Später kommt früher als man denkt
Warum es so
wichtig ist, mit der Zeit zu gehen
Die unsichtbare Krise hinter guten Zahlen
Dass jahrelang, ja eigentlich jahrzehntelang keine
Weiterentwicklung stattgefunden hat, ist in jeder Pore des Unternehmens
sichtbar. Der Kundenstamm ist überaltert – Kunden unter 55 Jahren muss man suchen.
Damit stirbt der Markt des Unternehmens demografisch schlichtweg aus.
Gleichzeitig sind die Arbeitsprozesse fast zu 100 % analog.
Das kritische Betriebswissen zu Kunden und Verkäufen steckt ausschließlich in
den Köpfen einiger weniger Mitarbeiter. Diese Menschen riechen ihre Rente
bereits. Fällt einer von ihnen von heute auf morgen aus, droht ein akuter
Gedächtnisverlust des gesamten Betriebs. Eine tickende Zeitbombe für die
Betriebssicherheit.
Baustelle Marketing und IT
Es gibt keine Marketingstrategie. Wenn Werbung betrieben
wird, dann nur willkürlich und über klassische Kanäle ohne messbaren Erfolg.
Die Website ist Marke Eigenbau und wird vernachlässigt. Digitales Marketing
existiert nicht. Auch an der IT wird selbst geschraubt. Das Unternehmen hat
sogar schon schmerzhafte Erfahrungen mit Cyberangriffen gemacht, da das Thema
Datensicherheit „nebenbei“ betreut wird. Aus falschem Stolz und um Geld zu
sparen wird hier die Sicherheit der Kundendaten und der eigenen Existenz aufs
Spiel gesetzt.
Wenn jetzt kein massives Umdenken erfolgt, ist das Ende des
Unternehmens absehbar. Aktuell steht der Betrieb wirtschaftlich zwar noch gut
da. Doch genau das ist die gefährlichste Phase: Der aktuelle Erfolg blendet und
wiegt die Führung in falscher Sicherheit. Wer erst investiert, wenn die Gewinne
einbrechen, agiert nicht mehr strategisch, sondern nur noch panisch aus der
Defensive heraus.
Der psychologische Spagat der Transformation
Wir merken, dass einige Köpfe in der Führung das erkennen
und eine Veränderung begrüßen. Allerdings spürt man auch die Bremser: „Es läuft
doch alles!“ Wir sind uns deshalb nicht sicher, ob unser Kunde es schaffen
wird, das enorme Defizit rechtzeitig aufzuholen.
So ein Change-Prozess ist mit hohen Investitionen verbunden.
Wenn die Veränderung klappen soll, müssen alle Beteiligten mit im Boot sein.
- Kulturwandel:
Mitarbeiter müssen fortgebildet und neue, junge Denker eingestellt werden.
Das bedeutet auch, starre Hierarchien für frische Ideen zu öffnen.
- Infrastruktur:
Moderne Software (wie CRM- und ERP-Systeme) muss angeschafft werden, um
das wertvolle Wissen der letzten Jahrzehnte zu sichern.
- Sichtbarkeit:
Das digitale Marketing muss massiv ausgebaut werden, beginnend mit einem
kompletten Relaunch der Website bis hin zum Google-Business-Eintrag und
einer Präsenz in den sozialen Medien.
Empathie statt Brechstange
Es gibt enorm viel zu tun. Unsere Kunden sind allerdings
auch nur Menschen, die diese Flut an Informationen und harten Ratschlägen erst
einmal verarbeiten müssen. Ein solches Umdenken erfolgt nicht auf Knopfdruck.
Es ist völlig natürlich, dass Widerstände und Ängste
entstehen, wenn man die eigenen Defizite so massiv vor Augen geführt bekommt.
Unsere Aufgabe als Berater ist es daher, nicht nur Marketingkompetenz zu
vermitteln, sondern auch emotionale Begleiter zu sein. Wir wollen die Ängste
und das Gefühl der Überforderung nehmen und stattdessen die Lust auf die
Zukunft wecken. Denn am Ende meinen wir es nie böse mit unseren Kunden, sondern
haben immer das Ziel zu helfen.
Unser Rat an alle alteingesessenen UnternehmerInnen da draußen
Diese Situation ist kein Einzelfall. Sie ist das Resultat
von jahrelangem, intensivem operativem Arbeiten – bei dem der Blick für das
große Ganze verloren ging. Wenn ihr euer Unternehmen krisenfest für die
nächsten Jahrzehnte aufstellen wollt, brecht aus diesem Hamsterrad aus:
- Kopf
hoch statt Blick nach unten: Arbeitet nicht mit gesenktem Kopf im
Tagesgeschäft vor euch hin. Schafft euch ganz bewusst Freiräume im
Kalender, um den Markt strategisch zu beobachten, neue Chancen frühzeitig
zu erkennen und Trends nicht zu verpassen.
- Die
Vogelperspektive einnehmen: Geht regelmäßig in die ehrliche
Selbstreflexion. Betrachtet euer eigenes Unternehmen von oben. Wo steht
ihr wirklich? Wo drückt der Schuh in fünf Jahren?
- Frische
Denker reinholen: Arbeitet dauerhaft daran, junge Menschen mit
modernen Sichtweisen in euer Team zu holen. Vertraut deren digitaler
Intuition – sie sind die Brücke zu eurer Kundschaft von morgen.
- Den
Blick von außen nutzen: Es ist unendlich schwer, betriebsblind die
eigenen Fehler zu finden. Bezieht deshalb ganz bewusst Außenstehende,
Berater oder Branchenfremde mit ein. Ein neutraler Blick deckt blinde
Flecken auf, bevor sie zum wirtschaftlichen Problem werden.
Denn eines steht fest: „Später“ wartet nicht, bis wir bereit
sind. Später kommt immer früher, als man denkt.
Habt ihr Ideen, Gedanken oder Erfahrungen dazu? Tauscht euch
gern mit uns aus!
Eure perlenmädchen
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