Dienstag, 24. November 2015

Nicht abbiegen bitte!
Nein sagen auf der Straße zum Erfolg

Sackgasse

Vor einigen Monaten erhielten wir eine E-Mail mit der Bitte um Abgabe eines Angebots. Da mir die Informationen in der Mail aber nicht ausreichten, rief ich beim Kunden an und vereinbarte einen Termin zum Kennenlernen. Ein paar Tage später saß ich im Büro des Kunden. Um es kurz zu machen - Es lief nicht gut. Das Erstgespräch wurde schnell zu einem Streitgespräch, bei der jeder die nächste Argumentation gewinnen wollte.

Eins war klar: Ich und der Kunde passen nicht zusammen. Wir denken komplett anders, haben andere Vorstellungen von Unternehmensführung und Marketing und arbeiten nach anderen Grundsätzen.

Eine Zusammenarbeit kam verständlicher Weise nicht zustande. Der Kunde meldete sich nicht wieder bei uns und wir uns nicht bei ihm.
Vor ein paar Tagen erreichte uns eine Mail mit dem Betreff „Neuer Versuch?“. Der Unternehmer erklärt darin, warum für ihn eine Zusammenarbeit zur damaligen Zeit nicht in Frage gekommen ist. Und zwar sehr direkt und offen. Dass er Klartext spricht, rechne ich ihm hoch an. Nichts macht einen Arbeitsprozess ineffektiver als unehrliche Kommunikation.

Er führte weiter aus, dass er bei der Recherche nach Ideen immer wieder über unsere Agentur stolpert. Das Gefühl, das er beim Lesen unserer Website hat, sagt ja. Die bisher persönlich gemachten Erfahrungen nein. Aber nachdem jetzt ja bereits wieder einige Zeit vergangen ist, könnte man gegebenenfalls mal einen zweiten Versuch wagen.

Wenden verboten

Die Mail hat mich sehr überrascht. Damit hatte ich nicht gerechnet. Mit der Antwort ließ ich mir ein paar Tage Zeit. Nach reichlicher Überlegung bedankte ich mich für sein Schreiben und erläuterte, warum ich mich gegen eine erneute Zusammenarbeit entschieden habe.
Es hatte sich schließlich nichts an der Grundsituation geändert. Unsere Denkweisen passen immer noch nicht zusammen. Ich habe also nein gesagt. Zu einem Kunden! Ich hoffe, an dieser Stelle seid ihr ausreichend empört.

So etwas tut man schließlich nicht! Der Kunde ist doch König! Na euch muss es gut gehen, wenn ihr Kunden abweisen könnt!

Ungefähr so hört sich die übliche Reaktion von anderen Unternehmern an.
Ein befreundeter Grafikdesigner, der in einer Werbeagentur angestellt ist, machte große Augen. Er war ganz neidisch, dass wir diese Entscheidung treffen können. Als Angestellter muss er sich schließlich fügen. Natürlich hat man als Arbeitnehmer nicht die Freiheiten eines selbstständigen Unternehmers.

Dennoch sehe ich das Wort „nein“ nicht als Luxusantwort an. Nein ist ein sehr wichtiges Wort für Menschen, die ein langfristig erfolgreiches Unternehmen aufbauen und führen wollen.
Wir arbeiten schon von Beginn an nach dem Grundsatz, dass es für beide Parteien passen muss. Das heißt, nicht nur der Kunde entscheidet sich für unsere Agentur, sondern wir entscheiden uns auch für den Kunden.

Wir sind genau deshalb in der Lage so gute Arbeit zu erbringen, weil unsere Kunden uns und unserer Kompetenz vertrauen. Wichtigste Grundlage für Vertrauen sind ein gegenseitiges Grundverständnis und eine gleiche Wellenlänge. Wenn ich jedes Mal lange Diskussionen führen muss und gegen Wände renne, raubt mir das nur sehr viel Kraft. Zu wirklich guten und kreativen Ergebnissen kann so eine Zusammenarbeit nicht führen.

Die Route wird berechnet..

Als Unternehmer sollte man ein Ziel haben. Etwas, worauf man hinarbeitet. Auf dem Weg zu diesem Ziel werdet ihr immer wieder an Kreuzungen vorbeikommen. Bevor ihr irgendwo abbiegt, müsst ihr euch fragen, was ihr eigentlich wollt. Wo will ich mit meinem Unternehmen hin? Was will ich noch erreichen? Gerade Unternehmen, die bereits seit vielen Jahren auf dem Markt sind, vergessen oft, sich diese Fragen zu stellen. Wer immer nur mit gesenktem Kopf vor sich hinarbeitet, verliert irgendwann die Orientierung. Wer keinen Kompass hat, wird immer nur im Kreis laufen.
Um einen Schritt nach vorn zu gehen, ist es manchmal notwendig, Angebote auszuschlagen. Aufträge abzulehnen. Sich von Kunden zu trennen.

Und was ist, wenn ich gar nicht weiß wo ich hin will? Wie finde ich denn mein Ziel?

Macht euch klar, wo die Stärken und Schwächen eures Unternehmens liegen. Und seid ehrlich dabei. Es macht niemals Sinn sich selbst zu belügen. Wo liegen eure Kompetenzen? An welcher Arbeit habt ihr Spaß? In welchem Bereich seid ihr in der Lage, großartig zu sein? Baut auf diesen Überlegungen eure Positionierung auf. Konzentriert euch auf eure Qualitäten und lehnt Aufträge ab, die nicht zu eurem Unternehmen passen. Ihr wollt eure Kunden glücklich machen. Also konzentriert euch auf die Dinge, die ihr könnt.

Feintuning

Spannungen, Antipathie und Diskussionen kosten Kraft. Ablehnung, ständige Kritik an der Arbeit und fehlende Anerkennung der Leistung ziehen einen runter. Befreit euch von diesen Lasten.
Das gilt für Kunden und Geschäftspartner genauso wie für die Kollegen innerhalb des Unternehmens. Auch im Team muss die Wellenlänge stimmen. Ein positives Betriebsklima ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg eines Unternehmens.

Arbeitet also mit Menschen zusammen, die eure Arbeit schätzen und dankbar sind für eure Hilfe. Umgebt euch mit Personen, mit denen ihr gemeinsam vorwärts geht und die das gleiche Ziel verfolgen wie ihr.
Sagt auch nein zu Arbeiten, die euch schwer fallen oder nicht liegen. Delegiert diese Aufgaben innerhalb eures Teams oder gliedert sie an Externe aus. Befreit euch von dem Ballast, der euch bremst.

Ein positives Arbeitsumfeld macht einen stärker, besser und leistungsfähiger. Steckt eure volle Kraft und Leidenschaft in eure Kernkompetenz. Macht die Arbeit, in der ihr großartig seid! Nur so könnt ihr richtig durchstarten.

Neuwagen

Ja ja.. Nein sagen. Das sagt sich immer so leicht. Als Existenzgründer kann man sich so einen Luxus nicht leisten. Da muss man schließlich alles annehmen, was einem so zwischen die Finger kommt.
Neiiiiiin! Bloß nicht! Ihr wollt schließlich schnell auf die Füße kommen und Erfolg haben. Wenn ihr euch mit Aufträgen belastet, die euch nicht liegen und an denen ihr keinen Spaß habt, werdet ihr auch keine gute Arbeit leisten. Der Kunden wird dann zurecht unzufrieden sein. Was euch unzufrieden macht.
Wenn ihr euch mit Kunden belastet, die eure Leistung nicht wertschätzen, nur an euch rumnörgeln und permanent eure Preise drücken wollen, werdet ihr genauso wenig glücklich. Diese Menschen saugen euch aus. Nehmen euch Kraft, Mut und Motivation.

Und was passiert, wenn ihr an Aufträgen arbeitet, die eurer Kompetenz entsprechen? Bei denen ihr über euch hinauswachsen könnt? Die euch Spaß machen und herausfordern? Und was glaubt ihr passiert, wenn ihr mit Menschen zusammenarbeitet, die euch wertschätzen und anspornen? Die begeistert von eurer Arbeit sind?

Ihr versteht was ich meine. Weicht nicht von eurem Weg ab, um im Sumpf stecken zu bleiben. Es ist kein Luxus nein zu sagen. Nein sagen zeugt von Stärke und Weitsichtigkeit. Haltet an euren Prinzipien fest. Lasst euch nicht verbiegen und hört auf euren Bauch. Der hat nämlich immer Recht.

Zielgerade

Auf dem Weg zum Erfolg werdet ihr an einige Abzweigungen vorbeikommen. Es liegt an euch, ob ihr abbiegt oder nicht. Ziele können sich verändern. Positionierungen können sich verschieben. Das sollten sie sogar! Die Welt verändert sich und ihr müsst euch mit ihr verändern. 
Dennoch sollte man einen Kompass haben, der einem die Richtung weist. Geht mit erhobenem Kopf durch die Welt und behaltet den Horizont im Auge. Räumt die Stolpersteine einen nach dem anderen aus dem Weg und lasst euch nicht davon abhalten, euer Ziel zu erreichen.

Was für euch und eurer Unternehmen am besten ist, kann euch niemand sagen. Die persönliche Straße zum Erfolg ist in keiner Karte verzeichnet. Die müsst ihr euch schon selber bauen.


Donnerstag, 15. Oktober 2015

Wir erstatten Anzeige!

3 Regeln für auffällige Anzeigen

Mist bleibt Mist

Die Anzeige – Eins der ältesten Werbemittel überhaupt. Seit es Zeitungen gibt, gibt es auch Anzeigen. Ist diese Werbeform daher überholt? Funktioniert eine Printanzeige überhaupt noch?
Wir hören von Unternehmern immer wieder „Anzeigen bringen absolut gar nichts. Das Geld kann man sich sparen.“
Ich lasse mir an der Stelle immer gern die entsprechende Anzeige zeigen. In fast jedem Fall muss ich bestätigen, dass es tatsächlich rausgeschmissenes Geld war. Einfach weil die Anzeige Mist ist. Schlecht gemachte Werbung funktioniert nicht. Ganz einfach. Dabei ist es völlig egal, ob es sich um eine Anzeige, einen Flyer, einen Radiospot oder ein Plakat handelt. Es liegt so gut wie nie am Werbekanal, dass der Erfolg ausbleibt. Sondern am schlecht gemachten Werbemittel.  (Zumindest wenn ihr vorher geklärt habt, dass ihr eure Zielgruppe über diesen Kanal überhaupt erreicht. Aber das setzen wir an dieser Stelle einfach mal voraus.)


Es war 1x…

https://christianeschaefer.wordpress.com/tag/angela-merkel/
Quelle
Man kann also nicht  pauschal sagen, dass Anzeigen nichts bringen. Wenn man sich an ein paar Regeln hält und eine gute Portion Kreativität dazu gibt, kann selbst eine einzelne Anzeige eine große Wirkung haben.
Kreativität verhält sich nämlich wie ein Virus. Ist eine Anzeige wirklich gut, genügt es bereits, sie ein einziges Mal zu schalten. 



Ein ganz berühmtes und auch schon betagtes Beispiel ist die großartige Sixt Anzeige: Angela Merkel mit Cabrio Frisur.

Natürlich wurde die Anzeige nach Veröffentlichung sofort abgemahnt und durfte nicht wieder geschalten werden. Es gab ja keine Genehmigung von Frau Merkel. Trotzdem ging das Motiv durch alle Medien und ist bis heute nicht vergessen.


Guerrilla Aktion der perlenmädchen
Wir nutzten 2008 einen ähnlichen Effekt, um in unserer Heimatstadt Wittstock direkt nach unserer Gründung ein paar Leute auf uns aufmerksam zu machen. Unsere Anzeige erschien nur ein einziges Mal, begleitend zu unserer Guerilla Aktion. Der Effekt war riesig. Noch 5 Jahre später wurden wir aufgrund dieser Anzeige von Unternehmern angerufen, die später zu unseren Kunden wurden. Also für uns hat sich die Investition gelohnt ;)












Das 1 mal 1 für eine gute Anzeige

Wie muss eine gute Anzeige also aufgebaut sein, um zu funktionieren? Wir haben euch dazu drei einfache Regeln zusammengestellt:

Weniger ist mehr

Umso weniger Informationen in eurer Anzeige enthalten sind, desto besser. Eine Anzeige sollte plakativ sein. Konzentriert euch auf ein Thema und versucht nicht euer komplettes Angebot darzustellen. Platziert so wenig Text wie möglich. Arbeitet am besten nur mit einer kurzen knackigen Headline.

Wenn ihr Fotos verwendet gilt das gleiche. Arbeitet nicht mit „Wimmelbildern“, sondern klaren, schnell erfassbaren Motiven.
Eine Anzeige ist nicht dazu gedacht umfangreiche Informationen zu übermitteln. Sie kann verwendet werden, um auf ein Thema aufmerksam zu machen. Bietet euren Lesern besser einen Weblink an, um genaueres zu erfahren.




Gut verpacken

Die meisten Anzeigen vermitteln einfach nur ganz direkt Informationen. Ohne zweite Ebene. Ohne Kreativität. Solche Annoncen sehen nur die Menschen, die sowieso gerade Interesse an dem entsprechenden Thema haben. Alle anderen übersehen sie einfach.
Investiert also besser etwas mehr Zeit und findet einen guten Aufmacher – eine kreative Leitidee. Dazu solltet ihr eure Botschaft verpacken. Sucht nach Analogien oder Vergleichen. Nutzt Metaphern und Wortspiele. Kombiniert Themen, die eigentlich nicht zusammengehören. Überrascht eure Zielgruppe!

Serviert eure Botschaft also nicht auf dem Silbertablett, sondern lasst eure Leser selbst denken, Pointen lösen und Metaphern entschlüsseln. So erreicht ihr sehr viel mehr Menschen und der Kreativ-Virus sorgt dafür, dass sich eure Botschaft eigendynamisch weiter verbreitet. Wir Menschen teilen nämlich sehr gern Dinge miteinander, die uns überraschen, zum Lachen bringen oder berühren.
Lasst auch mal bewusst Informationen weg. Das regt die Neugierde an. Die Leser müssen etwas Aufwand betreiben, um das Rätsel eurer Anzeige zu lösen. So bleibt eure Botschaft viel besser im Kopf.


Es gilt aber nicht „Auffallen um jeden Preis“! Das Motiv und die Tonalität eurer Anzeige müssen zu eurem Produkt/Leistung, zu eurem Unternehmen und zur Zielgruppe passen. Ansonsten kann es euch so ergehen, wie folgendes Beispiel zeigt:
Hier haben Angebot und Motiv nichts mit einander zu tun. Durch den „Schmuddel-Look“ geht die Seriosität komplett verloren. Das Unternehmen wirkt weder kompetent noch vertrauenswürdig. 


Umfeld beachten

Achtet auf die Umgebung, in der eure Anzeige platziert wird. Schaut euch die übliche Gestaltung der Seite oder des Anzeigenteils an. Was fällt euch auf? Es wimmelt vor kleinformatigen, bis an den Rand vollgeschriebenen Anzeigen. Aus einer Entfernung von 20cm sieht so ein Anzeigenteil eher wie eine gemusterte Tapete aus. So viel Text kann das menschliche Auge gar nicht erfassen.
Wenn ihr die ersten beiden Regeln beachtet, habt ihr die erste Hürde schon genommen. Eure Anzeige wird sich aus dem Gewusel auf jeden Fall abheben. Achtet also darauf, eure Anzeige nicht zu voll zu stopfen. Im Fachchinesisch spricht man von „whitespace“. Lasst eurem Text Luft zum Atmen.
Hier mal ein paar Beispiele für Anzeigen, die sich von ihrer Umgebung in einem überfüllten Anzeigenteil sehr gut abheben.


Anzeige für die Stadt Rheinsberg. Die Annonce erschien in einem Gastgeberverzeichnis der Mecklenburgischen Kleinseenplatte. Eine Broschüre voll kleinteiliger Anzeigen, Tabellen und Landschaftsfotos. Und mittendrin unsere reduzierte Anzeige mit viel whitespace. Made by perlenmädchen.


3D Küchenanzeige. So kreativ kann Zeitungswerbung sein! Einfach, simpel, auffällig. Da guckt jeder 2 mal hin. Quelle: Creative Guerilla Marketing


Sportsponsoring Anzeige der Sparkasse OPR. Eine Anzeige für den Wassersport. Der Folienlook sorgt dafür, dass das Auge hängen bleibt. Made by perlenmädchen.

Zeigt uns an!

Und jetzt seid ihr dran! Viel Spaß beim Gestalten kreativer und aufmerksamkeitsstarken Anzeigen. Ihr werdet den Werbeeffekt an den Reaktionen eurer Zielgruppe spüren. Garantiert.
Habt ihr Lust eure Anzeigen mit uns zu teilen? Wir freuen uns über Mails :)



Dienstag, 15. September 2015

Klartext – So schreibt ihr richtig!

Mehr als Worte

Flyer, Webseiten, Broschüren, Emails – Der Kontakt mit euren Kunden läuft größtenteils über das geschriebene Wort. Durch Text vermittelt ihr euer Angebot, eure Kompetenz, eure Werte und Arbeitsweisen. Er ist also ein entscheidendes Kommunikationsmittel. Mit der Art und Wiese, wie ihr kommuniziert, beeinflusst ihr euer Image. Die Menschen spiegeln das, was ihnen entgegengebracht wird.
Ist eure Unternehmenssprache eher konservativ und distanziert, werden eure Kunden euch genauso reserviert entgegen treten.

Ein Text hat immer 2 Ebenen. Die erste ist die Inhaltsebene, also der reine Informationsgehalt. Die zweite Ebene ist da schon spannender. Sie vermittelt Emotionen und Gefühle. Also alles was sprichwörtlich zwischen den Zeilen mitklingt. Viele Menschen vernachlässigen die zweite Ebene. Oft ist ihnen auch gar nicht bewusst, welchen Eindruck ihre Texte auf den Leser haben.

Von Mensch zu Mensch

Ihr seid ein Unternehmen und keine Behörde. Sprecht also freundlich und offen mit euren Kunden! Formuliert nicht zu förmlich und steif. Verwendet keine standardisierten Formulierungen und Floskeln. Sonst klingt eure Mail schnell nach einem maschinell erstellten Schreiben.

Aber sogar automatisch generierte Mails können Spaß machen! Hier mal ein zauberhaftes Beispiel einer Druckerei:

Hallo Gitte!
Hier ist Little MOO - der freundliche Druckroboter, der sich um Ihre Bestellung kümmert. Danke nochmal, es war toll, zu sehen, wie Ihre Designs entstanden sind. Ich kann Ihnen verraten, dass Big MOO Ihre Bestellung gedruckt hat und sie bald abgeschickt wird. Yay!

Euer Kunde sollte immer spüren, dass er nicht wie Massenware abgefertigt wird und mit einem echten Menschen spricht. Sprecht deshalb jeden Empfänger individuell an. Geht auf kleine Details ein, die der Interessent mit euch teilt. Ein paar nette Worte über das Wetter oder den Wohnort des Kunden kosten euch nicht viel Zeit, werden dem Empfänger aber ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
Wisst ihr was dadurch außerdem passiert? Ihr werdet auch Lächeln! Denn Kommunikation macht Spaß. Eure Kunden werden die Freundlichkeit, die ihr ihnen entgegenbringt erwidern.

Beispiel gefällig? Diese Mail haben wir vor ein paar Wochen erhalten:

Hallo die Damen!
Ich, Gymnasium-Wittstock-Absolvent von 1999 und derzeit in Potsdam lebend und arbeitend, mag eure Arbeit sehr.
Ich bin derzeit angestellt in Berlin, habe aber Ambitionen auf Selbständigkeit. Vielleicht passt es ja mal und ich kann mich bei euch vorstellen zwecks Konzepterarbeitung einer Internetpräsenz ...

Liebe Grüße,

Unsere Antwort:

Hallo XXX!
Vielen Dank für deine Mail und deine lieben Worte. Eine alte Wittstockerin und Gymi-Absolventin - das ist ja nett! Erst einmal herzlichen Glückwunsch zur Selbstständigkeit! Gerade zu Beginn ziemlich aufregend, aber wir versprechen dir, es lohnt sich :)
Wir können sehr gern einen Termin vereinbaren, um uns kennenzulernen und über dein Projekt zu sprechen.
Ich freue mich auf deine Rückmeldung und schicke viele Grüße ins wunderschöne Potsdam,

Ihr merkt, einen freundlichen Text zu schreiben, ist gar nicht so schwer. Verlasst einfach die alten Wege, verzichtet auf 08/15 Formulierungen und öffnet euch für die Menschen um euch herum. So zaubert ihr euch automatisch sehr viel mehr Spaß in euren Arbeitsalltag!

Der Werbetext

Postkarte für das Bier "Schlossgeflüster" aus Rheinsberg
Der direkte Kundenkontakt ist eine Sache, schreiben für Werbemittel nochmal eine ganz andere.

Wie oft hören wir den Satz: „Ach, texten können wir selbst. Wir brauchen nur die Grafik.“ Dabei müssen Grafik und Text eine Einheit bilden. Hand in Hand gehen. Zumindest wenn man ein Werbemittel haben möchte, das funktioniert.

Lange Schachtelsätze, komplizierte Formulierungen im Nominalstil und der unmotivierte Konjunktiv zerstören die Wirkung der schönsten Grafik.

Die bunten Farben und Formen ziehen erstmal das Auge des Betrachters an. Ist die Aufmerksamkeit eingefangen muss jedoch der Text übernehmen. Denn nur punktgenau gesetzte Worte und Formulierungen können Botschaften übermitteln, zu Handlungen aufrufen und Pointen zünden lassen.

Klare Gedanken = verständliche Texte

Bevor ihr anfangt einen Text zu schreiben, solltet ihr euch Gedanken über folgende Dinge machen

  •  Inhalte

-        Was will ich mit meinem Text sagen?
-        Welches Ziel/welche Handlung möchte ich beim Leser erreichen?

Kreativität scheitert oft an Planlosigkeit. Klingt widersprüchlich, ist aber so. Erst wenn ich ein Ziel habe, kann ich beginnen zu Schreiben. Ohne Ziel ersticken die eigenen Worte in der Unendlichkeit der Möglichkeiten. Macht euch also klar, was ihr sagen wollt und was euer Text erreichen soll. Erarbeitet euch zum Bespiel mit Stichworten und kurzen Textpassagen eine erste grobe Struktur.

  • Zielgruppe

-        Wer ist der Empfänger meines Textes?
-        Welchen Wissensstand hat der Empfänger über mein Thema?

Macht euch von Beginn an klar, wer der Empfänger eures Textes sein soll. Versetzt euch in diese Menschen hinein. Wichtigstes Ziel: Der Leser muss verstehen, was ihr von ihm wollt! Kommuniziert immer auf Augenhöhe.
Schreibt ihr an Laien, solltet ihr Fachchinesisch tunlichst vermeiden. Schreibt ihr an Experten können ein paar Fachwörter hier und da nicht schaden. So vermittelt ihr dem Leser gleich eure Kompetenz.

  • Tonalität

-        Wie möchte ich meine Zielgruppe ansprechen?
-        Welche Wirkung soll mein Text haben?

Eine wichtige Grundlage für einen gelungenen Text ist es, die Positionierung des eigenen Unternehmens zu kennen. Die Tonalität eurer Formulierungen sollte zu euch passen. Versucht nicht zu sein, wer ihr nicht seid. Verstellt euch nicht. Seid authentisch. Dann seid ihr auch glaubwürdig.

Wie wollt ihr eure Empfänger also ansprechen? Freundlich oder streng? Humorvoll oder ernsthaft? Wollt ihr neutral sein oder Stellung beziehen?

Eure Zielgruppe ist es oft gewohnt, auf eine bestimmte Art angesprochen zu werden. Gebt ihr eurem Text aber eine andere Tonalität, könnt ihr diese Menschen viel eher überraschen. Wollt ihr zum Beispiel Beamte erreichen, konfrontiert diese Menschen einfach mal mit Humor. Damit rechnen sie garantiert nicht ;) Allein deshalb werdet ihr mit eurem Werbemittel auffallen.

Euch sollte auch klar sein, für welches Medium ihr schreibt. Der Text muss in Umfang und Anmutung zum Werbemittel passen. Zum Beispiel hat ein Fließtext auf einem Plakat oder in einer Anzeige nichts zu suchen.

Flyer für die Fahrschule Reypa aus Wittstock
Bilder im Kopf

Werbetexte lesen muss Spaß machen! Lasst mit euren Worten Bilder im Kopf des Lesers entstehen. Nutzt dazu Wortspiele und Metaphern. Lasst euren Empfänger kleine Rätsel lösen und Pointen entdecken. Benutzt Analogien, um euer Thema in einen überraschenden Kontext zu setzen.






Hier ein paar wichtige Grundregeln:
  • Schreibt kurze Sätze - immer eine Aussage nach der anderen
  • Benutzt Verben und Adjektive
  • Verzichtet auf Substantivierungen
  • Lasst Füllwörter und Floskeln weg
  • Formuliert aktiv und motivierend - nutzt Aufforderungen
  • Verzichtet auf passiv-Formulierungen und den Konjunktiv


Eine Anzeige für einen Friseur in der Abitur-Beilage der Tageszeitung:



Text für eine Weihnachtskarte des Reisebüro Globus aus Neuruppin:

Sie träumen nicht von weißen Weihnachten, sondern weißen Sandstränden?
Statt Glockenklingen hören Sie Wellenrauschen?
 
Ganz klar: Sie haben Fernweh! Erfüllen Sie sich ihre Urlaubswünsche und buchen Sie bereits jetzt für 2015. Oder beschenken Sie sich und ihre Lieben mit einem Reisegutschein! Wir beraten Sie gern.
Das Reisebüro Globus wünscht Ihnen frohe Weihnachten und ein urlaubsreiches Jahr 2015!

P.S.: Der Weihnachtsmann ist übrigens gerade Surfen. Und zwar auf unserer neuen Website!
Urlaubs-Schnäppchen, Inspirationen und Reiseberichte: www.reisebuero-globus.de
Schneien Sie doch mal vorbei! Wir sind gespannt auf ihre Meinung!


Sport-Sponsoring Anzeige für die Sparkasse Ostprignitz-Ruppin:

Sport-Sponsoring Anzeige für die Sparkasse Ostprignitz-Ruppin


Der Webtext

Zum Schluss möchte ich noch kurz auf Texten für das Internet eingehen. Webtexte schreibt ihr in erster Linie natürlich für den User. Aber auch die „Denkweise“ einer Suchmaschine müsst ihr in euren Formulierungen beachten. (Wer sich zur Thematik Suchmaschinenoptimierung Belesen möchte, kann das hier in unserem Blogartikel tun.)

Verwendet also bewusst vorab definierte Keywords in euren Formulierungen. Je weiter oben ein Schlüsselwort auf eurer Website steht, desto mehr Bedeutung misst Google diesem bei. Baut eure Texte inhaltlich also nach der Priorität eures Angebots auf.

User lesen nicht gern. Das kennt ihr von euch selbst, wenn ihr im Internet unterwegs seid. Der Besucher einer Website scannt die Seite viel eher nach bestimmten Begriffen ab. Schließlich wollen wir so schnell wie möglich zur gesuchten Information vordringen.
Lange Fließtexte sind für das Web also eher kontraproduktiv. Arbeitet stattdessen mit Absätzen, Markierungen und Aufzählungen, um eure Informationen übersichtlich und schnell verständlich zu übermitteln. Textet kurz, knapp und auf den Punkt.
Komplexere Themen solltet ihr zusätzlich mit Hilfe von Grafiken und Icons verständlich machen.

Hier findet ihr einige Beispiel-Seiten: 


Abschreiben erlaubt!

Ihr seht also, Text ist nicht gleich Text. Mit ein paar Worten könnt ihr unglaublich viel vermitteln. Neben den nackten Informationen, nämlich auch noch eine ganze Menge Subtext.

Beachtet unsere einfachen Hinweise für das Schreiben. So werdet ihr ganz schnell die alten, eingefahrenen Wege verlassen. Schreibt einfach so wie ihr sprecht. In einer Unterhaltung würdet ihr niemals einen Satz verwenden, der über vier Zeilen geht und den man erst nach dreimaligem Lesen versteht. Sprecht euch die Texte nach dem Schreiben laut vor. So hört ihr am ehesten, an welchen Stellen es noch hakelt.

Und das Wichtigste: Sprecht eure Kunden so an, wie ihr selbst angesprochen werden möchtet. So schreibt ihr euch und euren Lesern ein Lächeln ins Gesicht!



Donnerstag, 13. August 2015

Geboren um zu Sterben – Ein Werbekrimi (II)

Fortsetzung...

Das zwitschernde Vögelchen

„Nadine! Komm mal her. Hier gibt es jemandem, mit dem du dich unterhalten solltest“, rief Gitte mich über den Flur zu sich. Nach ein paar Schritten betrat ich ein schlichtes Büro. Meine Partnerin und eine junge Frau warteten dort auf mich.

„Ich habe mich bereits mit den Angestellten unterhalten. Die meisten konnten wenig bis nichts zu der Sache sagen. Das Gespräch mit Frau Christina Klein, der neuen Praktikantin von Pelotec, war da schon durchaus interessanter“, informierte Gitte mich.
Daraufhin trat sie näher an die junge Frau heran und ging vor ihr in die Hocke. „Erzähl meiner Partnerin einfach genau das, was du mir auch erzählt hast“, ermutigte Gitte die Praktikantin und lächelte ihr aufmunternd zu.

„Also.. ich arbeite erst seit 2 Wochen hier. Ich hatte Angst meinen Job zu verlieren“, stotterte sie nervös.
„Ganz ruhig Christina“, sagte ich. „Wieso hattest du Angst deinen Job zu verlieren?“
„Naja, ich hab letzte Woche etwas in Mr. Andersons Büro entdeckt. Er wies mich an, einige Unterlagen für ihn zu archivieren. Deshalb musste ich an den großen Rollcontainer. Und da, ganz hinten in der Ecke…“, die Stimme der Praktikantin wurde brüchig. Ihre Augen füllten sich mit Tränen und sie schlug ihre Hände vors Gesicht.
Gitte strich der jungen Frau langsam über den Rücken, bis sich das Schluchzen legte. „Ist schon ok Christina, wir wissen wie furchtbar so eine Erfahrung sein kann. Was hast du dann getan?“, fragte Gitte sie leise.

„Erst mal gar nichts. Ich war total geschockt und traute mich nicht, mit irgendjemandem darüber zu reden. Ich bin erst neu hier und würde bestimmt sofort gefeuert werden!
Aber nach ein paar Tagen wusste ich einfach, dass ich nicht damit leben könnte, die Sache nicht zu melden. Also habe ich mir das Handy eines Kollegen ausgeliehen, die Rufnummer-Übertragung deaktiviert und bei der Polizei angerufen.“
Verschämt senkte die junge Frau die Augen und starrte auf den grauen Teppichboden zwischen ihren Füßen.
„Sie brauchen sich keine Vorwürfe zu machen, Christina. Es war richtig von ihnen, den Fund zu melden“, beruhigte Gitte die immer noch sichtlich verunsicherte Angestellte.


 Auge in Auge

„Das erklärt so einiges“, sagte ich zu meiner Partnerin. Wir verließen das kleine Büro und machten uns auf den Weg zum Besprechungsraum, in dem Anderson auf uns wartete.
Ein Officer saß auf einem Stuhl vor der riesigen Glastür und laß Zeitung. Ich räusperte mich und wartete darauf, von dem Polizisten bemerkt zu werden. „Ja?“, fragte der betagte Kollege barsch.
„Wir wollen mit Anderson sprechen. Jetzt.“, ich deutete auf den Mann im maßgeschneiderten grauen Anzug auf der anderen Seite der Tür.

„Das kann ja sein, aber ich hab die Order niemanden zu diesem Typen zu lassen.“
Ich hielt ihm ohne ein weiteres Wort meine Marke vors Gesicht. „Oh..“, stieß er erschrocken aus, stand sofort auf und öffnete uns die Tür.
Wir betraten den hellen Konferenzraum. Die Fensterfront bot eine ganz ansehnliche Sicht über die Stadt. Dass Anderson nervös war, sah ich auf einen Blick. Der Mann schwitzte und rutschte unruhig auf dem dicken Polsterstuhl herum.

„Guten Tag Herr Anderson. Mein Name ist Special Agent Nadine Jürgen. Das ist meine Partnerin Special Agent Gitte Michel. Wir sind von der Abteilung Gewaltverbrechen gegenüber Werbemitteln“, sagte ich meine üblichen Einführungsworte auf.
„Ge..Ge..Gewaltverbrechen? Aber, aber… ich habe doch nichts getan! Was wollen Sie überhaupt von mir?“, stotterte der Angestellte mit bleichem Gesicht.
„In ihrem Büro wurde eine Werbeleiche gefunden, Herr Anderson. Mich würde interessieren, ob Sie uns das erklären können“, erwiderte ich völlig emotionslos.

„Sie meinen die uralte Imagebroschüre? Wie haben Sie denn davon erfahren?“
„Das tut nichts zur Sache, Herr Anderson.“ Langsam verlor ich die Geduld. „Wenn Sie uns nicht sofort sagen, was wir wissen wollen, können wir Sie auch gern mit in einen unserer Verhörräume nehmen. Und ich garantiere Ihnen, der hat nicht so eine schöne Aussicht.“
„Ok, ok..“ Anderson schlug die Augen nieder und starrte auf die Tischkante. Langsam und stockend begann er schließlich zu reden. „Ich wollte den Chef beeindrucken. So einfach ist das. Deshalb habe ich diese Imagebroschüre in Auftrag gegeben.“
Ich sagte nichts. In einer Verhörsituation ist die Stille oft das wirksamste Mittel, um Menschen zum Reden zu bringen.
Anderson machte zwar immer wieder längere Pausen zwischen den Sätzen, aber schließlich erzählte er uns alles.

„Unsere Kunden waren mir völlig egal. Mir war nur wichtig, dass die Pelotec GmbH im besten Licht dasteht“, flüsterte Anderson und begann leise zu schluchzen. 
„Sie geben also zu, dass Sie bei der Entwicklung der Broschüre nicht an den Nutzen für ihre Kunden gedacht haben?“, fragte ich den zusammengekrümmten Mann auf der anderen Seite des Tisches.
„Ja.“
 „Wegen ihrem Egoismus wurde viel Geld zum Fenster herausgeworfen. Statt ihrem Unternehmen zu helfen, haben Sie genau das Gegenteil erreicht. Sie haben der Pelotec GmbH geschadet.
Nur gut, dass die Broschüre so gut wie niemand zu sehen bekommen hat. Übersteigertes Eigenlob kann dem Image eines Unternehmens erheblich schaden. Glück im Unglück, Anderson.
Hatten Sie überhaupt einen Plan, wie das Heft zu ihren Kunden gelangen sollte?“

„Darüber hatte ich mir überhaupt keine Gedanken gemacht“, gestand Anderson kleinlaut.
Ich sah zu Gitte hinüber. „Andre Anderson, wir verhaften Sie wegen vorsätzlichem Mord an einer Broschüre und fahrlässiger Imageschädigung gegenüber der Pelotec GmbH. Sie haben das Recht zu Schweigen. Alles, was Sie ab jetzt sagen, kann gegen sie verwendet werden“, mit diesen Worten legte meine Partnerin dem Angestellten die Handschellen an.

Epilog

„Ich bin froh, dass wir den Fall so schnell aufklären konnten“, sagte ich zu Gitte als wir einige Stunden später wieder bei Barneys saßen.
„Ich auch. Die Beweise waren einfach zu erdrückend. Anderson blieb gar keine andere Wahl, als zu gestehen.
Ich hab vorhin erfahren, dass der Praktikantin, Christina Klein, ein fester Job bei Pelotec angeboten worden ist. Der Chef war wohl ziemlich beeindruckt von ihrer Courage.“

„Ehrlich? Oh das freut mich aber. Wie hast du denn davon erfahren?“
„Ach, Officer Johansen, der Hundeführer, hat mir vorhin eine Nachricht geschickt“, erklärte Gitte ziemlich beiläufig.

Ich sah sie mit großen Augen an. „Sag mal, was genau läuft da eigentlich zwischen dir und diesem Typen?“
Mit einem Lächeln auf den Lippen begann sie zu erzählen.


ENDE

Dienstag, 11. August 2015

Geboren um zu Sterben - Ein Werbekrimi (I)

Frühstück mit Unterbrechung

Der Tag fing ruhig an. Zu ruhig. Das war nie ein gutes Zeichen.
Wie üblich saß ich mit meiner Partnerin Special Agent Gitte Michel bei Barneys und trank einen großen Milchkaffee. Wir mochten den Laden. Die Sitzbänke waren bequem, der Kaffee schmeckte großartig und die Leute wollen unter sich bleiben.

Mit Gitte arbeite ich bereits seit 7 Jahren zusammen. Nach so langer Zeit kennt man die Stärken und Schwächen des anderen ganz genau. Wir sind ein gutes Team. Perfekt aufeinander abgestimmt. Eine Tatsache, die uns schon das ein oder andere Mal den Arsch gerettet hat. Wir arbeiten in der Abteilung für Gewaltverbrechen gegen Werbemittel.

Kein Job für schwache Nerven. Wir haben schon sehr viel kranken Scheiß gesehen. Aber nach einiger Zeit stumpft man ab. Das muss man auch, wenn man den Job dauerhaft machen will.
Gerade als ich mir den letzten Bissen meiner Waffel in den Mund schob, klingelte mein Telefon. „Perfektes Timing“, dachte ich bei mir und würgte den Teigklumpen runter. „Was gibt’s?“
Meine Stimme klang gereizt. Der Morgen war noch nie meine liebste Tageszeit.

Schweigend hörte ich dem Monolog des Officers am anderen Ende der Leitung zu.
„Scheiße“, dachte ich bei mir und warf Gitte einen stummen Blick über den Tisch zu. Es war nicht nötig etwas zu sagen. Sie wusste was los war. Wir hatten einen neuen Fall.
„Wir sind auf dem Weg“, brummte ich anstelle einer Verabschiedung und ließ das Telefon wieder in meine Tasche gleiten.
„Ich fahre“, sagte Gitte, schob sich ihre Ray Ban auf die Nase und war schon auf dem Weg nach draußen, als ich den letzten Schluck meines Milchkaffees hinunterschüttete.

 Des Pudels Kern

Im Auto nannte ich meiner Partnerin die Adresse. Der Verkehr zog sich wie ein zäher Kaugummi durch die Stadt. Gitte sprang geschickt in alle sich ergebenden Lücken und so erreichten wir zu meiner Überraschung bereits nach 20 Minuten unser Ziel. Die Pelotec GmbH.
Das Bürogebäude sah aus wie jedes andere. Glas und Stahl fügten sich zu einem wenig attraktiven Würfel zusammen. Wir betraten die Lobby durch eine riesige, rotierende Glastür und zückten unsere Ausweise.

„Special Agent Jürgen und Special Agent Michel. Wir werden erwartet“, sagte ich zu dem Beamten, der dazu abgestellt wurde, nur Befugte in die Nähe der Tatortes zu lassen.
„Geradeaus geht’s zu den Aufzügen, die Kollegen warten im 3. Stock auf Sie“ entgegnete der junge Mann nach einem kurzen Blick auf unsere Marken. Wir nickten ihm zu und gingen zügig auf die Aufzugtüren zu.

In der dritten Etage herrschte reges Gewimmel. „Ach, da sind die Damen ja endlich!“, empfing uns Inspector Schubert freundlich. Bei der Begrüßung verschwand meine Hand in seiner riesigen Pranke. „Haben Sie uns rufen lassen, Sir?“, fragte Gitte.
„Ja, ja, das war ich. Keine schöne Sache da drin. Ich dachte, ich könnte eure Hilfe gebrauchen“, murmelte der Inspector, während er sich mit den Fingern seinen Schnurbart entlangfuhr.
So angespannt hatte ich den Mann selten erlebt.

„Wer hat die Leiche gefunden?“, frage ich Schubert und blickte den langen Flur hinunter.
„Wir haben einen anonymen Tipp bekommen. Eine junge Frau. Wirkte ziemlich nervös am Telefon. Sie sagte wir sollten mal das Büro von Andre Anderson überprüfen.“
„Wer ist Anderson?“ Gitte hielt sich nicht lange mit Geplänkel auf, sondern kam immer direkt auf den Punkt.
„Ein leitender Angestellter hier bei Pelotec.“, antwortete der Inspector.
„Und wo ist der Typ jetzt?“
Der Inspector drehte sich um und zeigte den Gang hinunter: „Wir haben ihn in ein Besprechungszimmer gebracht. Dort wartet er darauf von euch verhört zu werden. Ein Beamter steht vor der Tür und passt auf, dass Anderson nicht versucht zu türmen.“
„Mmh... Konntet ihr herausfinden woher der Anruf kam?“, fragte ich und hatte bereits eine vage Ahnung.
Schubert nickte eifrig: „Unsere Techniker konnten den Anruf zu diesem Gebäude zurückverfolgen. Merkwürdiger Zufall, oder? Ihr solltet euch gleich mal etwas genauer mit den Angestellten unterhalten.“
„Würde mich nicht wundern, wenn wir eine nervöse junge Frau darunter finden“, entgegnete ich grinsend.

Der Inspector setzte seinen Bericht fort. „Nachdem der Tipp bei uns eingegangen ist, schickten wir gleich mal einen Schnüffler her. Officer Johansen mit seinem Hund Bronko-“
„Boris“, bemerkte Gitte sofort.
„Ähm, ja oder so.“ Der Inspector lächelte etwas verunsichert. „Jedenfalls unser Leichenspürhund Boris..“ –Schubert betonte den Namen des Tieres mit einem gütigen Blick auf Gitte – „..hat in Andersons Büro sofort angeschlagen. Direkt vor einem großen Rollcontainer.“

„Der Kleine ist einer der besten Spürhunde die ich kenne. Wenn nicht sogar der Beste“, sagte Gitte fast zu sich selbst. Meine Partnerin ist ein totaler Hundefreak. Für mich war es also keine Überraschung, dass sie so viel Wert auf den richtigen Namen des Tieres legte. Außerdem vermutete ich schon seit einer Weile, dass sie eine kleine Affäre mit Officer Johansen hat.

Wir verabschiedeten uns kurz vom Inspector und liefen in Richtung Zimmer 307, Andersons Büro. Der dicke, weiche Teppich dämpfte unsere raschen Schritte. 
„Was tun die hier eigentlich?“
„Ich glaube Pelotec macht irgendwas mit IT-Einrichtung und Datenverwaltung“, antwortete ich meiner Partnerin.
„Dann sollten wir also vom Schlimmsten ausgehen“, entgegnete Gitte mit einem tiefen Seufzer.
„Wenn du Glück hast, sind zumindest Johansen und sein Vierbeiner noch vor Ort“, sagte ich mit einem Zwinkern zu Gitte. Ich bemerkte ihr Grinsen, auch wenn sie es vor mir zu verbergen versuchte.

Kopfüber ins Vergnügen

Da standen wir nun. Im Büro von Andre Anderson. Um uns wuselten die Leute von der Spurensicherung. Der Gerichtsmediziner Dr. Daniel Broistedt war auch bereits da und steckte bis zum Hals in einem Rollcontainer, der in der hintersten Ecke von Andersons Büro stand.

„Ich guck mich erst mal um, rede du doch schon mal mit dem Doc“, sagte Gitte zu mir und wandte sich ab. Ich folgte ihr mit dem Blick und entdeckte Johansen. Gitte ging in die Hocke, begrüßte zuerst den Hund und zauberte ein Leckerli aus der Anzugtasche. Erst dann stand sie auf, um Johansen die Hand zu geben. Ich lächelte in mich hinein und trat näher an den Container.

„Hi Doc!“ Ich erhob meine Stimme, sodass der Mediziner mich bemerkte. Mit einem Ruck riss Broistedt den Kopf hoch und knallte an die obere Schrankwand. Fluchend rappelte er sich auf und rieb sich mit der Hand den Hinterkopf.
„Hallo Special Agent! Ich habe Sie gar nicht kommen hören.“ Lächelnd schüttelte ich dem Doc den Ellenbogen. Den latexbedeckten Händen wollte ich besser nicht zu nahe kommen. „Na was haben Sie da Schönes im Schrank entdeckt?“

„Die Leiche ist in keinem guten Zustand. Wenn ich mir die Staubentwicklung und die Beschaffenheit des Papiers ansehe, schätze ich, sie liegt hier schon seit über 7 Jahren.“
Ich verzog angewidert das Gesicht. Wie kann jemand nur jeden Tag zur Arbeit kommen und in aller Ruhe an diesem Schreibtisch sitzen, wenn er ganz genau weiß, dass hinter ihm eine Leiche vor sich hin fault? Eine Frage, auf die ich während der vielen Jahre in meinem Job immer noch keine Antwort gefunden habe.
„Ich war gerade dabei sie aus dem Schrank zu holen. Sie können gern hierbleiben und zusehen. Vielleicht kann ich Ihnen dann gleich mehr sagen.“
Mit diesen Worten war der Gerichtsmediziner auch schon wieder im Rollcontainer verschwunden. Als er wieder zum Vorschein kam, hielt Broistedt eine vergilbte Imagebroschüre der Pelotec GmbH in der Hand.
Er drehte das Heft langsam in den Händen und stockte plötzlich mitten in der Bewegung. „Da! Sehen Sie das?“

Ich trat näher und schaute Broistedt über die Schulter. Unten rechts auf dem Umschlag stand Januar 2008. „Da haben Sie mit ihrer Schätzung ja mal wieder genau richtig gelegen“, murmelte ich ihm zu, während ich die Broschüre genauer in Augenschein nahm.
„Können Sie mir schon etwas zur Todesursache sagen?“
„Das ist ohne genaue Untersuchung schwer festzumachen, aber die Indizien weisen auf Tod durch Belanglosigkeit hin. Mehr kann ich Ihnen in ein paar Stunden sagen. Ich lasse die Überreste sofort in mein Büro bringen und beginne dann unverzüglich mit der Untersuchung.“

„Danke Doc, das weiß ich sehr zu schätzen“, verabschiedete ich mich von Broistedt und sah mich nach Gitte um.

Weiter geht's am Donnerstag, den 13.08.2015 mit dem II. Teil unseres Werbekrimis! Nicht verpassen :)

Montag, 13. Juli 2015

Perlenpraktikum 



Hallo,
ich bin Pia, die neue Praktikantenperle und darf diese Woche eine Art Tagebuch für euch schreiben, um euch zu berichten, was ich hier mache und wie es mir in der Zeit bei den Perlenmädchen ergeht.

Ach du Schreck- Vorbereitungen laufen


Heute war mein erster Tag und ich wurde gleich in die Welt der Werbung und des Marketings von Nadine eingeführt. Nächste Woche steht ja der 7te Geburtstag der Agentur an und da laufen die Vorbereitungen natürlich in vollem Gange. Das heißt, es steht viel Arbeit für die nächsten Tage an. Eine Aufgabe meines heutigen Tages war es, die Briefumschläge für die Grußkarten, die noch diese Woche rausgehen sollen, zu gestalten. Es wurde experimentiert bis zum geht nicht mehr. Ziel war es, die Karten so eklig und dreckig zu gestalten wie möglich.

Hört sich einfach an, ist es aber nicht. Die Umschläge waren wohl beschichtet, sodass es schwierig war, sie “erschreckend anderes“ aussehen zu lassen. Schließlich haben wir es dann mit viiiiieeeeelll Kaffee probiert und blauer Tinte. Und es hat funktioniert, wenn auch mit viel Zeitaufwand.


Danach haben wir uns die fertigen Entwürfe von Gitte für die Internetseite der Stadtwerke Neuruppin angeschaut. Morgen früh haben wir das Meeting mit dem Kunden in Neuruppin. Und wenn sie ein Design besonders gut finden, können sie sich gleich für dieses entscheiden. Natürlich können sie noch Sachen korrigieren und umändern lassen. Alles variabel.





The first Meeting


Früh übt sich. Heute ging es schon um kurz nach acht in Richtung Neuruppin. Es war das erste mal für mich, dass ich bei einem Meeting dabei war. Durch die ganzen Filme hatte ich wohl die Befürchtung, dass die Menschen dort sehr verklemmt sind. Das war dann aber Gott sei Dank nicht der Fall.
Nadine hat den Leuten vom Stadtwerk ihre Ideen und Überlegungen verständlich erklärt und ich habe mich am Protokoll schreiben versucht. Was mögen sie? Was fällt ganz raus? Was wurde vergessen?
Den Kunden hat man eine positive Resonanz zu dem einen oder anderen Entwurf angemerkt, jedoch entscheiden im Endeffekt die Geschäftsleiter, die bei der Besprechung aber nicht anwesend waren. Fazit der Besprechung war, dass sie zwei der Entwürfe favorisiert haben und Nadine nächste Woche diese bei den Geschäftsführern vorstellen wird.


Des Weiteren habe ich noch weiter an den Briefumschlägen gearbeitet. Nachdem sie getrocknet waren, konnte ich sie beschriften. Die Grußkarten waren schon vorbestellt, so musste ich nur noch die Karten falten. Den erschreckenden Effekt, der noch fehlte, musste ich erst einmal aufdrehen. Um was es sich genau handelt, verrate ich hier aber noch nicht ;)




Das Ergebnis scheint auch der Perlenkatze zu gefallen :p


Mein *Fundstück der Woche*


















An meinem letzten Praktikumstag habe ich nach passenden Fundstücken der Woche gesucht. Für alle, die vom Fundstück der Woche noch nichts gehört haben: Das Fundstück der Woche ist eine Idee der Perlenmädchen. Jede Woche erscheint ein neues Bild oder Video aus dem Bereich lustige Werbungen, besonders schlechte Werbungen, oder einfach interessante Beiträge aus dem Bereich Marketing und Design. Ich habe mich jetzt für ein Video von Evian Trinkwasser entschieden. Es ist einerseits urkomisch, wie sich die Bürger in dem Schaufenster als Babys wiedererkennen und andrerseist regt der Song zum Mitsingen und auch zum Tanzen an, sodass Evian Wasser als "Verjüngungmittel" im Gedächtnis bleibt.


Mein Fazit


Zusammenfassend war die Woche genau das Richtige für mich um herauszufinden, ob Werbung etwas für mich ist. Diese Frage kann ich mit einem JA beantworten. Ob mein späterer Beruf in diese Richtung gehen wird ist nicht abzusehen, aber auf jeden Fall sollte er etwas mit Design zu tun haben und da ist Werbung ja ziemlich nah dran. Deshalb schließe ich es nicht aus, später einmal in der Werbebranche zu arbeiten. 


Donnerstag, 18. Juni 2015




Iiih! Ist das ansteckend?!
Viralität im World Wide Web

Ansteckungsgefahr.

Unter Viralität versteht man die schnelle Verbreitung einer Meldung über die Sozialen Medien. Der Content erreicht innerhalb kürzester Zeit eine Vielzahl von Menschen. Wird geklickt, mit "Gefällt mir" markiert und geteilt. Dieser Vorgang ist vergleichbar mit dem Ausbruch einer Viruserkrankung. Viralität wurde erst durch das Web 2.0 möglich. Menschen sind weltweit vernetzt und interagieren miteinander. Ohne Barrieren. Die perfekte Basis, um einen Virus zu verbreiten…

Der Grad der Viralität einer Meldung kann durch diverse Faktoren bestimmt werden. Dazu zählen die Beitragsreichweite, die Anzahl der Klicks, die Menge der „Gefällt mir“ Angaben und die Häufigkeit des Teilens. Je intensiver ein User mit dem Content (Inhalt) interagiert, desto größer ist die Verbreitung des Beitrags. Habt ihr zum Beispiel einen Beitrag gesehen, erhöht ihr damit die Beitragsreichweite. Wenn ihr diesen Inhalt jedoch nicht mit „Gefällt mir“ markiert oder teilt, sorgt ihr nicht für eine weitere Verbreitung. Euch hat vielleicht nicht gefallen, was ihr gesehen habt, konntet nicht berührt oder belustigt werden. Ihr seid anscheinend immun gegen den Virus.

Klickt ihr aber auf „Gefällt mir“, gebt ihr den Virus bereits weiter. Eure Follower bzw. Social Media Freunde sehen dann, dass ihr einen Beitrag positiv bewertet habt. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand auch auf den Beitrag klickt, ist ziemlich hoch. Umso enger ihr befreundet seid, desto höher. Studien haben belegt, dass wir sehr viel häufiger auf Beiträge klicken, die ein guter Freund empfohlen hat, als auf Fremdinhalte.

Noch mehr Wertigkeit hat jedoch ein „Share“. Ein „Gefällt mir“ ist nur flüchtig und wird nur kurzzeitig in der Timeline angezeigt. Teilt ihr einen Beitrag auf eurem Profil oder auf dem eines Freundes erstellt ihr somit einen dauerhaften Eintrag. Es werden also mit der Zeit sehr viel mehr Personen über diesen Beitrag stolpern. Für eine große Verbreitung eines Inhalts sind „Shares“ also sehr wichtig.

Jetzt wissen wir also wie das mit der Verbreitung von Content in den Sozialen Medien funktioniert. Aber was bringt uns dazu mit einem Inhalt zu interagieren?

Emotionen als Nährboden.

Menschen reagieren auf Dinge,  die sie persönlich betreffen und emotional abholen. Emotionen sind also der Schlüssel, wenn man viralen Content erzeugen möchte. Ihr kennt das Phänomen aus eurem Alltag. Wann beteiligt ihr euch zum Beispiel an einer Diskussion? Nicht, wenn euch das Thema kalt lässt, sondern wenn ihr persönlich betroffen seid oder ähnliche Erfahrungen gemacht habt. Ihr redet mit, wenn jemand etwas gegen eure Überzeugungen sagt oder die von euch vertretenen Werte und Prinzipien für nichtig hält. Oder könnt ihr da ruhig bleiben?
Es haben sich schon viele Wissenschaftler und Branchenexperten mit dem Thema Viralität beschäftigt. Aus fast allen Studien geht deutlich hervor, dass positive Emotionen, wie Glück, Liebe, Spaß eher geteilt werden, als negative Emotionen, wie Angst, Trauer und Wut. Generell lässt sich aber sagen, je stärker eine Emotion ist, desto größer ist auch die Resonanz der User.
So lässt sich auch der Erfolg der unzähligen Katzenvideos erklären ;) Allgemeine, eher unbedeutende Inhalte, die viel Leichtigkeit und Spaß vermitteln, teilt man einfach gern.  So etwas macht einfach jeden glücklich!



Virales Marketing.

Das Virale Marketing ist so etwas wie der digitale Zwilling des Guerilla Marketings. Es ist möglich, mit dem Einsatz geringer Mittel eine große Wirkung und somit Verbreitung zu erzielen. Besondern für kleine Unternehmen, mit einem sehr geringen Werbebudget, also eine echte Chance Aufmerksamkeit zu erreichen.

Die erste Voraussetzung ist, dass ihr bereits Social Media Kanäle betreibt. Sie sind der Ausgangspunkt für euren viralen Content. Kanäle, die bereits viele Follower und Aktivität aufweisen, bieten den besten Nährboden.  Umso mehr Leute sich bereits in eurem „Labor“ befinden, desto mehr können sich direkt anstecken und den Virus weitergeben. Einen Boost erhält euer Content, wenn er auf großen Portalen/Fanseiten erscheint oder von wichtigen Multiplikatoren (Personen des öffentlichen Lebens, wie Blogger, Unternehmer oder Promis) mit vielen Followern geteilt wird. Diese Seiten sind wie Knotenpunkte, an denen unzählige Personen vorbeikommen. Das ist die perfekte Petrischale, in der euer Virus wachsen kann!

Den viralen Effekt für das Marketing nutzbar zu machen, ist jedoch nicht so einfach. Schließlich will man die User nicht nur unterhalten, sondern verfolgt Marketing-Ziele.
Diese Ziele müsst ihr natürlich vorher definieren! Was wollt ihr mit der Aktion erreichen? Welche Handlung soll eure Zielgruppe im besten Fall ausüben? Welche Botschaft wollt ihr vermitteln? Geht es um reine Imageziele, wie Bekanntheit und Akzeptanz oder wollt ihr den Verkauf eines Produktes steigern?

Lasst eure Infizierten nicht allein, sondern holt sie ab. Zum Beispiel indem ihr eine Landingpage bereitstellt, auf der die Interessenten weiterführende Informationen finden oder eben direkt euer Produkt erwerben können. Der Einsatz von (hoffentlich) viralem Content sollte immer nur ein Baustein innerhalb eurer Marketing-Strategie sein.

Virale Eigenschaften.

Welche Voraussetzungen muss ein Content nun erfüllen, um die Chance auf virale Verbreitung zu haben? Schaut man sich virale Kampagnen der Vergangenheit hat, fallen einem einige Gemeinsamkeiten auf.

Einfach und verständlich

Viraler
 Content ist simpel und leicht verständlich. Oft sogar über alle Sprachbarrieren hinweg. Die Idee bzw. wird sofort klar und setzt kein speziellen Vorwissen beim Betrachter.
Beispiel: 
Evian: Roller Babies




Emotional


Emotionen sind immer der Schlüssel. Virale Inhalte bringen einen immer zum Lachen, zum Weinen, lassen einen Staunen, Mitfiebern oder einfach nur vor Verzückung aufseufzen.

Beispiele:



Humor

In vielen Inhalten spielt Humor eine große Rolle. Aber der einfache, pure, reine Humor, der Kleinkinder ebenso berühren kann wie die Eltern und Großeltern.

Beispiele: 




Ungewöhnlich/Neu/Kreativ

Menschen bleiben an Content hängen, der neu ist, überraschend und innovativ. Der ungewöhnliche Zusammenhänge herstellt,  eine ungewöhnliche Pointe enthält.

Beispiele: 




Allgemeingültig

Viele virale Inhalte können die Menschen über alle Sprach- und Kulturbarrieren hinweg erreichen und berühren. Einfach weil sie grundlegende menschliche Emotionen ansprechen und somit überall auf der Welt verstanden werden.

Beispiele: 



Sobald ein Inhalt penetrant werbend ist, sinkt die Akzeptanz und das Interesser der Nutzer erheblich. Ihr solltet also nicht auf reine Selbstbebauchpinselung absehen. Eure Inhalte dürfen sich vordergründig nicht nach Werbung anfühlen. Ihr müsst dem Betrachter einen Mehrwert geben. Eine gute Geschichte mit Unterhaltungswert. Einen Virus, der ihn infiziert.

Euer Inhalt sollte zudem optisch ansprechend sein. Fotos und Videos werden viel eher viral als reine Textinhalte oder Storys. Ein Eyecatcher muss zumindest vorhanden sein. Aber auch der dazu gehörige Text will durchdacht sein. Headlines müssen aufmerksamkeitsstark formuliert sein, neugierig machen, etwas andeuten, ohne zu viel zu verraten.

Immunität nicht ausgeschlossen.

Und jetzt die schlechte Nachricht! Selbst wenn ihr alle Faktoren der erfolgreichen viralen Kampagnen der Vergangenheit beherzigt gibt es keine Garantie für den Erfolg. Es gehört immer ein Quäntchen Glück dazu. Der richtige Multiplikator, zur richtigen Zeit am richtigen Ort, der euren Inhalt teilt. Eurer Content muss den Nerv der Zeit treffen. Kommt ihr mit eurer Ideen zu spät sind die Menschen bereits immun. Seid ihr zu früh, reagieren die User vielleicht eher mit Ablehnung und lassen sich nicht anstecken.

Übrigens könnt ihr euren Content problemlos auch zu einem späteren Zeitpunkt nochmal in den Ring schmeißen. Die Karten werden jeden Tag neu gemischt. Die Poetry-Slammerin Julia Engelmann landete mit ihrem Beitrag „One day, baby“ einen viralen Hit, obwohl der ursprüngliche Clip bereits viele Monate alt war und vor dem großen Erfolg kaum wahrgenommen wurde. Am Ende landete die Gute sogar bei Stefan Raab auf der Couch. So kann‘s gehen.


Niemand weiß genau, wodurch ein Trend zum Trend wird oder warum ein genialer Clip viral wird und ein anderer genialer Clip eben nicht. Aber genau das macht es ja so spannend! Jeder hat die gleiche Chance. Ob internationaler Superkonzern oder der Einzelunternehmer aus Unterhachingen. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!