Dienstag, 26. Januar 2016

Ein Name mit Geschmack
Das Rezept für die perfekte Unternehmensbezeichnung

Fader Beigeschmack

Viele Unternehmer sind bei der Namenswahl nicht besonders kreativ. Oftmals wird nur die Branche oder Berufsbezeichnung mit dem eigenen Namen kombiniert. Autowerkstatt Hans Müller, Gärtnerei Schulze, Schuhhaus Inga Schmidt, Fahrschule Meyer… Gähn. Einheitsbrei. Ohne Geschmack.

Wer soll sich so etwas merken? Im Kopf passiert absolut nichts. Ist euer Firmenname clever gewählt, ist er nicht nur einprägsamer, sondern kann sogar ein wirksames Marketinginstrument sein.

Natürlich müssen Einzelunternehmer und GbRs unter ihren Personennamen gründen. Gut vermarkten lassen sich diese formalen Unternehmensbezeichnungen aber nicht. Jedem Unternehmer ist aber freigestellt, einen Namenszusatz zu benutzen. Und diesen dürft ihr auch für eure Kommunikation verwenden.

Wenn sich eine Werkstatt "KfZ Werkstatt Holger Mustermann" nennt, ist das nicht besonders originell oder auffällig. Der Name "Schmutzfink" in Verbindung mit der Branche ist da schon spaßiger.
Es geht darum, den Menschen einen Aufhänger zu geben, einen Fehler, einen Stolperstein, einen Haken, an dem sie sich festhalten können. Muss ein Wortwitz "entschlüsselt" werden, eine Metapher entdeckt, ein kleines "Rätsel" gelöst werden - also quasi eine Denkleistung erfolgen - bleibt euer Name viel eher in Erinnerung.

Wir werden zum Beispiel sehr oft auf den Namen unserer Agentur angesprochen. Die Menschen sind neugierig und möchten die Geschichte hinter der Bezeichnung "perlenmädchen" erfahren. Schließlich verrät dieser Begriff nichts Eindeutiges.
Eine Journalistin, die einen Artikel über eine Unternehmensmesse schreiben sollte, pickte sich unsere Agentur aus der langen Liste der Firmen heraus. Weil sie unseren Namen so spannend fand.
Wir bekommen Anrufe von Menschen, die unsere Pkws auf der Autobahn gesehen haben und später unsere Agentur ergoogelt haben.
Bei unseren Kunden haben wir von Beginn an unseren Spitznamen weg. Wenn wir durch die Tür kommen heißt es nur "Ach, die Perlen sind da."

Seid ihr auf den Geschmack gekommen? Dann verraten wir euch jetzt, wie ihr euren einzigartigen Namen finden könnt.

Das Grundrezept

Die Grundlage ist immer, eine ganz konkrete Vorstellung vom eigenen Unternehmen. Umso besser ihr eure Ziele, Werte und Leistungen definiert, umso leichter fällt es euch, einen Namen zu finden. Denn der Unternehmensname sollte immer aus euch selbst herauskommen. Er ist im besten Fall die eingekochte Essenz aus eurer Positionierung.

Was macht euer Unternehmen einzigartig und besonders? Na? Das seid natürlich ihr selbst! Ihr, der Gründer, seid die wichtigste Zutat. Bringt deshalb immer eure Persönlichkeit mit ein.
Waren, Leistungen, Preise, Konditionen – mittlerweile alles 100%ig vergleichbar. Identisch. Der Wettbewerb ist in allen Branchen so hoch, dass ihr euch über diese Faktoren nicht mehr abheben könnt. Der Kunde entscheidet daher nach Sympathie.

Seid ihr selbst, bleibt euren Prinzipien treu und ihr werdet Menschen um euch sammeln, die so denken wir ihr. Und genau deshalb werden diese Menschen bei euch kaufen. Weil sie euch vertrauen, euch verstehen und euer Unternehmen mögen. So einfach.
Würzt euren Namen so viel wie möglich mit eurer einzigartigen Persönlichkeit. Eine außenstehende Person kann niemals eine so passende Bezeichnung für euer Unternehmen finden, wie ihr selbst es könnt.

Wenn ein Gründer mit der Bitte an uns herantritt, einen Geschäftsnamen für ihn zu entwickeln, antworte ich immer, dass wir das nur gemeinsam schaffen können. Ich helfe dem Gründer durch gezielte Fragen, die richtige Richtung zu finden und den Kern des Unternehmens herauszuschälen.
Was hat dich bewogen, zu gründen? Was willst du anders/besser machen als die Konkurrenz? Welche Werte und Prinzipien vertrittst du? Was macht dein Unternehmen aus? Was ist dein persönliches Steckenpferd? Worin bist du richtig gut? Was bedeutet dir dein Unternehmen?
Aus all diesen Antworten kann ein geschmackvoller Unternehmensname geboren werden.

Das schmeckt nach mehr.

Toller Nebeneffekt: Wenn ihr so vorgeht, habt ihr automatisch eine Geschichte zu eurem Namen. Und die Menschen lieben Geschichten! Und erzählen sie auch gern weiter. Es ist wichtig, eine interessante Story parat zu haben, wenn ihr nach der Bedeutung eures Namens gefragt werdet.

Vor ein paar Wochen kam ein Unternehmer auf uns zu, der sich aus rechtlichen Gründen umbenennen musste. Er installiert und wartet Beregnungsanlagen für Gärten, Sportplätze, Kindergärten usw.
Auch ihm habe ich erklärt, dass der Name aus ihm selbst geboren werden muss und stellte ihm die gewissen Fragen. Eines Abends bekam ich dann eine Mail. Er hatte einen Namen gefunden! Er war in Passau und hat dort an einer Stadtführung teilgenommen. In der Nähe des Stephansdom, steht eine Bronzestatue von König Maximilian Joseph I. Das Denkmal trägt umgangssprachlich den Namen „Regenprüfer“. Die Geschichte zu der Statue hat ihn nicht mehr losgelassen und schließlich seinen neuen Namen inspiriert: Der Regenflüsterer.
Seine Anlagen sorgen schließlich dafür, dass es regnet, auch wenn die Natur es nicht vorgesehen hat. Außerdem sind sie so dezent und unsichtbar verbaut, dass man durchaus von einer flüsternden Beregnung sprechen kann ;) Einen tollen Spitznamen hat er so auch bekommen. Der Name hinterlässt einen interessanten Geschmack im Mund, fällt auf und macht absolut neugierig.

Besonders toll ist es, wenn sich aus eurem Namen ein ganzes Unternehmenskonzept – quasi das komplette Menü ergibt. Wie im Fall der Kyritzer Pension „Miss Sophie“.
Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich mit dem Betreiberpaar am Abend zusammengesessen habe. Sie erzählten mir von ihrem Tag und ihrer kleinen Enkeltochter, die bei ihnen übernachtet hatte. Das kleine Mädchen muss nur einmal kurz quengeln und schon stehen alle parat, um ihr jeden Wunsch von den Augen abzulesen. „Unsere kleine Miss Sophie“, schloss der Pensionsbesitzer. Ich sah ihn an und sagte: „Du hast gerade euren Namen gefunden.“
An diesem Ansatz arbeiteten wir weiter und schließlich entstand eine halb reale, halb fiktive Figur, die dem Haus Leben einhaucht. Miss Sophie ist die gute Seele der Pension. Der Hausgeist. Alle Räume sind nach einem Hobby oder einer Leidenschaft der Miss Sophie benannt. Jedes Zimmer ist einzigartig und erzählt einen Teil der Geschichte, um die geheimnisvolle Dame. Wer sich einen Eindruck vom Haus machen möchte, schaut mal hier.

Verdorbene Zutaten

Viele Gründer wissen oft nicht, wo Sie bei der Suche nach einem guten Namen ansetzen sollen. Es gibt ein paar Zutaten, auf die ihr einfach verzichten solltet. Und wir sprechen da aus eigener Erfahrung… Aber dazu später mehr.

Fein gewürfelt
Abkürzungen sind super! Zumindest im Straßenverkehr, wenn man wahnsinnig spät dran ist. Für einen Unternehmensnamen sind sie hingegen absoluter Murks. Namen müssen beim Gegenüber sofort ein Bild im Kopf entstehen lassen. Man muss einen Geschmack im Mund haben, ein Bauchgefühl entwickeln. Eine unaussprechbare Aneinanderreihung von zerhackten Buchstaben schafft das nicht. Einzige Ausnahme: Die Abkürzung ergibt ein interessantes Wort, das zu euer Tonalität passt. So etwas kommt aber sehr, sehr selten vor.

Geschmacklose Kombinationen
Lustig zusammengewürfelte, abstrakt konstruierte Namen sind keine Gaumenfreude. Ohne Ausnahme. Solche „Erfindungen“ lösen meist null Assoziationen aus und bleiben nicht im Gedächtnis. Oftmals weiß man noch nicht mal, wie man diese Neugeburten aussprechen soll. Das liegt meist auch an der besonders kreativen Schreibweise. Haufenweise X und Y und Z kommen vor oder man ersetzt Buchstaben durch Zahlen. Lasst sowas. Wie soll man euch jemals über eine Googlesuche finden? Sowas kann sich kein Schwein merken.

Englische Küche
Die Deutsche Sprache klingt sehr hart und kantig. Englisch hingegen ist so schön weich und fließend. Da liegt die Versuchung nahe... Auch wir sind dieser Versuchung verfallen und haben uns anfangs pearl communications genannt. Resultat? Die Leute konnten unseren Namen nicht aussprechen und trauten sich oft nicht anzurufen. Außerdem wirkt der Name sehr kühl, von oben herab und klingt nach riesigem Konzern ohne Seele. Absolut nicht das was wir wollten. Nach einem dreiviertel Jahr dann der Wechsel zu „perlenmädchen“. Und schlagartig verbesserten sich unsere Bekanntheit und unser Umsatz. Und wir hatten Hunger auf Erfolg!

Je nach Branche, Zielgruppe und Region KANN eine englische Bezeichnung vielleicht passend sein. Wir raten dennoch davon ab. Die englische Küche ist auch nicht gerade für ihren exquisiten Geschmack bekannt… Die Menschen fühlen sich der deutschen Sprache einfach näher und können sie besser verdauen. Klingt banal. Ist aber genauso. Mit englischen Bezeichnungen schließt ihr viele Personen einfach aus. Das sollte euch bewusst sein. Verzichtet auf Coolness und wählt besser einen warmen Namen, der von Herzen kommt. Ist eh viel sympathischer.

Aufgewärmte Reste
Ihr habt endlich den perfekten Namen gefunden? Großartig! Dann prüft mal besser ganz genau nach, ob nicht schon jemand vor euch diesen genialen Einfall hatte. Das ist nämlich sehr wahrscheinlich. Sichert euch auf jeden Fall rechtlich ab, bevor ihr euren Namen auf Visitenkarten und Geschäftspapier drucken lasst. Gibt es bereits eine geschützte Marke? Ist die Domain noch frei? Gibt es in unmittelbarer Nähe ein Unternehmen mit diesem Namen. Seid sehr gewissenhaft mit eurer Recherche. So könnt ihr ärgerliche Folgen vermeiden. Wenn ihr euch unsicher seid, lasst euch am besten von einem Anwalt für Markenrecht beraten. Frische Küche ist immer gesünder.

Frische Küche

Der Name eures Unternehmens muss einfach nach euch schmecken. Deshalb ist die wichtigste Zutat eure Persönlichkeit. Die hat nämlich sonst keiner. Gebt unbedingt auch eine Prise Kreativität mit dazu. Die Bezeichnung muss nicht unbedingt ein klassisches Gericht sein und sofort der Branche zugeordnet werden können. Bewusste Kontraste sind spannend! Gegensätze kann man sich gut merken. Verwendet zum Beispiel bekannte Begriffe, die ihr auf ungewohnte Art und Weise kombiniert. Baut absichtlich Fehler, Brüche und Stolpersteine ein. Auch Humor und Wortwitz können eine interessante Würze sein. Überrascht die Menschen. Unerwartete Geschmackserlebnisse bleiben im Kopf.

Mit einem interessanten Namen setzt ihr euch auch immer von der Konkurrenz ab. Wer frisch kocht fällt zwischen all dem Kantinenessen eben auf. Auch wenn ihr keine Sterneköche seid. Denkt nur mal an Bewerbungsverfahren oder öffentliche Ausschreibungen – ein interessanter Name erhöht das Interesse an eurem Unternehmen. Nutzt die angeborene Neugierde der Menschen aus. Beim leckersten Gericht auf der Karte müssen wir einfach anbeißen.

Nachtisch

Als Dessert tischen wir euch noch die Geschichte zu unserem Namen auf.  Jede unserer Ideen, jede Werbemaßnahme ist einzigartig. So einzigartig wie eine Perle. Schließlich ist jeder Kunde, jedes Problem, jeder Auftrag individuell. Deshalb kann es keine vorgefertigten Lösungen geben, die man aus einer Schublade zieht. Das ist unser Anspruch. Nach diesem Prinzip arbeiten wir. Wir entwickeln Schmuck für Unternehmen – in Form von Werbemitteln.

Die „Mädchen“ vermitteln zudem, wie wichtig es ist, sich das innere Kind zu erhalten. Ein offener Geist, Unvoreingenommenheit und kindliche Naivität sind wichtige Voraussetzungen für Kreativität.
Und jetzt übergeben wir Schürze und Kochlöffel an euch! Wir sind schon gespannt auf eure Kreationen und freuen uns immer sehr über eure Zusendungen J