Dienstag, 17. Juni 2014

Die Bedeutung von Kooperationen auf dem Land

Co-Working was?!

Vor einer Weile nahm ein junger Mann mit mir Kontakt auf. Er sagte, er ist ein Unternehmer aus Berlin und mit seiner kleinen Familie gerade in die Nähe von Kyritz gezogen. Für alle, die nicht wissen wo das ist: Tiefstes Brandenburger Hinterland. Jedenfalls hat er diiiie Geschäftsidee, mit der er in seiner neuen Heimat Fuß fassen will.  Achtung: Ein Co-Working-Space! Eine Hand voll Kreativer, Freelancer oder Künstler schließen sich zusammen und mieten gemeinsam eine große Bürofläche. Man teilt sich die Kosten und profitiert außerdem beruflich voneinander. In Berlin gerade totaaal angesagt. So so.
Meine Antwort war eine skeptisch in die Höhe gezogene Augenbraue. Mit Kooperation hat hier nämlich niemand groß was am Hut. Nächstes Hindernis: Der englische Begriff. Der typische Brandenburger Eingeborene reagiert mit 99,9%ig Wahrscheinlichkeit so: „Hää?! Wasn ditte?“
In Berlin ist diese Art des Zusammenarbeitens sicherlich perfekt! Auf dem Land funktioniert das in der Form aber leider nicht. Zum einen gibt es hier kaum oder nur sehr wenig Kreative und Künstler, die so ein Angebot ansprechen würde. Zum anderen sind das Auftragsvolumen und Kunden sehr begrenzt. Und wer will sich schon mit der Konkurrenz an einen Tisch setzen? Die wollen einem ja nur hinter dem Rücken die Kunden wegschnappen! Dabei sind Kooperationen gerade in ländlichen Regionen eine sehr wichtige Säule. Warum ich das sage?

Von Nischen und Massen.

In der Großstadt ist die Bevölkerungsdichte sehr hoch. Hier tummelt sich alles, was es auf der großen schönen Welt so gibt. Eine Nischenstrategie, bei der nur eine sehr spezielle Zielgruppe angesprochen wird, kann hier die richtige Entscheidung sein. Wenn Sie zum Beispiel nur grün-karierte Hemden in allen Variationen verkaufen wollen, können Sie sich in Berlin garantiert einen treuen Kundenstamm aufbauen. Auf dem Land wird diese Strategie nach hinten losgehen. Die Bevölkerungsdichte ist hier sehr viel geringer und damit auch die Anzahl der „Grün-karierten-Hemden-Liebhaber“.  Hier muss die Produktpalette bzw. die Dienstleistung breiter ausgelegt sein, um für eine größere Zielgruppe interessant zu sein. Unternehmer müssen mit ihrem Angebot eine breite Masse abdecken, um existieren zu können. Leichter gesagt als getan. Besonders für kleine und mittelständische Unternehmen. Oft fehlen nämlich ergänzende Kompetenzen, um dem Kunden den vollen Service bieten zu können. Es fehlt Platz, um neue Anlagen aufzustellen oder die finanziellen Mittel, um die Anlage und die neue Halle zu finanzieren. Es macht keinen Sinn sich zu übernehmen, einen Kredit nach dem anderen aufzunehmen oder sich als Experte für Leistungen auszugeben, von denen man eigentlich keine Ahnung hat. Was Sinn macht sind Kooperationen!

Ellenbogen rein. Hand raus.

Anstatt die Ellenbogen auszufahren, sollten Sie eher die Kontaktaufnahme mit der ausgestreckten Hand versuchen. Suchen Sie sich Kooperationspartner, die ihre Kompetenzen ergänzen und vervollständigen. Die perlenmädchen arbeiten zum Beispiel seit vielen Jahren erfolgreich mit einem Neuruppiner IT Unternehmen zusammen. Von einer Werbeagentur wird erwartet, dass diese auch Websiten entwickeln kann. Templates erstellen, Inhalte nutzer- und suchmaschinenfreundlich aufbereiten und strukturieren – alles kein Problem. Technische Umsetzung, Programmierung – keinen Schimmer. Und da kommt die edv plan GmbH ins Spiel. perlenmädchen: Werbeexperten. edv plan: Technikexperten. Der Kunde bekommt ein perfektes Produkt aus einer Hand. Alle sind glücklich. Die ideale Symbiose!
Aber so eine Kooperation hat noch viiiel mehr Vorteile! Man kann sich Aufwand und Kosten teilen. Zum Beispiel bei gemeinsamen Werbeaktionen. Außerdem knüpft man sich mit seinen Partnern ein Sicherheitsnetz und fängt sich gegenseitig auf. Läuft es im eigenen Unternehmen gerade nicht gut, bedeutet die Anfrage eines Kooperationspartners bezüglich eines gemeinsamen Auftrags oft die herbeigesehnte Erlösung. Es ist einfach ein gutes Gefühl zu wissen, dass man nicht alleine kämpfen muss. Dass es Menschen gibt, die einem wieder auf die Beine helfen, wenn man fällt.
Also los, ihr Brandenburger Unternehmer! Ellenbogen rein! Hand raus!