Dienstag, 27. September 2016

Privatpool oder Freibad
Tipps, rund um Fotos für eure Werbemittel

Schwimmen oder untergehen

Schwimmen oder unter gehen (Quelle: pixabay)Webseiten, Broschüren, Flyer, Anzeigen – Für alle Werbemittel benötigt man Bilder. Doch woher nimmt man all diese Fotos? Muss man jedes Mal einen Fotografen beauftragen oder kann man einfach Bilder aus dem Netz verwenden? Genau diesen Fragen gehen wir heute nach.

Fotos ziehen das Auge an. Durch Farben und Formen wird dem Betrachter eine Stimmung vermittelt. Die Auswahl des Fotos sollte immer die Botschaft des Werbemittels unterstützen. Genau deshalb ist es auch so schwierig, das passende Bild für die Umsetzung einer Idee zu finden.

Die im Design verwendeten Fotos entscheiden darüber, ob eurer Werbemittel oben schwimmt oder in der Versenkung verschwindet. Das Layout kann noch so professionell sein. Der Text kann die Botschaft perfekt auf den Punkt bringen. Wenn ihr jedoch qualitativ schlechte und unprofessionelle Bilder verwendet, verliert jedes Werbemittel an Wirkung und geht unter.

Modrig und eingewachsen

Ungepflegter Bilder-Pool (Quelle: pixabay)Soll ein neues Werbemittel erstellt werden, benötigt der Designer Fotos vom Kunden. Und da fängt das Problem oft bereits an. Gemäß unserer Erfahrung besitzen die wenigsten kleinen und mittelständischen Unternehmen einen eigenen Fotopool. Diejenigen mit einem Bild-Archiv, haben es oftmals vernachlässigt.


Der Pool ist ungepflegt, modrig und eingewachsen. Bilder wurden nicht richtig archiviert, Nutzungsrechte sind unklar und die Fotos liegen nicht in einer ausreichenden Auflösung vor. Alle Werbemittel, die daraus entstehen, müffeln von Anfang an.

Was tun? Die Deadline drückt. Ein Fotograf kann in so kurzer Zeit und mit dem vorhandenen Budget nicht beauftragt werden. Die Rettung heißt deshalb allzu oft: Stockbilder!

Der Rettungsring

Stockbilder als Rettung (Quelle: pixabay)
Stockbilder sind Fotos aus Online-Bildbörsen. Es gibt sowohl kostenpflichtige als auch kostenfreie Bildarchive im Netz zu finden. Die Motive der Fotos sind oft sehr allgemein. Hier werdet ihr also kaum außergewöhnliche Kompositionen finden. Deshalb ist es durchaus möglich, dass ihr die Stockfotos aus euren Werbemitteln auch in denen anderer Unternehmen wiederfindet.

Damit sind wir auch schon bei den Nachteilen solcher Fotos. Sie sind nicht individuell und genau auf das Konzept eures Werbemittels zugeschnitten. Außerdem sind sie unpersönlich und oft auch steril. Das müssen sie auch sein. Sie sollen schließlich zu allen möglichen Anlässen und Absendern passen. Die Persönlichkeit eures Unternehmens könnt ihr so aber niemals authentisch transportieren.

Geht es um größere Projekte, wie eine neue Website, wirkt sich das noch stärker aus. Für eine Internetseite werden viele Bilder benötigt, die eure Botschaften bebildern. Verwendet ihr nur Stockfotos werdet ihr schnell feststellen, dass der Stil der Bilder sehr unterschiedlich ist. Die zusammengesuchten Fotos passen oft nicht zusammen, folgen keinem rotem Faden. 

Aber natürlich haben solche Bilder auch ihre Vorteile. Stockfotos werden schließlich nicht ohne Grund so häufig genutzt. Die Fotos aus den öffentlichen Pools haben oftmals einen sehr professionellen Look. Außerdem sind sie immer in sehr hoher Auflösung vorhanden, sodass ihr die Bilder auch sehr großformatig drucken könnt. Außerdem sind diese Fotos sehr schnell verfügbar. Sofort. Nur die Suche nach dem passenden Motiv, nimmt gerne viel Zeit in Anspruch. Zudem ist die Beschaffung der Bilder mit vergleichsweise geringen Kosten verbunden oder sogar ganz kostenfrei. Es kann sich also lohnen bei der Bildsuche ab und an in den öffentlichen Pool abzutauchen.
Wir möchten euch beispielhaft jeweils 2 kostenpflichtige und kostenfreie Bildbörsen vorstellen.

Freibäder mit Eintritt

Kostenpflichtige Bildbörsen (Quelle: pixabay)
Die Bilder aus kostenpflichtigen Börsen dürfen frei für kommerzielle Zwecke genutzt werden. Außerdem habt ihr das Recht, die Motive zu verändern, z.B. indem ihr Schrift darüberlegt oder Fotomontagen erstellt. Allerdings dürft ihr diese Fotos nicht in sozialen Medien teilen, da ihr z.B. auf Facebook das Nutzungsrecht an Facebook abtretet. Diese Entscheidung liegt allein beim Urheber. Im Blog oder auf eurer Website dürft ihr die Fotos verwenden. Ihr solltet allerdings die Quelle angeben. Auf den Bildportalen sind die Nutzungsrechte aber immer nochmal genau beschrieben.

fotolia.de (kostenpflichtig)

Bei fotolia findet ihr einen riesigen Pool an professionellen Fotos, Videos und Grafiken. Über ein Suchfeld gebt ihr eurer Motivwunsch ein. Die Suche ist etwas ungenau. Was aber durchaus Absicht ist. Oft weiß der User nicht, was er eigentlich sucht. Fotolia zeigt deshalb auch verwandte Motive zu eurer Suchanfrage an. Eine tolle Inspirationsquelle, die zu einigen frischen Ideen verhelfen kann J
Zudem besitzt fotolia eine Filterfunktion. Ihr könnt Videos und Grafiken aus eurer Suche ausschließen, wenn ihr nur ein Foto finden wollt. Außerdem könnt ihr nach Farben filtern, um z.B. vorwiegend rote oder blaue Bilder angezeigt zu bekommen. Auch nach Themen könnt ihr die Anzeige einschränken.

Bezahlt wird über ein Creditsystem. Ihr kauft euch also Punkte (Credits), die ihr zum Erwerb der Bilder verwenden könnt. Je größer und besser aufgelöst ihr ein Motiv haben wollt, desto mehr Credits werden fällig. Ihr müsst mindestens 10 Credits erwerben. Bilder kosten in der Regel zwischen einem (xs) und 12 Credits (xxl). Alternativ könnt ihr euch für diverse Abo-Varianten entscheiden.

istockphoto.com (kostenpflichtig)

Der Bilderpool auf istockphoto ist ähnlich riesig, wie auf fotolia. Auch hier findet ihr neben Foto, Videos und Grafiken. Zusätzlich könnt ihr auf ein Audio-Archiv zugreifen. Die Suche bei istockphoto ist sehr viel präziser. Hier bekommt ihr genau das angezeigt, was zur Suchanfrage passt. Die Filterfunktion ist ähnlich umfangreich wie bei fotolia.

Auch bei istockphoto läuft die Bezahlung über ein Creditsystem. Ihr könnt euch einzelne Credits kaufen oder ein kostengünstigeres Abo abschließen, durch das ihr regelmäßig Bilder downloaden könnt. Auch hier gilt: Je größer das Bild/die Auflösung, desto höher der Preis.

Freibäder ohne Eintritt


Die Fotos aus den hier vorgestellten Bildbörsen sind gemeinfrei. Ihr könnt sie also neben Print, Website und Blog, problemlos auch in den sozialen Medien verwenden.

pexels.com (kostenfrei)

Eine kleine, feine Bildböse, die durch sehr professionelle und hochwertige Bilder überzeugen kann. Allerdings ist der Pool ziemlich klein. Je spezieller eure Anfrage wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihr keine Treffer landen werdet.
Es handelt sich um eine englischsprachige Website. Die Suchanfragen müsst ihr also auf Englisch stellen. Der Download der Bilder gestaltet sich sehr simpel. Ihr benötigt keinen Account. Alle Bilder werden in nur einer Größe angeboten. Ein Klick auf „Free Download“ genügt. In einem neuen Tab öffnet sich das gewünschte Bild und kann von euch mit einem Klick auf die rechte Maustaste durch „Speichern unter..“ abgelegt werden.

pixabay.com (kostenfrei)
Auf Perlensuche im Bilderpool (Quelle: pexels)


In dieser Bildbörse müsst ihr euch im Perlentauchen üben, denn die Qualität schwankt sehr stark. Ihr findet wirklich schlechte Fotos von Möchtegern-Fotografen, aber auch absolut hochwertige Perlen.
Ignoriert hier die oberste Zeile Bilder. Diese Werbeleiste zeigt kostenpflichtige Motive der Börse shutterstock.

Auch bei pixabay benötigt ihr für den Download nicht zwingend einen Account. Nach Auswahl der gewünschten Bildgröße müsst ihr lediglich ein Captcha eintragen. Nur wer die höchste Auflösung besitzen möchte muss sich kostenfrei anmelden. Keine große Sache. Auch das ist schnell und unkompliziert erledigt.

Der eigene Pool

Vorzüge des privaten Bilderpools (Quelle: pexels)
Nicht immer reicht es aus Fotos solcher Online-Bildbörsen zu verwenden. Wir raten euch, auch einen eigenen Bilderpool anzulegen. Dazu solltet ihr auch mal ins kalte Wasser springen und einen professionellen Fotografen beauftragen. Zum Anlass nehmen solltet ihr wichtige Projekte oder Kampagnen, wie zum Beispiel die Erstellung einer neuen Unternehmenswebsite.

Der Fotograf muss gut gebrieft werden. Ihr solltet ihm genau erklären, welche Botschaften und Stimmungen ihr durch die Fotos übertragen wollt. Ohne ein Konzept für das Shooting, erhaltet ihr im schlimmsten Fall ähnlich seelenlose Bilder, wie aus den Online-Börsen.

Ein guter Fotograf hört euch genau zu und kann eure Vorstellungen perfekt umsetzen. Natürlich ist dieses Vorgehen sehr viel zeit- und kostenintensiver. Als Belohnung haltet ihr auch später einzigartige Bilder in den Händen, die eurer Unternehmen, eure Persönlichkeit und eure Botschaften authentisch transportieren. Alle Bilder besitzen zudem den gleichen Stil und wirken wie aus einem Guss. Ihr könnt solche Fotostrecken also sehr gut für umfangreichere Werbemittel verwenden, ohne einen optischen Bruch darin zu haben.

Euren Fotopool müsst ihr regelmäßig pflegen und erweitern. Alle 1 bis 3 Jahre sollte man mindestens in einen Fotografen investieren. Klärt zudem vorab die Nutzungsrechte mit dem Fotografen, damit ihr die teuren Bilder auch für all eure Zwecke verwenden könnt.
Steckt auch etwas Gedanken in die Archivierung eurer Bilder. Legt die Ordner sinnvoll ab, bezeichnet sie aussagekräftig, vermerkt den Urheber und die Nutzungsrechte. Das erleichtert das spätere Arbeiten mit den Fotos allgemein.

Freischwimmer

Freischwimmer (Quelle: pexels)
Das Schwimmen im Freibad hat durchaus seine Vorzüge. Aber ohne einen ganz individuellen Privatpool geht es eben auch nicht. Die Mischung machts. Besonders für kleinere Projekte, wie Anzeigen, für die nur einzelne Motive benötigt werden, könnt ihr problemlos auf Stockfotos zurückgreifen.

Aber spätestens wenn es darum geht euer Unternehmen abzubilden, solltet ihr eigene Fotos verwenden. Stockbilder sind für solche Zwecke viel zu seelenlos und austauschbar. Und welches Unternehmen möchte schon so auf seine Kunden wirken?
Also immer rein ins kühle Nass und fröhliches Schwimmen!


Eure perlenmädchen