Abheben
oder am Boden bleiben?
Was
erfolgreiche Existenzgründung braucht
Wir hatten vor kurzem im PERLENbüro Besuch von einer jungen
Existenzgründerin. Sie hat vor etwas mehr als 2 Jahren gegründet, aber bisher
kann sie nicht von ihrem Business leben. Aus Kostengründen hat sie sich damals
alles selbst erarbeitet und hat keine professionelle Hilfe beim Marketing in
Anspruch genommen. Sie zweifelt an sich, an ihrer Positionierung und an ihrem
Angebot. Sie bittet uns jetzt deshalb um Hilfe beim Marktauftritt und wünscht
sich eine Neuausrichtung. Die Geschichte der Gründerin hat uns nachdenklich
gemacht. Was sind eigentlich die entscheidenden Bedingungen, um mit seinem
Business richtig abzuheben? Aus unseren eigenen Erfahrungen heraus und nach 18
Jahren am Markt können wir diese Frage wie folgt beantworten:
Sicherheitsnetz
Gerade am Anfang ist es extrem schwer, alles allein zu stemmen. Dazu kommt, dass besonders Existenzgründer*innen zu Beginn wenig Ressourcen auf allen Ebenen haben. Das Wichtigste ist aus unserer
Sicht daher, dass du dir so schnell wie möglich ein Sicherheitsnetz aufbaust. Ein
Sicherheitsnetz an Kooperationspartnern, Beratern und anderen Unternehmern, die
dir wohlgesonnen sind.
Gemeinsam ist man immer stärker, lauter und sichtbarer. Allein
kannst du nicht überall vor Ort sein. Du brauchst Partner*innen, die dich
empfehlen, von dir sprechen und dich im richtigen Moment im Gespräch erwähnen.
Es ist sehr viel
effizienter gemeinsame Ressourcen zu nutzen, als alles selbst vorhalten zu
müssen. Zudem kann man als Neuling vom Kundenstamm der anderen profitieren,
kann mit den etablierten Unternehmer*innen Erfahrungen austauschen und viele
wertvolle Tipps und Tricks erhalten. Gemeinsam schafft man es viel besser durch
Krisen und auftragsschwache Zeiten. Weil: Irgendwer aus dem Netzwerk immer eine
Idee hat, wie es weitergeht. In Gemeinschaft lernst du zu fliegen.
Leidenschaft
Ein Business von null an aufzubauen ist harte Arbeit. Dafür
braucht man mentale Stärke und muss 100% von dem überzeugt sein, was man macht.
Auch dann, wenn man viel Zweifel aus seinem Umfeld erfährt. Weiter, immer
weiter. Nicht aufgeben, auch wenn es schwerfällt. Du musst für etwas brennen,
um andere Menschen mit deinem Feuer anzustecken. Wer diese Energie nicht hat,
wird es nicht schaffen.
Als Existenzgründer*in solltest du immer mit offenen Augen
und Ohren durch die Welt gehen, mit weit ausgestreckten Armen. Immer auf der
Suche nach lieben Menschen, die dich verstehen, unterstützen und dir helfen
möchten. Du darfst nicht müde werden, jedem der zuhören will, von dir und deinem
Business zu berichten
Senden, senden, senden – niemand darf an dir vorbeikommen.
Jeder muss dich kennen, von dir und deinen Botschaften gehört haben. Immer und
immer wieder mit dir in Kontakt kommen. Zeig dich regelmäßig – über Social Media, persönliche Kontakte oder Veranstaltungen. Sichtbarkeit entsteht durch Wiederholung. Vertrauen aufbauen braucht Zeit.
Unserer Erfahrung nach, dauert es 3 bis 5 Jahre, bis man sich das notwendige
Standing erarbeitet hat und erfolgreich aufsteigt.
Marketing
Bevor man „senden, senden, senden“ kann, sollte man erst
einmal wissen, was, an wen und wohin man senden soll. Kurz gesagt: Du brauchst
eine sinnvolle Marketingstrategie. Wir empfehlen, dass man sich für diesem Step
professionelle Hilfe suchen sollte, um nicht jahrelang am Boden und unsichtbar zu bleiben. So verschwendest du keine wertvolle Energie
damit, auf den falschen Kanälen zu streamen.
Die Basis bildet immer ein starkes Corporate Design, das
dich und dein Unternehmen professionell und vertrauenswürdig widerspiegelt.
Dazu musst du deine Zielgruppe und auch dein Angebot ganz genau kennen. Je genauer
du die Menschen kennst, die du erreichen willst, desto besser kannst du sie
auch ansprechen. An den Orten, an denen sie sich aufhalten und in der „Sprache“
die sie verstehen.
Struktur
Wenn du dazu neigst, dich schnell zu verzetteln, solltest du dir früh
klare Strukturen schaffen – sonst wird der Alltag in der
Selbstständigkeit schnell überwältigend. Struktur und Ordnung halten dir
nämlich sehr viele Probleme vom Hals. Als Unternehmer hast du einerseits dem
Staat gegenüber etliche Pflichten zu erfüllen. Steuererklärungen, die
Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, wie die
e-Rechnung, die Mitgliedschaft in Handwerks- oder Handelskammern usw.
Andererseits ist es auch für dich selbst und dein Business
super wichtig, dass du vorausschauend handelst und sinnvoll planst. Das setzt
voraus, dass du deine Zahlen kennst und deine Finanzen und dazugehörige
Bürokratie im Griff hast. Ohne einen guten Steuerberater geht unserer Meinung
nach nichts. Spar hier nicht am falschen Ende, sondern lass dir hier helfen.
Glück
Und jetzt kommt das gemeine. Du kannst alle zuvor genannten
Punkte voll strebermäßig im Griff haben. Aber trotzdem gibt es noch diese eine
kleine Ungewissheit, die immer und bei jedem dabei ist. Jeder Existenzgründer
braucht als Geheimzutat eine Prise Glück, um wirklich abzuheben.
Glück dabei, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein und
den Aufwind zu erwischen. Aber hier hilft das richtige Mindset. Wer positiv
ist, wird auch positive Dinge anziehen. Vertraut auf euch und eure Intuition.
Geht aufmerksam durch die Welt, hört richtig zu und seht bewusst hin. Stellt
alle Antennen auf Empfang. Das schlimmste was ihr tun könnt ist, euch in ein
Kämmerlein einzusperren und mit einer „ich gegen die ganze Welt“ Attitüde zu
versuchen, erfolgreich zu werden. Dieser Ansatz führt in der Praxis selten zum Erfolg.
Wer Chancen erkennen will, muss präsent und wach im hier und
jetzt sein. Und dann im richtigen Moment zugreifen. Ohne langes Zögern. Wenn
sich etwas richtig anfühlt, mach es! Auch wenn immer ein gewisses Risiko dabei
ist. Sei mutig und glaube an dich.
Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut ist, ist es auch
nicht das Ende 😉
Wir hoffen, wir können allen Gründer*innen da draußen mit
diesem Artikel etwas Orientierung und Klarheit schenken. Und den Mut, nicht
aufzugeben, wenn ihr wirklich für eure Sache brennt.
Bunte Grüße,
eure perlenmädchen