kreativagentur perlenmädchen

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Dienstag, 18. März 2025

Handbuch: How-to Dritter Ort

Herausgeber ImPuls Brandenburg e.V. 

 

Im letzten Jahr wurde perlenmädchen Nadine von ImPuls Brandenburg e.V. – dem Landesverband für Soziokultur-, Popularmusik- und Festivals als Gastautorin für eine Veröffentlichung zum Thema "Dritte Orte" angefragt. Dritte Orte sind Begegnungsstätten und Räume für Gemeinschaft, abseits von Arbeit und Familie. Unser Fachbeitrag konzentriert sich auf die Themen Kommunikation und Marketing.

ImPuls Brandenburg schreibt über seine Veröffentlichung: „Das Kompendium richtet sich an alle, die sich für die Schaffung von „Dritten Orten“ interessieren – insbesondere an Initiativen mit kulturellem Fokus in ländlichen Regionen Brandenburgs und darüber hinaus. Es bietet praxisnahe Expertisen und theoretische Perspektiven von Brandenburger Autor*innen zu nachhaltigen Entwicklungskonzepten für Orte der gesellschaftlichen Teilhabe und Zukunftsgestaltung.

Von Finanzierung und Personalmanagement bis hin zu infrastrukturellen Anforderungen und Nachhaltigkeit – ein klar strukturierter Leitfaden unterstützt bei der Entwicklung von neuen Begegnungsräumen. Ein unverzichtbares Werkzeug für Kulturakteur*innen, nicht nur in Brandenburg.“

Bestellen und und Downloaden könnt ihr das Handbuch hier: ImPuls Brandenburg e.V.

Allen Interessierten möchten wir die Gelegenheit geben, unseren Input für das Handbuch hier zu lesen.

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Kommunikation und Marketing für Dritte Orte

Gastbeitrag von Nadine Jürgen – Kreativagentur perlenmädchen aus Wittstock/Dosse


Die Macht der Kreativität

Betreiber von Dritten Orten können in der Regel nicht auf riesige Ressourcen zurückgreifen. Weder auf personelle noch finanzielle. Dafür besitzt ihr etwas viel Wertvolleres: Kreativität! Wer nicht viel Kohle hat muss einfach clever sein.

Überraschend, außergewöhnlich und unkonventionell - genauso solltet ihr an eure Werbung und Öffentlichkeitsarbeit herangehen. Werbung muss Spaß machen und Emotionen auslösen. Sie darf nicht als störend oder penetrant wahrgenommen werden. Die Empfänger eurer Botschaften sollten sich vielmehr gut unterhalten fühlen.

Wenn ihr kreativ werbt, wird es gar nicht mehr notwendig sein, einen hohen Werbedruck aufzubauen und somit viel Geld für euer Marketing zu investieren. Warum? Weil Kreativität höchst ansteckend ist! Wenn eine Botschaft die Menschen berührt, amüsiert oder gut unterhält, teilen sie diese. Völlig freiwillig. Mit Freunden, der Familie und Arbeitskollegen. Umso skurriler, kontroverser oder beeindruckender eine Aktion ist, je häufiger wird sie diskutiert. Die Botschaft verbreitet sich eigendynamisch, mit eurer Zielgruppe als Überträger. Gegen das Kreativ-Virus ist niemand immun!

Kreativität entsteht dann, wenn wir etwas erschaffen, das in der realen Welt nicht existiert. Wenn wir ungewöhnliche Zusammenhänge herstellen, Grenzen überschreiten und Perspektiven wechseln. Ihr solltet eure Zielgruppe überraschen, aus ihrem Alltagstrott herausholen und im besten Fall zum Lachen bringen.

Es geht also darum, der Zielgruppe die Werbebotschaft nicht eins zu eins auf dem Silbertablett zu servieren, sondern in eine kreative Idee zu verpacken. Wie ein schönes Geschenk am Weihnachtsabend! Diese kleine Hürde, diese Denkleistung, die wir zum Auflösen von kreativen Ideen aufbringen müssen, macht den entscheidenden Unterschied. Eine Erkenntnis, die wir uns selbst erarbeitet haben, bleibt viel länger im Kopf. Gute Werbung ermöglicht es den Menschen zu denken, eine Pointe zu verstehen und über die Erkenntnis zu Lachen.

Wer Emotionen und Herzblut in seine Kommunikation steckt, wird immer von der Umwelt wahrgenommen werden. Johann Wolfgang von Goethe wusste schon: „Es muss von Herzen kommen, was auf Herzen wirken soll.“ Und ich ergänze noch: Nur wer selbst für etwas brennt, kann auch andere anstecken. Na dann – Feuer frei!


Kooperation: Hand in Hand übers Land

Ein Mensch allein kann niemals soviel bewirken wie viele Menschen zusammen. Das gilt überall, aber vor allem im ländlichen Raum. Auf den Punkt gebracht: Ihr braucht Hilfe, um euren kulturellen Ort erfolgreich zu betreiben und zu vermarkten.

Anstatt die Ellenbogen auszufahren, sollten ihr die Kontaktaufnahme mit der ausgestreckten Hand versuchen. Sucht euch Kooperationspartner, die eure Kompetenzen ergänzen und vervollständigen. Hört euch in eurer Hood um, klopft auf den Busch und sprecht mit den Menschen. Macht die Schlüsselpersonen in eurer Region ausfindig und geht auf sie zu. Setzt euch das Ziel, Partner zu finden, die mit euch auf einer Wellenlänge sind.

Eure Partner sind Kraftgeber und Stütze. Man kann sich Aufwände und Kosten teilen. Zum Beispiel bei gemeinsamen Werbeaktionen oder Events. Gemeinsam könnt ihr Ressourcen bündeln und eure Kompetenzen kombinieren. Davon profitiert nicht nur ihr selbst, sondern auch eure Zielgruppe.

Außerdem knüpft man sich mit seinen Partnern ein Sicherheitsnetz und fängt sich gegenseitig auf. Läuft es bei euch gerade nicht gut, bedeutet die Anfrage eines Kooperationspartners bezüglich eines gemeinsamen Projektes oft die herbeigesehnte Erlösung. Es ist einfach ein gutes Gefühl zu wissen, dass man nicht alleine kämpfen muss. Dass es Menschen gibt, die einem wieder auf die Beine helfen, wenn man fällt.
Also los, ihr Brandenburger Betreiber von Dritten Orten! Ellenbogen rein! Hand raus!


Es lebe der Buschfunk: Wissen ist Macht

Um erfolgreich und sinnvoll für euch zu werben, müsst ihr die Strukturen eurer Region kennen. Welche kulturellen Angebote gibt es? Wer geht gern wohin? Wie haben sich die verschiedenen Kultur-Anbieter positioniert? Wie könnt ihr euch davon abheben und eindeutig „euer Ding“ machen?

Ihr solltet also eure „Konkurrenz“ kennen und analysieren, um für euch und euer Angebot Schlussfolgerungen ableiten zu können. Wenn ihr euch, euren kulturellen Ort und euer Angebot klar definiert habt, könnt ihr auch mit klaren Botschaften für euch werben. Und damit macht ihr es auch eurer Zielgruppe leichter, euren Ort zu verstehen.

Auch über eure Zielgruppe – also das von euch angestrebte Publikum solltet ihr im Klaren sein und gezielt Wissen zu dieser Personengruppe sammeln. Durch eure Marketingstrategie und die Art der Kommunikation könnt ihr durchaus steuern, wer sich bei euch versammeln soll. Welche Medien konsumieren sie? Welche Themen bewegen sie? Wie vernetzen sie sich? An welchen Orten müsst ihr mit euren Botschaften zur Stelle sein? Welche Kompetenzen bringt eure Zielgruppe mit – auch in Hinblick auf den Umgang mit den unterschiedlichen Kommunikationsmedien?

Richtet euer Marketing nach diesem Wissen aus. So könnt ihr zielgerichtet und effizient für euren kulturellen Ort werben.


Die Klassiker: Ganz ohne geht’s nicht

Klassische Printmittel, wie Flyer und Plakate haben noch immer ihre Berechtigung. Botschaften auf Papier werden nahezu barrierefrei transportiert, Papier ist langlebig und hat Bestand.

Öffentliche Orte, wie Restaurants, Kinos, Arztpraxen, Innenstadtgeschäfte mit Schaufensterflächen oder Bürgerhäuser sind ideale Orte, um Handzettel auszulegen oder Plakate aufzuhängen. Es versteht sich hoffentlich von selbst, dass ihr vorab um Erlaubnis bitten müsst.

Ihr habt keine Ahnung von Grafik und wisst nicht, wie ihr einen Handzettel für euer nächstes Event gestalten sollt? Kein Problem. Mittlerweile gibt es viele Apps, die euch das leicht machen (z.B. Canvas). Es werden viele kostenfreie oder kostenpflichtige Vorlagen angeboten, die ihr dann nur noch bearbeiten und mit euren Daten füllen müsst. Die richtig guten Sachen muss man oft für ein paar Euro erwerben und auch die Nutzung der Dateien in Druckqualität ist oft mit einem kleinen Aufpreis verbunden. Insgesamt kommt ihr dadurch aber immer sehr viel günstiger, als wenn ihr einen Grafiker beauftragt.

Ich empfehle euch dennoch auf jeden Fall ein individuelles Erscheinungsbild für euren kulturellen Ort entwickeln zu lassen. Ein Design, das eindeutig euch und eurem Ort zuzuordnen ist und immer zweifelsfrei wiedererkennt werden kann. Das ist das Fundament für all eure Werbemaßnahmen. Mit dem so genannten Corporate Design werden Farben, Schriften, Abstände und Symbole definiert, die sich in einem Logo verschmelzen. Die Entwicklung eines solchen Designs solltet ihr zusammen mit einem Profi in Angriff nehmen. Wenn ihr ein „CD“ habt, ist die Gestaltung der weiteren Werbemittel kein Hexenwerk mehr. Der rote Faden steht und von da an bekommt ihr viele Sache auch alleine hin.

Wer sich die Zusammenarbeit mit einem Grafiker regelmäßig leisten kann und möchte, sollte diese Lösung immer bevorzugen. Die Zusammenarbeit mit einem Profi hat natürliche einige Vorteile.

Die Designs einer Werbeagentur sind immer individuell und perfekt auf euch und euer Corporate Design zugeschnitten. Die Grafiker und Texter haben viel Knowhow, wenn es um zielgerichtete Kommunikation geht. Außerdem benötigt grafische Arbeit einiges an Zeit. Wenn ein Grafiker eure Werbemittel entwickelt, könnt ihr eure Zeit für andere wichtige Aufgaben einsetzen. Ihr selbst wisst am besten, welche Herangehensweise für euch am sinnvollsten ist.

Wenn die Gestaltung eurer Werbemittel geschafft ist – ob nun mit einem Grafiker oder in Eigenleistung – geht es um die Wahl der Materialen und den Druck.

Beantwortet euch dabei immer ein paar Fragen: Wird das Werbemittel nur für einen kurzfristigen Anlass benötigt oder soll es für viele Monate oder länger genutzt werden? Im ersten Fall solltet ihr auf dünneres Papier setzen und eher auf Veredlungen, wie Lackierungen verzichten. Zum einen ist das günstiger und zum anderen auch nachhaltiger.

Plant ihr jedoch euer Jahresprogramm in einem Flyer zu öffentlichen oder eine Broschüre zu einem zeitlosen Thema zu machen, solltet ihr auf Materialien setzten, die robuster sind und dafür sorgen, dass eure Werbemittel länger genutzt werden können. Gegen das Abreiben von Farbe kann eine Versieglung mit Dispersionslack helfen. Wenn Werbemittel länger gut aussehen und lange Zeit genutzt werden können, ist auch das eine nachhaltige Lösung.

Einfache Handzettel könnt ihr sehr günstig in einem lokalen Copyshop drucken lassen. Für Werbemittel, die etwas länger im Einsatz sein sollen, empfehle ich euch günstige Online Druckereien, wie Flyeralarm und Co. Hier könnt ihr aus vielen Materialen, Falzarten und Veredlungen wählen. Die meisten Druckereien schicken euch auf Wunsch auch kostenfreie Mustermappen zu, sodass ihr das Papier oder die Art des Flyers vor dem Bestellen selbst in der Hand halten könnt. Wenn ihr mit einem Grafiker zusammenarbeitet, könnt ihr euch auf den Rat des Profis verlassen.

 

Kreativer Guerilla-Krieg

Durch Printwerbung allein schafft ihr es nicht, dauerhaft öffentliches Interesse auf euch zu lenken. Wer mutig genug ist, sollte sein Marketing mit einer Prise Guerilla würzen! Guerilla Aktionen sind in der Regel sehr kostengünstig und sorgen für sehr viel Aufmerksamkeit. Außerdem machen sie eine Menge Spaß.

Plant zu besonderen Anlässen einfach mal witzige Aktionen ein. Lauft kostümiert durch die Straßen, verteilt ein paar Süßigkeiten an wartende Autofahrer an der Ampel oder hinterlasst mit Sprühkreide rätselhafte Botschaften auf den Bürgersteigen. Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Die Aktion sollte aber immer Sinn machen und zu eurem Anlass passen.

Wer auf Nummer sicher gehen will, beantragt im Vorfeld eine Genehmigung bei der Stadt. In dem Fall müsst ihr immer mit einer Ablehnung rechnen. Ich rate euch, einfach loszulegen! Natürlich müsst ihr euch an die üblichen Regeln halten. Fremdes Eigentum darf nicht zerstört werden und öffentliche Straßen und Plätze müssen sauber verlassen werden.

Je nachdem wie genau es euer Ordnungsamt nimmt, müsst ihr immer mal mit einer Ermahnung oder Geldbuße rechnen. Wenn die Aktion Spaß macht und die Menschen zum Lachen bringt drücken aber meistens auch die ganz korrekten Beamten beide Augen zu.

Guerilla Werbung erzeugt immer Emotionen, bringt Menschen zum Staunen und nutzt den Überraschungsmoment. Eure Aktionen sollten zudem die Passanten zur Interaktion anregen. Umso mehr Sinne angesprochen werden, desto nachhaltiger sind die Erinnerungen, die Guerilla Werbung erzeugt – eure „Marke“ könnt ihr so langfristig positiv aufladen. Aber Vorsicht – Geht die Aktion schief und wurde eher negativ wahrgenommen, wird das niemand so schnell wieder vergessen.


Presse: Was ist denn hier los?!

In eurem Marketingmix solltet ihr auch die regionale Presse nicht vergessen. Die Nachrichtendichte auf dem Land ist eher gering. Dementsprechend hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihr es mit eurer News in die Zeitung schafft.

Die Voraussetzung ist also immer eine Neuigkeit, ein spannendes Thema, ein Anlass. Wer regelmäßig in die Zeitung kommen will, muss sich also etwas einfallen lassen. Und auch euer Publikum wird nicht böse sein, wenn bei euch immer etwas los ist 😉

Auch beim Thema Presse hilft Vitamin B ungemein. Legt es also gezielt darauf an, die regionalen Pressevertreter persönlich kennenzulernen. Direkte Kommunikation führt fast immer zum Erfolg. Eine emotionslose Pressemitteilung interessiert niemanden.


Keine Website? Keine Panik! Google liebt euch

Natürlich müssen euer kultureller Ort und eure Botschaften auch in der digitalen Welt zu finden sein. Schließlich trägt jeder ein Smartphone in der Tasche und erwartet es, jede Information zu jeder Zeit abrufen zu können.

Eine eigene Website wäre natürlich eine super Sache! Wenn ihr das Geld dafür investieren wollt, arbeitet bitte mit einem Profi zusammen, der auch die aktuellen Datenschutzbestimmungen und rechtlichen Pflichtangaben kennt. Auch die Suchmaschinenoptimierung bekommt man als Laie in der Regel nicht wirklich gut alleine hin. Und was nützt eine Website, die nicht gefunden wird?

Wer sich zutraut, mit Hilfe von Templates eine eigene Website zu basteln, sollte die Seite aber zumindest nochmal von einem Webdesigner auf Herz und Nieren überprüfen lassen. Im schlimmsten Fall droht sonst eine Abmahnung mit Geldstrafe.  

Die simpelste und kostengünstigste Lösung ist es, auf eine eigene Website zu verzichten und einfach nur auf ein gepflegtes Google Business Profil zu setzen. Der Googledienst ist kostenlos. Eure Daten sind für Google viel wertvoller als eure Euros.

Google liebt seine eigene Dienste natürlich besonders. Eine hohe Reichweite und Suchmaschinenoptimierung habt ihr hier quasi inklusive. Und eigentlich bietet das Businessprofil auch alles was man braucht. Ihr könnt euer Logo und Fotos hinterlegen, sowie Kontaktdaten und Öffnungszeiten. User können sich mit einem Klick direkt vor eure Haustür navigieren lassen. Ihr könnt Events und Neuigkeiten veröffentlichen und eure User können euch durch Rezensionen Feedback geben.


Social Media: Direkter Draht zum Publikum

Ich weiß, ich weiß. Die sozialen Medien sind nicht jedermanns Sache. Aber auch sie können ein sehr sinnvoller und effektiver Werbe- und Kommunikationskanal für euch sein. Die Voraussetzung ist jedoch, ihr habt Bock drauf und wollt auch selbst Teil es Netzwerks sein. Ist das nicht der Fall: Lasst es. Dann schadet euch die Sache mehr als sie euch nutzt.

Der erste Step ist die Wahl der passenden Plattform/en. Wählt die Dienste, mit denen ihr euch wohlfühlt. Ob Instagram, Facebook, TikTok oder WhatsApp entscheidet also ihr. Am besten zusammen mit eurer Zielgruppe. Da wo die ist, solltet ihr idealerweise auch sein.

Social Media kann ganz viel, was andere Werbekanäle nicht können. Ihr geht hier in den direkten Austausch mit der Zielgruppe. Also keine einseitige Kommunikation, wie mit einem klassischen Flyer. Sondern hier geht’s um Dialog. Bezieht eure Zielgruppe deshalb immer in eure Posts mit ein, bittet um Feedback, schenkt ihnen Gehör und nehmt (angemessene) Kritik dankbar an.  Nutzt die direkte Rückmeldung eurer Follower zum eigenen Vorteil und zeigt ihnen, das ihre Meinung für euch von Wert ist.

Bei Social Media geht es um authentische Kommunikation. Rückt eure Individualität in den Fokus – Was macht euch besonders? Warum muss man unbedingt euren Ort besuchen? Nach und nach werden eure Follower zu echt Fans und werben freiwillig und selbstständig neues Publikum an.

Um die vielen Vorteile des Netzwerkes zu nutzen, müsst ihr auch selbst aktiv Teil des Netzwerks sein. Das bedeutet für euch: teilen, liken, markieren, folgen!

Noch ein praktischer Tipp: Nutzt die Meta Business Suite, um Inhalte auf Facebook und Instagram zu planen und plattformübergreifend zu veröffentlichen. Das spart viel Zeit und Mühe. In der Business Suite könnt ihr auch übersichtlich alle eingegangen Nachrichten und Kommentare sehen und diese direkt beantworten.

Wer neu auf Social Media ist, noch keine großen Followerzahlen hat oder ein besonderes Thema vermarkten will, kann zusätzlich zur organischen auf bezahlte Reichweite setzen, um neues Publikum zu erreichen. Social Media Anzeigen sind, verglichen mit klassischen Zeitungsanzeigen, sogar eher kostengünstig. Für erfolgreiche Anzeigen benötigt man aber auch ein wenig Vorwissen. Ihr habt hier die Möglichkeit sehr genau zu bestimmen, wer eure Anzeige zu Gesicht bekommen soll. Umso besser ihr eure Zielgruppe kennt, desto effektiver könnt ihr eure Anzeigen schalten.

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Allen Kulturakteur*innen in Brandenburg und darüber hinaus wünschen wir viel Erfolg und hoffen, mit unserem Fachbeitrag daran einen Anteil zu haben. Falls ihr Fragen habt, euch mit uns austauschen oder uns kennenlernen wollt, sprecht uns sehr gern an!

Eure perlenmädchen

Montag, 26. August 2024

 perlenmädchen +3

Hand in Hand durchs Perlenland – Unsere Partner

Am 5. September findet unser Kundenevent im Brandenburg Preußen Museum in Wustrau statt. Wir veranstalten diesen Termin gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern, der edv plan GmbH und der Mi Ka Do GmbH.

Unsere Partner sind für uns und unseren beruflichen Erfolg eine wichtige Säule. Wir akquirieren gemeinsam Aufträge und haben durch sie eine viel größere Reichweite. Wir bündeln Ressourcen – sowohl finanziell als auch personell - und können uns gemeinsam viel wirkungsvoller am Markt platzieren.

Unsere Partner bringen Qualifikationen und Fähigkeiten mit, die unser Agentur-Angebot sinnvoll erweitern. Das macht es uns möglich, an großen Ausschreibungen teilzunehmen und umfangreichere Projekte abzuwickeln.

Es ist höchste Zeit, dass wir euch unser erweitertes perlenmädchen Team mal vorstellen!

 

Edv plan GmbH aus Neuruppin

Das Team der edv plan GmbH aus Neuruppin ist seit mehr als 10 Jahren unser technischer Partner. Wir arbeiten von Anfang an super gern mit den Jungs zusammen. Mittlerweile sind wir ein total eingespieltes Team. Gemeinsam mit ihnen setzen wir die Webseiten für unsere Kunden um. Neben der Programmierung von Webseiten, Apps und anderen Online-Anwendungen, beraten sie unsere Kunden auch zu Providern, dem Hosting und leisten wertvollen IT-Support.

Bei passenden Anfragen empfehlen wir uns gegenseitig und arbeiten fast durchgehend an gemeinsamen Projekten. Wir können uns sehr glücklich schätzen, so ein Team an unserer Seite zu haben.

Das gesamte Leistungsangebot der edv plan GmbH findet ihr hier:

www.edvplan.de

 

Mi Ka Do GmbH aus Berlin


Karla Vorwerk ist Unternehmensberaterin und Geschäftsführerin der Mi Ka Do GmbH aus Berlin. Sie ist eine Koryphäe im Bereich Unternehmensförderung. Karla ist ein Schatz. Sie ist ein herzensguter Mensch, arbeitet nach strengen Prinzipien, ist immer sehr zuverlässig und stellt hohe Anforderungen an sich selbst. Wir lieben es mit ihr zu arbeiten!

Gemeinsam mit ihr können wir es unseren Kunden ermöglichen, Förderprogramme zu nutzen, um die angedachten Projekte finanziell zu unterstützen. Karla kennt alle Möglichkeiten für Existenzgründer und Bestandsunternehmen, berät kompetent, kümmert sich um die bürokratische Abwicklung und die Kommunikation mit den Fördermittelgebern. Eine Bereicherung für uns und unsere Kunden.

Mehr Informationen zu Karlas Unternehmen findet ihr hier:

https://www.mikado-kooperationen.de/


Jo-Anna Rohmann Werbefotografie aus Freyenstein

Ein fast noch „Neuzugang“ in unserem Team ist die fantastische und wahnsinnig talentierte Werbefotografin Jo-Anna Rohmann aus Freyenstein. Jo hat bis vor wenigen Jahren in London gelebt und ein aufregendes internationales Leben geführt. Sie hat bei riesigen Fotoproduktionen für große, bekannte Marken mitgearbeitet, die in Costa Rica, Bulgarien, Norwegen oder Italien stattgefunden haben.

Sie hat Fotografie von der Pike auf gelernt, ist eine absolute Perfektionistin und Visionärin in ihrem Fach. Jo liebt die konzeptionelle Werbefotografie und genau deshalb lieben wir sie! Jetzt können wir unseren Kunden endlich das Komplettpaket anbieten! Denn was wären Webseiten, Flyer oder Social Media Accounts ohne authentisches und professionelles Bildmaterial?! Achso - Unterwasserfotografie macht sie natürlich auch. Ist klar!

Jedes Motiv einer gemeinsamen Fotoproduktion wird im Vorfeld akribisch geplant. Dabei kommt immer professionelle Lichttechnik zum Einsatz, sowohl für Studio- als auch Außenaufnahmen. Heraus kommen Fotos, die einem den Atem rauben.

Glaubt ihr nicht? Dann guckt mal hier:

https://www.joannarohmann.de/

 

Einladung zum Netzwerkevent

Am 5. September veranstalten wir im Saal des Brandenburg Preußen Museums in Wustrau ein Kundenevent - gemeinsam mit unseren langjährigen Kooperationspartnern, der edv plan GmbH aus Neuruppin und der Mikado GmbH aus Berlin. Es wird von jedem von uns einen spannenden Impulsvortrag geben und danach heißt es Schnabulieren, Quatschen, Händeschütteln 😁🎊

Auch unsere Foto-Fee Jo-Anna Rohmann wird da sein und sich gern mit euch austauschen 😊

Wer Lust hat, uns in Aktion zu erleben meldet sich einfach kostenfrei per Mail info@edvplan.de an und kommt am 05.09.24 zwischen 8.30 und 12.00Uhr im Brandenburg-Preußen Museum - Eichenallee 7a, 16818 Wustrau vorbei.

Wir freuen uns auf euch!

eure perlenmädchen

Dienstag, 28. Mai 2024

Mit Durchblick zum Erfolg

Von klaren Gedanken und unklaren Designs

 

Letzte Woche hatten wir wieder einen spannenden Networking-Termin. Dabei haben wir uns mit einer Unternehmerin unterhalten, die einen Grafiker mit der Entwicklung eines Etiketts für ein eigenes Produkt beauftragt hat. Ein spannendes Thema, bei dem wir sofort hellhörig geworden sind. Es ist wirklich faszinierend, wie stark man eine Kaufentscheidung durch ein Design beeinflussen kann. Durch die Wahl der Schriften, Farben, Formen sowie durch gezielte Worte und Formulierungen.

Ich fragte die Unternehmerin, aus welchem Grund sie ihr bestehendes Produkt neu gestalten lassen möchte. Erstaunlicher Weise konnte sie uns darauf keine klare Antwort geben. Und genau in diesem Moment war uns klar, dass der Grafiker kein passendes Design entwickeln wird.

Und wisst ihr warum? Weil er nur im Dunkeln herumstochert. Es gibt keine klare Linie, kein Ziel, keinen gemeinsamen Fahrplan mit dem Kunden. Wie soll der Kunde ein Design bewerten, wenn er selbst gar nicht weiß, was er will? So kann niemals ein Produkt entstehen, dass den Kunden überzeugt.

Bei uns steht die konzeptionelle Vorarbeit deshalb immer an erster Stelle. Wir müssen einen Unternehmer und seine Ziele zu 100% verstanden haben, bevor wir mit der Gestaltung irgendwelcher Werbemittel anfangen. Und wenn der Kunde, wie in unserem Fall, selbst nicht genau weiß, wohin er will, unterstützen wir ihn dabei, seine Gedanken zu ordnen.

Dieser Schritt ist aus unserer Sicht entscheidend für den Erfolg jeder Werbemaßnahme. Nicht ohne Grund stecken wir bei jedem neuen Auftrag so viel Zeit in die Konzeption.

Kunde und Agentur müssen auf einer Seite stehen. Es müssen klare Ziele und Erwartungshaltungen abgesteckt werden. Das hilft nicht nur dem Designer, eine passende Gestaltung zu entwickeln. Diese Klarheit hilft auch dem Kunden enorm beim Entscheidungsprozess. Mit einem klaren Konzept und definierten Zielen kann er die erarbeiteten Designs besser bewerten und eine für sich zufriedenstellende Entscheidung treffen.

In der Regel müssen wir unsere Kunden dabei unterstützen, die benötigte Klarheit in ihre Gedanken zu bringen. Aber es gibt auch Menschen, die von sich aus diese Verbindung zu sich selbst und zum eigenen Unternehmen mitbringen. Das führt uns zu einer weiteren Unternehmerin, die wir auf dem anfangs erwähnten Netzwerk-Event kennengelernt haben.

Wir hatten uns im Vorfeld schon kurz mit ihrem Unternehmen beschäftigt, da wir von ihr über eine gemeinsame Kooperationspartnerin erfahren haben. Wir erzählten ihr also, dass wir bereits auf ihrer Website gestöbert hatten. Sie sagte:“Ohje, ich hoffe, mit meiner selbst gestalteten Website habe ich jetzt bei euch keinen schlechten Eindruck hinterlassen!“ Genau das Gegenteil war der Fall!

Wir waren erstaunt, mit welcher Klarheit und emotionalen Stimmigkeit sie ihre Seite aufgebaut hat. Ihre Werte und Qualitätsstandards, ihre Zielgruppen, ihre Themen und Botschaften - alles passt zusammen. Und genau deshalb erkannten wir sie beim ersten persönlichen Kennenlernen auch direkt. Wir versicherten ihr, dass ihr ihre Website wunderbar gelungen ist und dass sie sich auf dem richtigen Weg befindet. Eine sehr beeindruckende junge Frau. Wir freuen uns sehr, dass sich unsere Wege gekreuzt haben!

Falls ihr also einmal unsere Hilfe benötigt, um Klarheit in eure Gedanken und eure unternehmerischen Ziele zu bringen – wir sind nur einen Anruf entfernt 😊

Eure perlenmädchen

 

 

Donnerstag, 11. September 2014

Werbung für alle Sinne

Guerilla auf der Messe.

Am Wochenende war wieder einmal Gewerbeschau in unserer Heimatstadt Wittstock. Eine regionale Messe, auf der sich die ansässigen Unternehmer den Besuchern vorstellen. Aus diesem Anlass haben wir eine kleine Guerilla Aktion gestartet. Wir zogen mit unserem Bollerwagen über das Messegelände und verteilten kleine Give Aways, unsere Landliebe-Säckchen, an die Aussteller. Die Überraschung kam gut an! Schließlich sind es sonst immer nur die Besucher, die mit Geschenken bedacht werden.
„Aber was befindet sich denn in dem Säckchen?“ – Diese Frage hörten wir unzählige Male an diesem Tag. Tja.. Das muss schon jeder selbst herausfinden! Das perfekte Give Away – warum?



Anatomie eines Give Aways.

Das Ziel jeder Werbeaktion ist es, die Botschaft in den Köpfen der Menschen zu verankern. Je stärker der Reiz, desto eher wird Erlebtes gespeichert. Ein Werbemittel sollte also im Idealfall alle Sinne ansprechen – sehen, hören, riechen, tasten, schmecken. Auch beim schulischen Lernen wird daher empfohlen, sich den Lernstoff nicht nur aufzuschreiben, sondern auch laut vorzulesen.

Unser Landliebe-Säckchen spricht tatsächlich alle Sinne an. Außerdem ist das eigentliche Geschenk verpackt. Das weckt Interesse und Neugierde beim Empfänger - er möchte das Rätsel um den Inhalt lösen. Dazu betrachtet er das Säckchen von außen und tastet nach dem Inhalt. Das Stroh im Inneren knistert und es riecht nach Wiese und Obst. Und schließlich wurde das Geheimnis gelüftet und der saftige, rote Apfel entdeckt. Guten Appetit! Es wurde gerochen, gedrückt und geknistert und geschmeckt. 

Das Interesse der Menschen war geweckt. Jetzt möchte man mehr über den Absender des Geschenks erfahren. Unsere kleinen Flyer gestalteten wir bewusst wage: „Ideen aus 100% biologischem Anbau – Ohne Gähn-Technik“. Ziel war es, die Empfänger so neugierig zu machen, dass Sie aus eigenem Antrieb mehr über uns erfahren wollen und unsere Website oder Facebook Seite besuchen. Laut Statistik war diese Aktion die erfolgreichste in unserer Agenturgeschichte. Mission erfüllt!


Botschaften ausreizen.

Natürlich  kann nicht jedes Werbemittel alle Sinne bedienen. Print spricht in erster Linie das Auge an, Radio das Ohr, Fernsehen und Online Werbung beides. Mit etwas Kreativität kann man dennoch die Anzahl der Reize erhöhen.


Beispiel 1 „Bastelanleitung“

Mit dieser Anzeige für das Mozart Stück „Die Zauberflöte“ setzen wir bewusst auf Interaktion. Der Betrachter wird aufgefordert, ein Thaumatrop zu basteln und somit selbst zu Papageno, dem Vogelfänger aus der Oper zu werden. Dieses „Spielzeug“ erzeugt die optische Illusion, der Vogel wäre im Käfig gefangen. Auch die Neugierde („Funktioniert das wirklich?“) ist hier ein starker Anreiz. Beim tatsächlichen Basteln wird der Tast-, Seh- und Geruchssinn (Bastelkleber) angesprochen. Außerdem muss eine Denkleistung vollbracht werden. Die Anzeige löst also eine Vielzahl an Reizen aus.

Beispiel 2 „Duftlack“

Es gibt einige (Online) Druckereien, die eine Lackierung von Printmitteln mit diversen Duftlacken anbieten. Reibt der Empfänger über die Lackschicht, werden Duftstoffe freigesetzt. Es gibt unzählige Geruchs-Varianten, wie Hölzer, Blumen, Gewürze, Früchte oder auch ganz abgefahrene Gerüche, wie Aschenbecher oder Meeresbrise. Der angesprochen Reiz sollte dabei aber immer sinnvoll die Werbebotschaft unterstreichen.

Beispiel 3 „Knallfolie“

Dieses Großplakat an einer Bushaltestelle ist komplett mit einer Luftpolsterfolie überzogen. Wer „eine Prise Höhenluft“ schnuppern möchte, muss eine Luftkammer zerdrücken. Der Betrachter wird zur Interaktion aufgefordert und der innere Spieltrieb angeregt. Tast-, Seh- und Geruchssinn werden gleichermaßen angesprochen - Eine tolle Aktion von der Braunwald Tourism in der Schweiz, die garantiert im Kopf bleibt. Die Idee ist ohne Probleme auch auf kleinere Printmittel, wie Postkarten, übertragbar.

In diesem Sinne, viel Spaß beim Entwickeln von reizvollen Werbemitteln! Wir freuen uns auf eure Ergebnisse!

Eure perlenmädchen

Dienstag, 15. Juli 2014

6 Jahre perlenmädchen – ein Rückblick

Die Idee.

Meine Güte, wie die Zeit vergeht.. 6 Jahre ist es nun schon her, dass wir unsere Unterschriften unter die Gewerbeanmeldung gesetzt haben. 24 Jahre alt, keinerlei Berufserfahrung und voller naiver Vorstellungen vom Status der Selbstständigkeit…

Beide perlenmädchen stammen aus Wittstock, haben gemeinsam das Gymnasium besucht und sind über die Jahre Freunde geworden. Auch nach dem Abitur haben wir uns nie aus den Augen verloren. Ich, Nadine, ging nach Berlin, um Kommunikationswissenschaften zu studieren. Gitte zog es in die Hansestadt Hamburg, wo sie ein Studium zur Kommunikations-Grafik Designerin absolvierte.
Als frisch gebackene Kommunikationswirtin versuchte ich 2007 mein Glück auf dem Berliner Arbeitsmarkt und schlitterte von einem Praktikum ins nächste. Immer mit dem Versprechen auf eine Festanstellung geködert.. Um während der niederen Arbeit geistig fit zu bleiben, begann ich zusätzlich ein Fernstudium und ließ mich zur Werbetexterin ausbilden. So konnte es nicht weitergehen..
Bei einem Termin im Arbeitsamt stieß ich auf einen Flyer der Gründerwerkstatt iq consult enterprise. Eine Idee begann in meinem Kopf zu wachsen. Ich wollte endlich loslegen, wollte für reale Kunden arbeiten, mein hart erarbeitetes Wissen anwenden! Und wenn ich keine Stelle finde, die meiner Qualifikation entspricht, mache ich mich eben selbstständig! Ha!
Gitte war zu diesem Zeitpunkt kurz vor ihrem Abschluss. Ich erzählte ihr bei einem Treffen von meiner Idee. Ich wollte mich in Wittstock selbstständig machen, da ich mit der Großstadt nie richtig warm geworden bin. Ohne das ich es erwartet hätte, sagte Gitte plötzlich: „Klingt gut, ich glaube ich bin dabei.“

Die Gründung.

„Ihr wollt euch in Wittstock selbstständig machen? Seid ihr verrückt?!“, so oder so ähnlich reagierten die Menschen vorab fast alle. Viele schüttelten mit dem Kopf und erwarteten, dass wir nach spätestens einem Jahr wieder aufgeben würden. Tja, daraus wurde dann nichts ;)
Gemeinsam wandten wir uns an die Gründerberatung enterprise und nahmen jedes Seminar mit, was wir finden konnten. Buchhaltung, Rechtsberatung, Büroorganisation – wir wollten top vorbereitet sein. Unseren Firmennamen, damals noch pearl communications, und das zugehörige Corporate Design entwickelten wir an einem sonnigen Frühjahrtag im Hamburger Stadtpark.
Auszeichnung auf der PRIMA Messe
Wir schrieben unseren Geschäftsplan und nahmen im Mai 2008 am Businessplan Wettbewerb der PRIMA Messe teil. Auf der Messe präsentierten wir uns das erste Mal der Öffentlichkeit.
Am 15. Juli 2008 haben wir unsere Agentur für Kommunikation und Design offiziell gegründet. Nach unserer Teilnahme an der Wittstocker Gewerbeschau im September folgten die ersten großen Aufträge. Darunter die Entwicklung einer knapp 40-seitigen Broschüre für den größten Wittstocker Vermieter, die Gebäude- und Wohnungsverwaltung GmbH.
Noch bevor wir es bemerkten war ein Jahr rum und unser erster Geburtstag stand vor der Tür. Es war klar, dass wir uns etwas Besonderes einfallen lassen mussten. Wir hatten von Anfang an den Anspruch, kreativ zu arbeiten und besondere Ideen zu entwickeln. Es gab nur ein Problem: Keine Kohle. Null. Nada.  So kamen wir auf die Idee, Fahndungsplakate von uns anzufertigen und in einer Nacht-und-Nebel-Aktion wild zu plakatieren. Gesamtkosten: 300€.
Fahndungs-Aktion 2009
Am nächsten Morgen waren die Wittstocker Stadtverordneten in heller Aufregung und beriefen, laut einer unserer Quellen, eine außerordentliche Versammlung ein. Man wollte diskutieren, wie man mit der neuen unbekannten Bedrohnung umgehen könne ;D Und Zack, kannte uns über Nacht so ziemlich jeder „wichtige“ Mensch in unserer Heimatstadt. Wir praktizierten damals schon Guerilla Marketing, bevor wir davon wussten.

Die Marke.
2010 beschlossen wir unseren Namen zu ändern. Wir merkten, dass sehr viele Menschen Probleme mit der Aussprache der englischen Bezeichnung und daher auch Berührungsängste hatten. Von unseren Kunden wurden wir sowieso nur „die perlenmädchen“ gerufen. Daher
fiel die Entscheidung nicht schwer und wir haben sie nie bereut. Denn plötzlich kamen die Menschen offener auf uns zu und der Name wurde schnell zu einer Marke in der Region.
Kreativität hinterlässt Spuren
Unseren dritten Geburtstag 2011 wollten wir nicht ohne eine Aktion verstreichen lassen. Unter dem Motto „Kreativität hinterlässt Spuren“ zogen wir bewaffnet mit Sprühkreide durch Wittstock und hinterließen unsere Botschaften auf den Gehwegen und Parkplätzen der Stadt.
Bei der Wittstocker Gewerbeschau wurden wir zu einer festen Größe. Wir ließen uns in jedem Jahr besondere Aktionen und Gewinnspiele einfallen. Die Menschen kamen gerne an unseren Stand, kamen mit uns ins Gespräch und informierten sich über unsere neuesten Arbeiten.
Landliebe Postkarte
Unser Ruf als kreatives Werbeunternehmen eilte uns voraus. So konnten wir mit der Zeit viele große regionale Unternehmen und Kommunen unsere Kunden nennen, darunter die Sparkasse Ostprignitz-Ruppin, die INKOM Neuruppin GmbH sowie die Städte Wittstock und Neuruppin.
Unsere Landliebe Postkarten, die sich immer noch größter Beliebtheit erfreuen, stammen bereits aus dem Jahr 2012. Zu der Zeit wurden wir sehr oft mit dem Vorurteil konfrontiert, dass kreative und innovative Unternehmen doch nicht auf dem Land sitzen können. „Sie sitzen in Wittstock?! Aber Sie klingen doch so professionell!“ Sowas konnten wir natürlich nicht auf uns sitzen lassen ;)

perlenmädchen 2.0

2013 war ein sehr ereignisreiches Jahr für uns. Unseren fünften Geburtstag feierten wir mit einer blumigen Guerilla Aktion. Wir ließen in der ganzen Stadt Ideen wachsen und stießen bei der Wittstocker Bevölkerung auf ein großes positives Echo.
Außerdem merkten wir, dass wir uns mit den Jahren verändert hatten. Wir waren erwachsener geworden, hatten mehr Erfahrungen gesammelt und wollten regionale Unternehmer an unserem Wissen über kreatives Marketing und Guerilla Methoden teilhaben lassen. Um diese Wandlung auch nach außen hin zu kommunizieren,  gaben wir unserer Website einen völlig neuen Look.
Wir lassen Ideen wachsen
Im Oktober lernten wir auf einem Seminar Vertreter der IHK Potsdam kennen und verhandelten bald über eine gemeinsame Vortragsreihe. Anfang 2014 war es dann soweit. Die perlenmädchen waren von Januar bis April in vielen Brandenburgischen Städten zu Gast, um über erfolgreiches Guerilla Marketing im ländlichen Raum zu referieren. Die Reaktion war überwältigend! Man konnte die kreativen Schwingungen nach unseren Vorträgen förmlich spüren. Die Unternehmer waren infiziert!
Auf Vortragstour durch Brandenburg
Der direkte Austausch mit den Unternehmern war für uns eine intensive und wichtige Erfahrung. Wir wollten diesen Dialog dauerhaft erreichen und widmeten uns deshalb verstärkt den sozialen Medien. Wir erarbeiteten ein umfangreiches Social Media Konzept für unsere Agentur. Unser Facebook-Profil bauten wir aus, stiegen aktiv ins Xing Netzwerk ein, begannen zu tweeten und schließlich auch damit, diesen Blog zu schreiben. Wir freuen uns jeden Tag über die vielen positiven Reaktionen, die wir von Unternehmern, Werbetreibenden und Privatpersonen aus ganz Deutschland erhalten.
Wir danken all unseren Kunden und Unterstützern! Wegen euch können wir heute, mit 6 Jahren auf dem Buckel, unsere Einschulung feiern :)
Alle, die heute nicht dabei sein können, dürfen sich auf eine ausführliche Berichterstattung, viele Fotos und ein schickes Video freuen!

Vielen Dank für Alles,
eure perlenmädchen

Dienstag, 24. Juni 2014

Von Einem, der auszog uns Guerilla zu lehren

Der fremde Planet.

Grüne Männchen in der Stadt
Vor ein paar Monaten bekam ich eine Einladung zu einem IHK Workshop. Thema: Guerilla Marketing. Ein Dozent aus Berlin! Das weckte natürlich meine Aufmerksamkeit. Vielleicht lernt man ja was neues, schließlich kommt der Dozent aus Berlin! Und wer aus unserer schönen Hauptstadt kommt, kann ja nur ein Profi sein. Ich hatte allerdings so eine Vorahnung..
Der Vortrag fand in Kyritz statt. Eine brandenburgische Kleinstadt. Ziemlich weit ab vom Schuss. Kaum noch wirtschaftliche Kraft. Kein Wunder also, dass der Dozent aus der Großstadt von Beginn an merkwürdig fehl am Platz wirkte… 
Im Laufe der Veranstaltung bestätigte sich meine Vorahnung. Der Mann hatte Ahnung von seinem Fach, aber davon, wie es auf dem Land abläuft, hatte er keinen Schimmer.
Als Beispiele für Guerilla Aktionen wurden große Installationen an Hochhäusern gezeigt. (Toll, aber was hat das mit mir hier in Kyritz zu tun??) Es wurde über Addidas und Nike gesprochen und über Werbebudgets um die 500.000 Euro. (Wenn ich soviel Geld hätte, würde ich hier nicht sitzen..) Bis hierhin große Augen und skeptische Blicke vom Publikum. Und dann stellte er die entscheidende Frage: „Wo habt ihr hier denn eure nächste Mall?“ Komplette Verwirrung von Seiten des Publikums. Eine bitte was?! Spätestens an diesem Punkt fühlte sich der arme Dozent wie auf einem fremden Planeten.
„Also hier um die Ecke haben wir einen größeren Baumarkt“, bot sich einer der Anwesenden an, die unangenehme Stille zu füllen. Tja, das ging dann mal nach hinten los, mit dem Experten aus der Großstadt.

Die Lösung.

Guerilla-Blumenaktion der perlenmädchen
Die Unternehmer aus Kyritz konnten mit dem Vortrag wenig anfangen. Die gezeigte Welt ist einfach zu weit weg von ihrer eigenen. Die Beispiele wären hier niemals umsetzbar. Wer hat schon so ein Werbebudget? Kurz bevor die Menschen die Idee des Guerilla Marketings verteufelten und den Berliner Experten mit brennenden Fackeln und Mistgabeln aus der Stadt jagten, schritt ich ein.


„Wartet mal! Guerilla auf dem Land ist tatsächlich machbar! Und zwar kostengünstig und effektiv.“ Ich berichtete von unserer 300 Euro teuren Fahndungsaktion, durch die wir über Nacht bekannt wurden. Über die Vorteile von Sprühkreide auf Gehwegen. Über grüne Männchen, die über Marktplätzen sprangen und die Presse nur so anlockten. Ich zeigte, wie wir mit unserer Aktion „Wir lassen Ideen wachsen“ Plätze und Wiesen in Wittstock in bunte Blütenpracht tauchten. 
Fazit: Der Dozent kam sicher nach Hause, das Guerilla Marketing Image war wieder hergestellt und die IHK bot uns an, auf gemeinsame Vortragstour durch Brandenburg zu gehen.



Mit Kompetenz gehen Vorurteile.

Warum wurde einer aus der Großstadt überhaupt auf die allgemeine Landbevölkerung losgelassen? Ganz einfach: Weil der was kann. Was können muss! Er ist schließlich aus Berlin. Während unserer 6 Jahre als perlenmädchen stolperten wir immer wieder über diese Vorurteile. Unternehmer auf dem Land sind weniger erfahren, sind nicht besonders kompetent, arbeiten mit veralteten Methoden, sind nicht up to date. Besser jemanden aus der Großstadt einkaufen. Oft herrschte ungläubiges Stauen am Telefon, wenn ich auf unseren Firmensitz zu sprechen kam. „Sie sitzen in Wittstock? Aber Sie klingen doch so professionell!“

Unsere Postkarten gegen Vorurteile
Diese Vorurteile sind leider auch in den eigenen Reihen vertreten. Die Stadt Neuruppin lies zum Beispiel ihr Standortmarketingkonzept von Marketingprofis aus der Großstadt anfertigen. Der Prophet ist im eigenen Land eben nichts wert. Doch die ansässigen Unternehmer sind eigentlich die wahren Experten! Sie kennen die hier herrschenden Bedingungen, kennen die Möglichkeiten und die ungeschriebenen Regeln der Region. Sie kennen die Menschen und wissen wie sie ticken. Um wirtschaftsschwache Regionen zu fördern,  ist es wichtig, dass alle gemeinsam ein einem Strang ziehen. Das Geld sollte in der Region bleiben, statt teure Experten aus der Fremde zu finanzieren. Also ihr Brandenburger Unternehmer, haltet zusammen, steht auf und zeigt stolz eure Kompetenzen! Wir wissen was ihr drauf habt und dass ihr euch hinter der Konkurrenz aus Berlin nicht verstecken müsst! Jetzt wird es Zeit, dass ihr es auch allen anderen zeigt!

Dienstag, 17. Juni 2014

Die Bedeutung von Kooperationen auf dem Land

Co-Working was?!

Vor einer Weile nahm ein junger Mann mit mir Kontakt auf. Er sagte, er ist ein Unternehmer aus Berlin und mit seiner kleinen Familie gerade in die Nähe von Kyritz gezogen. Für alle, die nicht wissen wo das ist: Tiefstes Brandenburger Hinterland. Jedenfalls hat er diiiie Geschäftsidee, mit der er in seiner neuen Heimat Fuß fassen will.  Achtung: Ein Co-Working-Space! Eine Hand voll Kreativer, Freelancer oder Künstler schließen sich zusammen und mieten gemeinsam eine große Bürofläche. Man teilt sich die Kosten und profitiert außerdem beruflich voneinander. In Berlin gerade totaaal angesagt. So so.
Meine Antwort war eine skeptisch in die Höhe gezogene Augenbraue. Mit Kooperation hat hier nämlich niemand groß was am Hut. Nächstes Hindernis: Der englische Begriff. Der typische Brandenburger Eingeborene reagiert mit 99,9%ig Wahrscheinlichkeit so: „Hää?! Wasn ditte?“
In Berlin ist diese Art des Zusammenarbeitens sicherlich perfekt! Auf dem Land funktioniert das in der Form aber leider nicht. Zum einen gibt es hier kaum oder nur sehr wenig Kreative und Künstler, die so ein Angebot ansprechen würde. Zum anderen sind das Auftragsvolumen und Kunden sehr begrenzt. Und wer will sich schon mit der Konkurrenz an einen Tisch setzen? Die wollen einem ja nur hinter dem Rücken die Kunden wegschnappen! Dabei sind Kooperationen gerade in ländlichen Regionen eine sehr wichtige Säule. Warum ich das sage?

Von Nischen und Massen.

In der Großstadt ist die Bevölkerungsdichte sehr hoch. Hier tummelt sich alles, was es auf der großen schönen Welt so gibt. Eine Nischenstrategie, bei der nur eine sehr spezielle Zielgruppe angesprochen wird, kann hier die richtige Entscheidung sein. Wenn Sie zum Beispiel nur grün-karierte Hemden in allen Variationen verkaufen wollen, können Sie sich in Berlin garantiert einen treuen Kundenstamm aufbauen. Auf dem Land wird diese Strategie nach hinten losgehen. Die Bevölkerungsdichte ist hier sehr viel geringer und damit auch die Anzahl der „Grün-karierten-Hemden-Liebhaber“.  Hier muss die Produktpalette bzw. die Dienstleistung breiter ausgelegt sein, um für eine größere Zielgruppe interessant zu sein. Unternehmer müssen mit ihrem Angebot eine breite Masse abdecken, um existieren zu können. Leichter gesagt als getan. Besonders für kleine und mittelständische Unternehmen. Oft fehlen nämlich ergänzende Kompetenzen, um dem Kunden den vollen Service bieten zu können. Es fehlt Platz, um neue Anlagen aufzustellen oder die finanziellen Mittel, um die Anlage und die neue Halle zu finanzieren. Es macht keinen Sinn sich zu übernehmen, einen Kredit nach dem anderen aufzunehmen oder sich als Experte für Leistungen auszugeben, von denen man eigentlich keine Ahnung hat. Was Sinn macht sind Kooperationen!

Ellenbogen rein. Hand raus.

Anstatt die Ellenbogen auszufahren, sollten Sie eher die Kontaktaufnahme mit der ausgestreckten Hand versuchen. Suchen Sie sich Kooperationspartner, die ihre Kompetenzen ergänzen und vervollständigen. Die perlenmädchen arbeiten zum Beispiel seit vielen Jahren erfolgreich mit einem Neuruppiner IT Unternehmen zusammen. Von einer Werbeagentur wird erwartet, dass diese auch Websiten entwickeln kann. Templates erstellen, Inhalte nutzer- und suchmaschinenfreundlich aufbereiten und strukturieren – alles kein Problem. Technische Umsetzung, Programmierung – keinen Schimmer. Und da kommt die edv plan GmbH ins Spiel. perlenmädchen: Werbeexperten. edv plan: Technikexperten. Der Kunde bekommt ein perfektes Produkt aus einer Hand. Alle sind glücklich. Die ideale Symbiose!
Aber so eine Kooperation hat noch viiiel mehr Vorteile! Man kann sich Aufwand und Kosten teilen. Zum Beispiel bei gemeinsamen Werbeaktionen. Außerdem knüpft man sich mit seinen Partnern ein Sicherheitsnetz und fängt sich gegenseitig auf. Läuft es im eigenen Unternehmen gerade nicht gut, bedeutet die Anfrage eines Kooperationspartners bezüglich eines gemeinsamen Auftrags oft die herbeigesehnte Erlösung. Es ist einfach ein gutes Gefühl zu wissen, dass man nicht alleine kämpfen muss. Dass es Menschen gibt, die einem wieder auf die Beine helfen, wenn man fällt.
Also los, ihr Brandenburger Unternehmer! Ellenbogen rein! Hand raus!