung bereits nach 20 Minuten unser Ziel. Die Pelotec GmbH.
Das Bürogebäude sah aus wie jedes andere. Glas und Stahl fügten sich zu einem wenig attraktiven Würfel zusammen. Wir betraten die Lobby durch eine riesige, rotierende Glastür und zückten unsere Ausweise.

„Special Agent Jürgen und Special Agent Michel. Wir werden erwartet“, sagte ich zu dem Beamten, der dazu abgestellt wurde, nur Befugte in die Nähe der Tatortes zu lassen.
„Geradeaus geht’s zu den Aufzügen, die Kollegen warten im 3. Stock auf Sie“ entgegnete der junge Mann nach einem kurzen Blick auf unsere Marken. Wir nickten ihm zu und gingen zügig auf die Aufzugtüren zu.

In der dritten Etage herrschte reges Gewimmel. „Ach, da sind die Damen ja endlich!“, empfing uns Inspector Schubert freundlich. Bei der Begrüßung verschwand meine Hand in seiner riesigen Pranke. „Haben Sie uns rufen lassen, Sir?“, fragte Gitte.
„Ja, ja, das war ich. Keine schöne Sache da drin. Ich dachte, ich könnte eure Hilfe gebrauchen“, murmelte der Inspector, während er sich mit den Fingern seinen Schnurbart entlangfuhr.
So angespannt hatte ich den Mann selten erlebt.

„Wer hat die Leiche gefunden?“, frage ich Schubert und blickte den langen Flur hinunter.
„Wir haben einen anonymen Tipp bekommen. Eine junge Frau. Wirkte ziemlich nervös am Telefon. Sie sagte wir sollten mal das Büro von Andre Anderson überprüfen.“
„Wer ist Anderson?“ Gitte hielt sich nicht lange mit Geplänkel auf, sondern kam immer direkt auf den Punkt.
„Ein leitender Angestellter hier bei Pelotec.“, antwortete der Inspector.
„Und wo ist der Typ jetzt?“
Der Inspector drehte sich um und zeigte den Gang hinunter: „Wir haben ihn in ein Besprechungszimmer gebracht. Dort wartet er darauf von euch verhört zu werden. Ein Beamter steht vor der Tür und passt auf, dass Anderson nicht versucht zu türmen.“
„Mmh... Konntet ihr herausfinden woher der Anruf kam?“, fragte ich und hatte bereits eine vage Ahnung.
Schubert nickte eifrig: „Unsere Techniker konnten den Anruf zu diesem Gebäude zurückverfolgen. Merkwürdiger Zufall, oder? Ihr solltet euch gleich mal etwas genauer mit den Angestellten unterhalten.“
„Würde mich nicht wundern, wenn wir eine nervöse junge Frau darunter finden“, entgegnete ich grinsend.

Der Inspector setzte seinen Bericht fort. „Nachdem der Tipp bei uns eingegangen ist, schickten wir gleich mal einen Schnüffler her. Officer Johansen mit seinem Hund Bronko-“
„Boris“, bemerkte Gitte sofort.
„Ähm, ja oder so.“ Der Inspector lächelte etwas verunsichert. „Jedenfalls unser Leichenspürhund Boris..“ –Schubert betonte den Namen des Tieres mit einem gütigen Blick auf Gitte – „..hat in Andersons Büro sofort angeschlagen. Direkt vor einem großen Rollcontainer.“

„Der Kleine ist einer der besten Spürhunde die ich kenne. Wenn nicht sogar der Beste“, sagte Gitte fast zu sich selbst. Meine Partnerin ist ein totaler Hundefreak. Für mich war es also keine Überraschung, dass sie so viel Wert auf den richtigen Namen des Tieres legte. Außerdem vermutete ich schon seit einer Weile, dass sie eine kleine Affäre mit Officer Johansen hat.

Wir verabschiedeten uns kurz vom Inspector und liefen in Richtung Zimmer 307, Andersons Büro. Der dicke, weiche Teppich dämpfte unsere raschen Schritte. 
„Was tun die hier eigentlich?“
„Ich glaube Pelotec macht irgendwas mit IT-Einrichtung und Datenverwaltung“, antwortete ich meiner Partnerin.
„Dann sollten wir also vom Schlimmsten ausgehen“, entgegnete Gitte mit einem tiefen Seufzer.
„Wenn du Glück hast, sind zumindest Johansen und sein Vierbeiner noch vor Ort“, sagte ich mit einem Zwinkern zu Gitte. Ich bemerkte ihr Grinsen, auch wenn sie es vor mir zu verbergen versuchte.

Kopfüber ins Vergnügen

Da standen wir nun. Im Büro von Andre Anderson. Um uns wuselten die Leute von der Spurensicherung. Der Gerichtsmediziner Dr. Daniel Broistedt war auch bereits da und steckte bis zum Hals in einem Rollcontainer, der in der hintersten Ecke von Andersons Büro stand.

„Ich guck mich erst mal um, rede du doch schon mal mit dem Doc“, sagte Gitte zu mir und wandte sich ab. Ich folgte ihr mit dem Blick und entdeckte Johansen. Gitte ging in die Hocke, begrüßte zuerst den Hund und zauberte ein Leckerli aus der Anzugtasche. Erst dann stand sie auf, um Johansen die Hand zu geben. Ich lächelte in mich hinein und trat näher an den Container.

„Hi Doc!“ Ich erhob meine Stimme, sodass der Mediziner mich bemerkte. Mit einem Ruck riss Broistedt den Kopf hoch und knallte an die obere Schrankwand. Fluchend rappelte er sich auf und rieb sich mit der Hand den Hinterkopf.
„Hallo Special Agent! Ich habe Sie gar nicht kommen hören.“ Lächelnd schüttelte ich dem Doc den Ellenbogen. Den latexbedeckten Händen wollte ich besser nicht zu nahe kommen. „Na was haben Sie da Schönes im Schrank entdeckt?“

„Die Leiche ist in keinem guten Zustand. Wenn ich mir die Staubentwicklung und die Beschaffenheit des Papiers ansehe, schätze ich, sie liegt hier schon seit über 7 Jahren.“
Ich verzog angewidert das Gesicht. Wie kann jemand nur jeden Tag zur Arbeit kommen und in aller Ruhe an diesem Schreibtisch sitzen, wenn er ganz genau weiß, dass hinter ihm eine Leiche vor sich hin fault? Eine Frage, auf die ich während der vielen Jahre in meinem Job immer noch keine Antwort gefunden habe.
„Ich war gerade dabei sie aus dem Schrank zu holen. Sie können gern hierbleiben und zusehen. Vielleicht kann ich Ihnen dann gleich mehr sagen.“
Mit diesen Worten war der Gerichtsmediziner auch schon wieder im Rollcontainer verschwunden. Als er wieder zum Vorschein kam, hielt Broistedt eine vergilbte Imagebroschüre der Pelotec GmbH in der Hand.
Er drehte das Heft langsam in den Händen und stockte plötzlich mitten in der Bewegung. „Da! Sehen Sie das?“

Ich trat näher und schaute Broistedt über die Schulter. Unten rechts auf dem Umschlag stand Januar 2008. „Da haben Sie mit ihrer Schätzung ja mal wieder genau richtig gelegen“, murmelte ich ihm zu, während ich die Broschüre genauer in Augenschein nahm.
„Können Sie mir schon etwas zur Todesursache sagen?“
„Das ist ohne genaue Untersuchung schwer festzumachen, aber die Indizien weisen auf Tod durch Belanglosigkeit hin. Mehr kann ich Ihnen in ein paar Stunden sagen. Ich lasse die Überreste sofort in mein Büro bringen und beginne dann unverzüglich mit der Untersuchung.“

„Danke Doc, das weiß ich sehr zu schätzen“, verabschiedete ich mich von Broistedt und sah mich nach Gitte um.

Weiter geht's am Donnerstag, den 13.08.2015 mit dem II. Teil unseres Werbekrimis! Nicht verpassen :)